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Hulk Hogan: Vince Russo sorgte für würdeloses WCW-Ende

Hulk Hogans würdeloses Ende

Hulk Hogan gab sich beim WCW Bash at the Beach 2000 irritiert © WWE

WWE-Legende Hulk Hogan wurde heute vor 20 Jahren bei WCW öffentlich beschimpft und vom Hof gejagt. Realer Eklat oder auch nur Show? Bis heute umstritten.

Hulk Hogan, der Wrestling-Star schlechthin, sei ein "Stück Scheiße".

Auf das Wohl seiner Liga, auf die jungen, aufstrebenden Wrestler, gebe er "einen Scheißdreck". Er sei ein "gottverdammter Politiker", der seine Macht, die berüchtigte "Creative-Control"-Klausel in seinem Vertrag mal wieder hätte einsetzen und sich selbst zum Champion machen wollen.

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Er lasse sich diesen "Bullshit" jetzt jedoch nicht mehr bieten. Hulk Hogan sei Geschichte, die Fans und Kollegen würden ihn nie wieder zu Gesicht bekommen. Der große, kahle Mistkerl könne ihn mal: "Hogan, you big bald son of a bitch, kiss my ass!"

Er war der Wrestling-Star schlechthin, prägte WWE ebenso wie den früheren Rivalen WCW und wurde auch eine bekannte Film- und Fernsehpersönlichkeit. SPORT1 blickt auf das bunte Leben von Hulk Hogan zurück - und auch auf seine Schattenseiten © WWE
Der junge Hulk Hogan in den frühen Achtzigern bei einem Match in Japan gegen Andre The Giant. Eigentlich heißt er Terry Bollea, wurde 1953 in Augusta, Georgia geboren, in jungen Jahren spielte er Baseball und Rockmusik - ehe er bei einem Auftritt in einer Bar in Florida fürs Wrestling entdeckt wurde © Imago
Noch bevor er in der früheren WWF groß rauskam, nahm er seine erste denkwürdige Filmrolle an. Als Wrestler "Thunderlips" spielte er in Rocky 3 quasi sich selbst - und vermöbelte Sylvester Stallone in einem Showkampf. Der Auftritt steigerte seinen Bekanntheitsgrad und beflügelte seine Karriere © Imago
Hogan wurde 1983 vom ambitionierten Promoter Vince McMahon für seine World Wrestling Federation (WWF) verpflichtet und zum Topstar aufgebaut. Er wurde Champion und Zugpferd seiner ersten Megashow im Jahr 1985 im New Yorker Madison Square Garden: WrestleMania. An seiner Seite: ein anderer großer Name aus Hollywood © Imago
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Muskelpaket Mister T, mit dem Hogan in Rocky 3 und später auch in Gastauftritten in der Serie "A-Team" spielte, wurde als Partner Hogans verpflichtet, um die Kampfshow auch zum Medienereignis zu machen. Gemeinsam besiegte das Duo die Bösewichte Roddy Piper (r.) und Paul Orndorff © Imago
Da staunt auch "The Greatest": Box-Ikone Muhammad Ali war ebenfalls bei WrestleMania dabei, als Gastringrichter des Hauptkampfs © Imago
Auch sie war hin und weg: Popstar Cyndi Lauper ("Girls just want to have fun") half auch bei der Cross-Promotion, trat mit Hogan in der WWF auf und nahm ihn im Gegenzug mit zur Grammy-Verleihung. Die "Rock 'n' Wrestling Connection" funktionierte © Imago
Mit diesem Bild wuchsen Wrestling-Fans der Achtziger und frühen Neunziger auf. Hogan war der Champion, der Star, das Aushängeschild der WWF - bestritt legendäre Fehden und Matches gegen Andre The Giant, "Macho Man" Randy Savage und viele andere © Imago
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Ohne Hogan hätte der globale Boom der WWF wohl nicht funktioniert: Seine einzigartige Erscheinung, sein Charisma, sein Unterhaltungstalent begeisterte die Fans und auch die Entertainment-Branche. Hogan war regelmäßiger Gaststar in diversen TV-Formaten, hier in der Talkshow von Joan Rivers © Imago
Ein fescher Bua: Auch in Deutschland trug Hogan seine Popularität zu Markte - und ließ sich bei einem Fotoshoot in Lederhose ablichten © Getty Images
Um Hogan noch bekannter zu machen, schob die WWF auch seine Schauspielkarriere an, produzierte 1989 den Film "No Holds Barred" ("Hulk Hogan - der Hammer") mit Hogan als Wrestler Rip - auch wieder mehr er oder weniger ein Selbstporträt © Imago
Im Ring schien Hogan derweil den Stab weiter zu reichen, verlor 1990 erstmals seit seinem Aufstieg zum Topstar ein Match klar und deutlich: Bei WrestleMania VI besiegte ihn der aufstrebende Publikumsliebling The Ultimate Warrior © Imago
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Hogan intensivierte derweil seine Ausflüge nach Hollywood: In "Der Ritter aus dem All" (mit dem jungen Undertaker in einer Nebenrolle) spielte er 1991 einen auf der Erde gestrandeten Außerirdischen ... © Imago
... in "Mr. Babysitter" einen Ex-Wrestler, der zwei verzogene Kinder bei Laune halten muss ... © Getty Images
... in "Thunder in Paradise" einen Söldner, der mit einem High-Teach-Boat vor der Küste Floridas für Ordnung sorgt (Co-Darsteller: Chris Lemmon, Sohn von Hollywood-Legende Jack Lemmon). Doch zur selben Zeit begann Hogans Ruf durch einen Skandal schweren Schaden zu nehmen © Imago
Im Jahr 1992 geriet Hogan - wie die ganze WWF - wegen Steroid-Vorwürfen ins Visier staatlicher Ermittler. Er stritt zunächst alles, gab dann vor Gericht aber zu, seit 1976 illegale Mittel zum Muskelaufbau genommen zu haben. Er entlastete McMahon zugleich vom Vorwurf, die Steroide vermittelt oder verlangt zu haben © Imago
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Im Jahr 1994 wechselte Hogan die Seiten, von der WWF zum aufstrebenden Rivalen WCW. Dort erfand er sich schließlich noch einmal völlig neu: als böser "Hollywood Hogan" und Anführer der Kult-Gruppierung nWo - in die er zwischenzeitlich auch NBA-Bad-Boy Dennis Rodman aufnahm © Getty Images
Wie einst die WWF schob Hogan den Erfolg von WCW in Kooperation mit Stargästen an, 1998 trat er gemeinsam mit Rodman gegen Diamond Dallas Page (l.) und einen weiteren NBA-Topstar an: den "Mailman" Karl Malone © Getty Images
Parallel dazu folgten weitere Filmausflüge mit zunehmendem Skurrilitäts-Faktor: Im Action-B-Movie "Shadow Warriors" spielte Hogan einen Söldner mit besserem Haarwuchs ... © Imago
... in "Santa Claus mit Muckis" einen Millionär, der sich nach einem Gedächtnisverlust plötzlich für den Weihnachtsmann hält © Imago
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Im Ring half Hogan dabei, dass WCW die WWF zwischenzeitlich als Marktführer ablöste. Kritiker werfen ihm aber vor, sie auch in den Untergang geführt zu haben, indem er zu viel Aufmerksamkeit für sich beanspruchte und das Rampenlicht nicht an die nachfolgende Generation abtreten mochte © Getty Images
2001 stellte WCW den Betrieb ein, Hogan kehrte zurück zur WWF (bald darauf: WWE) - und wurde begeistert empfangen: Bei WrestleMania 18 im Jahr 2002 bestritt er nochmal ein großes Match gegen einen neuen Superstar: Dwayne "The Rock" Johnson. Er verlor - wurde aber frenetisch gefeiert © Getty Images
Hogan bestritt sein letztes WWE-Match 2006, mit mittlerweile über 50 Jahren war es Zeit für neue Projekte. John Cena, den Topstar der kommenden Jahre, behielt er nur noch bei der Verleihung der "Kid's Choice Awards" im Griff © Getty Images
Hogan blieb auf den Bildschirmen präsent: Als Hauptfigur der Reality-Serie "Hogan knows best" stellte er der Welt seine Familie vor - und schob damit auch die Gesangskarriere seiner Tochter Brooke Hogan (l.) an, die schließlich auch ihre eigene Show bekam: "Brooke knows best" © Getty Images
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Im Jahr 2008 war Hogan außerdem noch Moderator einer Neuauflage der in den Neunzigern populären Athletik-Show "American Gladiators" © Getty Images
2010 war Hogan auch bei der Comedy-Gala "The Roast of David Hasselhoff" dabei - Achtziger- und Neunziger Legenden unter sich © Getty Images
Vom Wrestling konnte Hogan aber doch nicht lassen: Im Jahr 2009 tourte er mit seinem alten Rivalen Ric Flair durch Australien ... © Getty Images
... im Jahr darauf ließ er sich als neues Gesicht der kleineren WWE-Konkurrenzliga TNA (Impact) verpflichten, wo er Anfang 2012 mit 58 Jahren seinen endgültig letzten Kampf bestritt © Getty Images
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2012 geriet Hogan dann in eine unappetitliche Affäre. Das Portal "Gawker" veröffentlichte Ausschnitte aus einem Sextape, das von Hogan ohne dessen Wissen gedreht wurde. Der Hulkster wehrte sich und zog vor Gericht © Getty Images
2014 folgte die Rückkehr zu WWE, als Moderator der 30. WrestleMania und für diverse weitere Spezialauftritte - ehe Hogan im Jahr darauf ein weiterer Leak aus dem Sextape zum Verhängnis wurde © Getty Images
Im Zuge des Prozesses wurde eine rassistische Tirade Hogans aus dem Jahr 2008 veröffentlicht. Auf dem heimlich gefilmtem Tape beschimpfte Hogan den damaligen Freund von Tochter Brooke mehrfach als "F***ing Nigger" © Getty Images
Hogan entschuldigt sich ("Ich bin nicht so, wie es dieser Vorfall erscheinen lässt. Ich glaube fest daran, dass jede Person auf der Welt wichtig ist") - dennoch zieht WWE die Konsequenzen: Sie entlässt Hogan nicht nur, sie distanziert sich völlig von ihm, entfernt ihn sogar aus der Hall of Fame © Getty Images
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Hogans Sextape-Prozess gegen Gawker erlangt unter diesen Bedingungen noch mehr öffentliche Aufmerksamkeit. 2016 gewinnt er ihn - und erhält 115 Millionen Dollar Schadenersatz © Getty Images
2018 folgt die Wiederannäherung an WWE. Nach vielfachen öffentlichen Entschuldigungen erklärt die Liga Hogans Bußezeit für beendet und erklärt die Entfernung aus der Hall of Fame rückwirkend zu einer dreijährigen Suspendierung - die damit vorbei war © Getty Images
Im November 2018 tritt Hogan bei der Saudi-Arabien-Show "Crown Jewel" wieder bei WWE auf, im Januar 2019 dann auch wieder bei WWE RAW, für einen Tribut an den verstorbenen Interviewer Gene Okerlund © Getty Images

Es war eine bitterböse Abrechnung, die Vince Russo, Kreativchef des damaligen WWE-Rivalen World Championship Wrestling (WCW) vollzog an einem Sommerabend in Florida, heute vor 20 Jahren. Und es war tatsächlich das unwürdige letzte Kapitel der Ringlegende bei der Liga - das sogar einen Gerichtsprozess zur Folge hatte.

Aber was steckte wirklich hinter dem spektakulären Bruch zwischen Hogan und WCW beim Pay Per View Bash at the Beach 2000? Sicher ist: So einiges war an dieser denkwürdigen Wrestling-Nacht nicht so, wie es schien.

WCW vor Bash at the Beach 2000 in tiefer Krise

Wichtig für das Verständnis der Situation: WCW befand sich damals in einer tiefen Krise, für die der einstige WWE-Topstar Hogan genauso mitverantwortlich war wie für den Aufstieg der Promotion einige Jahre zuvor.

Nach dem durschlagenden Erfolg der Story um die nWo (New World Order) mit Hogan als bösem Anführer versäumte Ligachef Eric Bischoff, daran anzuknüpfen: Während WWE (damals WWF) mit der Attitude Era und neuen Stars um Stone Cold Steve Austin und The Rock zurückschlug, verlor WCW das Momentum.

Halbgare Storys, sinkende Quoten und Konflikte hinter den Kulissen bestimmten das Bild. Den alternden Stars um Hogan wurde vorgeworfen, sich an ihre Privilegien zu klammern und nicht dabei zu helfen, auch bei WCW den Generationswechsel einzuleiten. Jüngere Begabungen wie Chris Jericho, Chris Benoit und Eddie Guerrero zogen die Konsequenzen und wanderten zu WWE ab.

Auch die Verantwortlichen der Liga wurde infolge des Niedergangs mehrfach ausgetauscht, im Frühjahr 2000 übernahmen die zuvor je schon einmal gefeuerten Russo und Bischoff als Duo.

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Vince Russo und Eric Bischoff sollten WCW 2000 gemeinsam retten - und scheiterten

Vince Russo erklärte "Match" von Hulk Hogan für ungültig

Russo, ein ehemaliger Magazinautor und Videotheken-Besitzer aus New York, war bis Ende der Neunziger im Kreativteam von WWE und mit seinen kontroversen Einfällen ein wichtiger Kopf hinter dem Wiederaufstieg des Marktführers. Er wechselte 1999 zum Konkurrenten - wo er aber im ersten Anlauf mit seltsamen Ideen und sich totlaufender Effekthascherei die Krise vertiefte, statt sie zu lösen.

Weil es danach nicht besser wurde, wurde er zusammen mit Bischoff wiedereingestellt. Die Kernidee des gemeinsamen Neustarts (der vor allem durch den viel kritisierten PR-Schachzug, Schauspieler David Arquette zwischenzeitlich zum Champion der Liga zu machen, schnell neue Enttäuschung auslöste): Die beiden strickten eine Story um den realen Generationenkonflikt, der "Millionaire's Club" um den damals 46-jährigen Hogan bekämpfte darin die jüngeren Stars, die sich als "New Blood" zusammenschlossen, von Russo und Bischoff vor der Kamera selbst angeführt.

Der angekündigte Hauptkampf von Bash at the Beach spielte sich vor diesem Hintergrund ab, Hogan sollte auf Jeff Jarrett treffen, von Bischoff und Russo zum World Champion erhoben - bei der selben Show, am selben Ort des größten WCW-Moments Hogans, der nWo-Gründung vier Jahre zuvor.

Stattdessen ereignete sich eine Farce: Jarrett legte sich für den irritiert wirkenden Hogan hin, ließ sich bereitwillig besiegen, Russo warf Hogan den Titelgürtel verächtlich vor die Füße. Später dann erschien Russo nochmal, erklärte das "Match" für nichtig und schoss die eingangs erwähnten Giftpfeile gegen Hogan. Jarrett bekam einen neuen Gegner, den aufstrebenden Booker T, der sich dann auch erstmals zum Titelträger krönte.

Jeff Jarrett legte sich für Hulk Hogan hin, Vince Russo warf den Gürtel in den Ring

"Fingerpoke of Doom" war noch präsent

Dass Russo seine Attacken gegen Hogan ernst meinte, glaubte damals kaum ein Szenekenner. Zu oft hatten WWE und WCW sie schon mit "Worked Shoots" hinters Licht zu führen versucht, vermeintlich realen Eklats, die sich dann doch als mehr oder weniger geschickte Inszenierungen entpuppten.

Das Branchen-Leitmedium Wrestling Observer ging fest davon aus, dass alles, was beim Bash passierte, von vorn bis hinten durchchoreographiert war: um für Gesprächsstoff zu sorgen und auch um dem realen Frust über Hogan innerhalb der Umkleidekabine ein Ventil zu geben - und Russo als denjenigen zu profilieren, der aussprach, was viele dachten.

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Ein Grund für die allgemein verbreitete Annahme: Gerade mit Hogan hatte es schon ähnliche Storys und vermeintliche Abgänge gegeben - er war jedoch immer wieder zurückgekommen und hatte seinen Platz an der Spitze wieder eingenommen. Auch dem berühmt-berüchtigten "Fingerpoke of Doom" Anfang 1999 war ein vermeintliches Karriere-Ende vorausgegangen, beim Halloween Havoc im selben Jahr wurde ein angekündigtes Match gegen Sting zu einer ähnlichen Posse.

Eric Bischoff: Russo beging "Shoot" statt "Worked Shoot"

Tatsächlich entpuppte sich auch der Bash-Eklat als mindestens zum Teil genauso verabredet: Nach Darstellung von Hogan und des mit ihm befreundeten Bischoff war Hogans verwirrendes Match mit Jarrett geplant gewesen, Hogan hätte einige Monate später zurückkommen und den dann amtierenden Champion herausfordern sollen. Russo aber hätte dann eigenmächtig das Drehbuch über den Haufen geworfen und Hogan ohne Absprache beschimpft und ausgebootet - ein realer "Shoot" anstelle eines "Worked Shoot".

Tatsächlich tauchten weder Hogan noch Bischoff je wieder vor der WCW-Kamera auf, Hogan reichte sogar eine Klage gegen Russo und WCW ein, wegen Beleidigung und Vertragsbruch.

Weil weder Hogan, noch Bischoff, noch Russo als zuverlässige Erzähler der Wahrheit gelten und andere Ungereimtheiten im Raum stehen (etwa warum die Produktion der Show trotz der angeblichen Backstage-Wirren reibungslos weiterlief), wird jedoch bis heute spekuliert, dass Russos Abrechnung doch abgesprochen gewesen sein könnte - und der echte Streit erst später ausbrach, als es darum ging, was daraus folgen sollte.

WWE verleibte sich WCW 2001 ein - und holte auch Hogan zurück

Der Befreiungsschlag, den sich Russo von Hogans Aus zu erhoffen schien, blieb in jedem Fall aus: WCW kam nicht mehr aus der Krise heraus und wurde 2001 an WWE verkauft - vorher hatte sich auch Bischoff zusammen mit einem Business-Konsortium vergeblich um eine Übernahme der Liga bemüht, die von WWE stattdessen aufgelöst wurde.

Dwayne "The Rock" Johnson (l.) ist vom WWE- zum Hollywood-Megastar geworden, nicht nur John Cena ist ihm gefolgt. SPORT1 zeigt die Wrestler, die Filmstars wurden. © Getty Images
So kannten WWE-Fans The Rock: als charismatische Ausnahme-Erscheinung war er um die Jahrtausend-Wende herum zusammen mit "Stone Cold" Steve Austin der populärste WWE-Star. Seine Entertainment-Fähigkeiten waren dann bald auch außerhalb des Wrestling-Rings begehrt © WWE
2001 bekam Johnson seine erste Rolle als Nebenfigur in dem Abenteuerfilm "Die Mumie 2" - und kam so gut an, dass noch ein eigener Film um den "Scorpion King" gedreht wurde. Danach gab es kein Halten mehr © Getty Images
Johnson empfahl sich als legitimer Nachfolger von Arnold Schwarzenegger, als Action-Held der neuen Generation - und wurde so erfolgreich, dass er seine WWE-Karriere weitgehend auf Eis legte © Getty Images
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Von "The Fast and the Furious" über "Baywatch" bis "Jumanji": Johnson schmückt mittlerweile einen Blockbuster nach dem anderen, wurde "Sexiest Man Alive" und zu einem der Bestverdiener in Hollywood. 2018 soll er 124 Millionen Dollar eingestrichen haben © Getty Images
2019 holt The Rock auch seinen Bluts-Cousin Roman Reigns zum Film: Er spielt an seiner Seite in dem Fast-and-Furious-Ableger "Hobbs & Shaw" - trotz dessen Leukämie-Erkrankung, wegen der Reigns seine WWE-Karriere auf Eis legen musste © instagram.com/therock/
Zwischendurch kam The Rock zurück zu WWE und reichte in zwei großen Matches die Fackel an den neuen Star John Cena weiter. Der ist mittlerweile auch zur Hollywood-Größe geworden © Getty Images
Cena feierte sein Filmdebüt 2006 in dem von WWE produzierten Actionfilm "The Marine" - und etablierte sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr in Hollywood © Getty Images
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2018 bekam Cena schließlich seine erste Blockbuster-Hauptrolle als Army-Ranger Jack Burns im Transformers-Spinoff "Bumblebee" © Getty Images
Anders als The Rock hält sich Cena immer noch regelmäßig Zeit für WWE frei, aber auch für ihn ist die Schauspiel-Karriere mittlerweile die Hauptbeschäftigung geworden © Getty Images
Dasselbe gilt für den Mann, der Mitte der Nuller-Jahre der größte WWE-Star neben Cena war: Dave Bautista alias Batista © Imago
Nach einer Reihe kleinerer Rollen feierte er 2014 den Durchbruch, als er die Rolle des "Drax the Destroyer" in der Superhelden-Saga "Guardians of the Galaxy" erhielt © Getty Images
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Die nächste Traumrolle spielte er dann im Jahr darauf als Bond-Bösewicht in "Spectre" an der Seite von Daniel Craig © Getty Images
Auch in der Fortsetzung von "Guardians of the Galaxy" und in "Avengers: Infinity War" war Batista dabei - eine lobende Erwähnung verdient auch Batistas sensationelle modische Stilsicherheit auf den roten Teppichen, die der von The Rock in nichts nachsteht © Getty Images
Höchste Style-Punktzahl zum Beispiel auch für diesen Auftritt bei der Premiere von "Bushwick" © Getty Images
Zurück zum Thema: So erfolgreich wie Rock, Cena und Batista sind in Hollywood natürlich nicht alle. Aber die Entertainment-Qualitäten und die auffällige Erscheinung der Wrestling-Stars hat auch schon vielen anderen zu kleinen, aber feinen Rollen verholfen © Getty Images
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Der Ire Sheamus zum Beispiel war aus Sicht der Macher der "Turtles"-Verfilmung von 2016 wie geschaffen für die Rolle des mutierten Punk-Nashorns "Rocksteady" © Getty Images
Größeren Gefallen am Film fand Wade Barrett, der zu WWE-Zeiten unter anderem mit Colin Farrell in "Dead Man Down" spielte - und nach seinem WWE-Aus 2016 Hauptdarsteller der Action-Reihe "I Am Vengeance" wurde © Getty Images
Recht frisch auf der Liste: CM Punk, der 2019 seine erste Hauptrolle in dem Independent-Horrorthriller "Girl on the Third Floor" spielte © Getty Images
In den Neunzigern spielte auch WWE- und WCW-Legende Kevin Nash in einem Turtles-Film als "Super Shredder". Später trat der charismatische Riese auch in zehlreichen weiteren Filmen auf, unter anderem in "The Punisher", "John Wick" und als Stripper in "Magic Mike" © Getty Images
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Auch WCW- und WWE-Legende Bill Goldberg hat mittlerweile eine recht lange Liste an Filmauftritten beisammen, unter anderem im Sequel zu "Universal Soldier", als Killer-Weihnachtsmann in "Santa's Slay" und im Bugs-Bunny-Film "Looney Tunes - Back in Action" © Getty Images
Auch Triple H bekam schon etwas Hollywood-Glanz ab, er spielte an der Seite von Wesley Snipes und Ryan Reynolds (2.v.l.) den Vampir Jarko Grimwood in "Blade: Trinity" © Getty Images
Den unheimlichen Kane setzte WWE 2006 in einer Eigenproduktion in Szene: Als Serienkiller im Horrorfilm "See no Evil" © Getty Images
Auch The Miz ist regelmäßig in von WWE produzierten Filmen im Einsatz, er übernahm von Cena die Hauptrolle in der "Marine"-Reihe © Getty Images
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Weitere besondere Filmauftritte von Wrestlern - ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Der 2011 verstorbene "Macho Man" Randy Savage kämpfte als Wrestler "Bonesaw McGraw" gegen "Spiderman" Tobey Maguire © Getty Images
"I came here to kick ass and chew bubble gum. And I'm all out of bubble gum!" Roddy Piper, legendärer WWF-Rivale von Hulk Hogan in einem der kultigsten Wrestler-Filmauftritte aller Zeiten als Alien-Schreck in John Carpenters "Sie leben". Wirkte vor seinem Tod 2015 auch in zahlreichen weiteren B-Movies mit © Imago
Jesse "The Body" Ventura (M.) war in der früheren WWF ein schillernder Wrestler und Kommentator. Spielte unter anderem mit Arnold Schwarzenegger in "Predator" und "Running Man" - und hat noch eine weitere Gemeinsamkeit mit ihm: Er war zwischen 1999 und 2003 Gouverneur von Minnesota © Imago
Ein wunderbarer Film, ein wunderbarer Auftritt: Der riesenwüchsige Andre The Giant (r., mit Mandy Patinkin) mischte in dem Märchen-Klassiker "Die Braut des Prinzen" mit © Imago
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Der Great Khali bereicherte mit seiner 2,16-Meter-Präsenz unter anderem die Filme "Spiel ohne Regeln", "Get Smart" und "Auf den Spuren des Marsupilami" © Getty Images
Der kanadische 2,10-Meter-Riese Robert Maillet war als Kurrgan bei WWE wenig erfolgreich, als Schauspieler hat er sich dagegen ein gutes Auskommen geschaffen. Wirkte mit in "300", "Pacific Rim", "Sherlock Holmes" und "Percy Jackson - Im Bann des Zyklopen" © Getty Images
Ebenfalls als Schauspieler erfolgreicher denn als Wrestler: 2,04-Meter-Mann Tyler Mane, bei WCW kurz als "Big Sky" aktiv. In Hollywood war er der "Sabretooth" im ersten X-Men-Film und die Hauptfigur Michael Myers in den "Halloween"´-Neuverfilmungen © Getty Images
Der Wrestling-Film schlechthin: Das herausragende Drama "The Wrestler" mit Mickey Rourke als abgehalftertem Showkämpfer. Echte Wrestler wie Cesaro, Nigel McGuinness, Necro Butcher und Ernest "The Cat" Miller spielten an seiner Seite. Legenden wie Ric Flair (l.) waren begeistert und gerührt von Rourkes Performance © Getty Images
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Auch eine besondere Geschichte: Muskelpaket Thomas "Tiny" Lister wurde 1989 als Gegenspieler "Zeus" in Hulk Hogans Filmdebüt "Der Hammer" ("No Holds Barred") inszeniert - und wurde dann auch von der damaligen WWF als Hogan-Gegner für ein Match in dieser Rolle engagiert © Getty Images
Hulk Hogan, ach ja: Der Wrestling-Superstar der Achtziger und Neunziger flog auch immer wieder in die Film- und Fernsehbranche aus © Imago
In "Rocky III" spielte er "Thunderlips", einen Wrestler, der Sylvester Stallone in einem Showkampf mehr traktiert als ihm lieb ist © Imago
im "A-Team" und auf dem "Love Boat" spielte Hogan sich selbst, in "Hulk Hogan - der Hammer" - bekommt ein Schauspielerkollege mit einer gewissen Ähnlichkeit zu Jogi Löw seine Power zu spüren © Imago
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In den Neunzigern war Hogan dabei in "Gremlins 2", bei "Agent 00 - Lizenz zum Totlachen" und den "Muppets aus dem All", Hauptrollen spielte er in "Der Ritter aus dem All" (im Bild, mit dem jungen Undertaker in einer Mini-Rolle als außerirdischer Kopfgeldjäger) ... © Imago
... in "Mr. Babysitter", wo er als Ex-Wrestler zwei verwöhnte Kinder bei Laune halten muss ... © Getty Images
... und in der Actionserie "Thunder in Paradise", wo er mit Co-Darsteller Chris Lemmon (Jack Lemmons Sohn) und einem High-Tech-Boot vor der Küste Floridas für Ordnung sorgt © Imago
Skurril: Im Fernsehfilm "Shadow Warriors" hat Hogan plötzlich uneingeschränkten Haarwuchs ... © Imago
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... und in "Santa Claus mit Muckis" einen Gedächtnisverlust, nach dem er sich für den Weihnachtsmann hält © Imago
Im darauffolgenden Jahrzehnt stellte Hogan dann in der Reality-Serie "Hogan knows best" seine ganze Familie vor: Sohn Nick, Tochter Brooke und seine damalige Frau Linda. Eine Karriere wie die von The Rock war es nicht, aber die vielen kultigen Auftritte trugen dazu bei, dass ihn bis heute nicht nur jeder Wrestling-Fan kennt © Getty Images

Ironischerweise zählte ausgerechnet Hogan zu den Profiteuren der Entwicklung: WWE stellte ihn 2002 noch einmal ein und die Fans dort schlossen ihn wieder in die Arme. Der Hulkster erlebte ein letztes großes Hoch mit einem umjubelten WrestleMania-Match gegen The Rock und sogar noch einem Titelgewinn - ehe ein 2015 enthüllter Rassismus-Eklat seinem Ruf erneut schweren Schaden zufügte.

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Das Phänomen Hulk Hogan überdauerte dennoch die Liga, die es am Ende nur noch loswerden wollte.