Anzeige

Formel 1 in Silverstone: Lewis Hamilton holt Pole vor Bottas - Vettel Zehnter

Hamilton klagt über langsames Auto

Sebastian Vettel vor 3000. Karriere-Punkt

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton ist auch in Silverstone nicht zu stoppen. Sebastian Vettel bleibt hinter den Erwartungen zurück, Hülkenberg verpasst die Top 10.

91. Pole Position für den unantastbaren Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes, eine weitere bittere Enttäuschung für Sebastian Vettel im Ferrari und ein nicht ganz geglücktes Comeback von Nico Hülkenberg im Racing Point: Im Qualifying zum britischen Grand Prix in Silverstone war (fast) alles wie immer (Das Qualifying zum Nachlesen im LIVETICKER)

"Valtteri hat mich bis zur letzten Sekunde gepusht, er hat einen Super-Job gemacht", lobte Hamilton seinen Teamkollegen Bottas, der beim Start am Sonntag (Formel 1, Großer Preis von Großbritannien, So., ab 15.10 Uhr im LIVETICKER) die erste Reihe komplettiert.

Anzeige

"Ich habe den Wagen vor dem Abschlusstraining noch ein wenig umbauen lassen, mit dem Ergebnis, dass er weniger gut lag", machte Hamilton der Konkurrenz zudem deutlich, dass bei seinem Boliden noch einiges mehr zu erwarten ist.

Es ist das sensationelle Comeback des  zweimaligen Formel-1-Weltmeisters:  Fernando Alonso ist zurück in der Königsklasse des Motorsports. Der Spanier fährt wieder für seinen früheren Rennstall Renault © Getty Images
Der inzwischen 38-Jährige soll ab 2021 der französischen Traditionsmarke zu altem Glanz und früheren Erfolgen verhelfen. Er erhält dem Vernehmen nach einen Kontrakt über zwei Jahre plus Option auf eine weitere Saison © Getty Images
Zur Erinnerung: Sein letztes Formel-1-Rennen hatte Alonso Ende November 2018 in Abu Dhabi bestritten. Der Routinier, der Anfang des Jahres sein Debüt bei der Rallye Dakar gegeben hatte, ist jedoch keineswegs der erste namhafte Pilot, … © Imago
… den es nach einer schöpferischen Pause, einem Abstecher auf anderes Terrain oder nach längerer Verletzungszeit ins Formel-1-Cockpit zurückkehrt. SPORT1 zeigt die bekanntesten Rückkehrer © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Imago/iStock
Anzeige
NIKI LAUDA: 1976 entgeht er nach einem schrecklichen Feuerunfall auf dem Nürburgring dem Tod nur knapp. Der Österreicher erleidet schwere Verbrennungen und bekommt von einem Pfarrer bereits die letzte Ölung. Unglaublich: Nur 42 Tage später landet Lauda beim Italien-GP mit Ferrari auf Rang vier © Imago
Nach zwei WM-Titeln (1975 und 1977) beendet Lauda seine Karriere dann 1979, schlägt den Weg als Unternehmer ein und gründet unter anderem eine Fluglinie. Doch nur zweieinhalb Jahre später kehrt er zurück - und triumphiert 1984 zum dritten Mal als Weltmeister © Getty Images
ALAIN PROST: Nach internem Zoff gehen der Franzose und Ferrari 1991 getrennte Wege. Ein Grund: Prost vermisst bei der Scuderia ein Auto mit Siegqualitäten. 1993 kehrt der damals 38-Jährige allerdings zurück in den Renn-Circuit © Getty Images
Und Prost glänzt noch einmal. Mit dem überlegenen Williams gewinnt er auf Anhieb abermals die WM. Sein vierter Titel ist vielleicht der süßeste - und obendrein eine gewaltige Ohrfeige für Ferrari © Imago
Anzeige
NIGEL MANSELL: Nach seinem WM-Triumph 1992 zieht es den Engländer in die nordamerikanische ChampCar-Serie, in der er sogleich den Titel einfährt. Für den tödlich verunglückten Ayrton Senna kehrt er 1994 zu Williams zurück. Mansell gewinnt sogar das Saisonfinale in Australien © Imago
Doch der Engländer leistet sich auch eine höchst peinliche Comeback-Episode, als er 1995 mit inzwischen 41 Jahren bei McLaren anheuert. Nach nur zwei Grand-Prix-Einsätzen dankt er wieder ab - unter anderem deshalb, weil er für das recht enge Cockpit schlichtweg zu füllig geworden ist © Imago
MICHAEL SCHUMACHER: Am 22. Oktober 2006 nach seinem 250. Grand Prix legt der damalige Ferrari-Pilot nach dem Grand Prix von Brasilien das Lenkrad zunächst aus der Hand. Danach verneint der Rekord-Champion stets alle Gedankenspiele um ein Comeback – um 2010 dann doch zurückzukehren © Getty Images
Mit Mercedes gelingt aber nur einmal der Sprung aufs Podium. Nach drei Jahren macht der Kerpener dann für Lewis Hamilton Platz. Das lohnt sich: Seit 2014 sind die Silberpfeile das Maß aller Dinge. Schumacher lebt seit seinem schweren Ski-Unfall im Dezember 2013 abgeschirmt von der Öffentlichkeit © Getty Images
Anzeige
KIMI RÄIKKÖNEN: Obwohl sein Vertrag noch ein Jahr läuft wäre, trennt sich der Finne 2009 von der Scuderia. Da Ferraris letzter Weltmeister bis heute danach kein neues Team findet, startet er 2010 und 2011 in der Rallye-Weltmeisterschaft und gründet sogar sein eigenes Team ICE 1 Racing. Mit mäßigem Erfolg. © Getty Images
2012 kehrt Räikkönen in die F1 zurück. Mit Lotus gewinnt er zwei Rennen, wirft wegen ausstehender Gehaltszahlungen aber wieder hin, um sich abermals Ferrari anzuschließen. Ein Sieg in seiner zweiten Ära in Rot glückt dem Iceman auch noch - beim Großen Preis der USA und mehr als 15 Jahre nach seinem ersten Triumph © Getty Images
ROBERT KUBICA: Experten handeln den Polen sogar schon als möglichen Weltmeister der Zukunft, da schlägt das Schicksal zu. Bei einem Start als Rallye-Fahrer in Italien am 6. Februar 2011 verunglückt Kubica schwer, droht bei Notoperationen sogar seinen rechten Arm zu verlieren © Imago
Als Stammfahrer im chancenlosen Williams gibt Kubica 2019 noch einmal ein einjähriges Gastspiel in der Formel 1. Inzwischen hat der 35-Jährige in die DTM umgesattelt, fährt für BMW und verdingt sich nebenbei als F1-Testfahrer bei Alfa Romeo © Getty Images
Anzeige
JAN LAMMERS: Bis heute hält der Niederländer (l.) einen bemerkenswerten Rekord. 164 Rennen - oder mehr als zehn Jahre - musste Lammers nach seinem Ausstieg im britischen Team Shadow auf sein Formel-1-Comeback warten © Imago
Beim Grand Prix von Japan 1992 ist es dann so weit. Der simple Grund für die lange Zwangspause: Für den Sieger der 24 Stunden von Le Mans und den 24 Stunden von Daytona war einfach kein Cockpit in der Formel 1 frei © Imago

Sebastian Vettel ist dagegen weit von der ersten Reihe entfernt, Platz zehn ist ein weiterer Tiefschlag für den viermaligen Weltmeister, der in Silverstone überhaupt nicht in die Gänge kommt.

Vettel kommt nicht in die Gänge

Ein defekter Ladeluftkühler, Probleme mit den Pedalen und der ein oder andere Ausritt neben der Ideallinie - Vettel konnte im freien Training und um Qualifying zu keiner Zeit vorne eingreifen. Fast eine Sekunde trennte ihn von seinem viertplatzierten Teamkollegen Charles Leclerc (Monaco) - Welten in der Formel 1. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

"Das war mit Sicherheit kein gutes Qualifying", sagte Vettel bei Sky: "Ich habe das ganze Wochenende Probleme, einen Rhythmus zu finden, wir müssen halt jetzt sehen, was wir am Sonntag machen können." Dem Team wolle er keinesfalls unterstellen, Leclerc zu bevorzugen, aber: "Viel schlimmer kann es nicht werden."

Alles zur Formel 1 und zum Motorsport-Wochenende im AvD Motorsport Magazin mit McLaren-Teamchef Andreas Seidl, Rennfahrer und Sky-Experte Nick Heidfeld und Christian Danner. Sonntag ab 21.15 Uhr und ab sofort wöchentlich im TV und STREAM auf SPORT1

Auch für Hülkenberg endete das Qualifying anders als erhofft. Im Q2 reichte es nicht mehr für den Rückkehrer, am Ende stellte er den zuletzt so starken Racing Point nur auf Platz 13. Die Entscheidung der besten zehn Fahrer fand ohne "Hulk" statt.

Hülkenberg noch nicht im Rhythmus

"Es war nicht einfach, den Rhythmus zu finden", sagte Hülkenberg bei Sky: "Es war aber auch utopisch zu erwarten, dass nach acht Monaten Pause auf Anhieb alles glatt geht." Seine Halsmuskulatur bereite ihm wegen der Fliehkräfte im Cockpit ein paar Probleme: "Der Nacken streckt mir gerade ein bisschen die Zunge raus."

Anzeige

Im dritten freien Training am Samstagmittag hatte Mercedes erstmals ernst gemacht und mit Bottas und Hamilton die Konkurrenz distanziert. Dagegen war Vettel im bockenden Ferrari auch im letzten Test vor dem Qualifying nicht in Schlagdistanz gekommen. Auf Platz 14 hatte er mehr als anderthalb Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Bottas.

Tückische Bedingungen in Silverstone

Temperaturen um 17 Grad, ein bewölkter Himmel und tückische Seitenwinde an der Strecke schufen ein völlig anderes Szenario als bei der Hitzeschlacht am Freitag. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Vettel kam mit den äußeren Bedingungen nicht gut zurecht, zudem kämpfte er erneut mit den Pedalen in seinem Auto. "Da ist wieder was lose am Bremspedal", funkte er genervt in die Box - dasselbe Problem hatte ihn schon im zweiten Training am Freitag viel Zeit gekostet.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE 

Ob Hülkenberg am kommenden Wochenende erneut für Racing Point in Silverstone startet, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Sollten die britischen Gesundheitsbehörden auf eine zehntägige Quarantäne für Perez bestehen, käme Hülkenberg ein weiteres Mal zum Zug. Falls sieben Tage Quarantäne ausreichend sind, kann Perez sein "Mädchen" beim nächsten Grand Prix wieder übernehmen.