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Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern: Schalke hätte Meister werden können

Rummenigge: "Schalke wichtiger Klub"

Rummenigge: "Schalke hätte Meister werden können"

Im Interview mit SPORT1 analysiert Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge die Schalker Krise und spricht über die Verteilung der TV-Gelder.

Gut gelaunt empfängt Karl-Heinz Rummenigge die SPORT1-Reporter zu seinem persönlichen Saisonabschluss-Interview.

Im fast 90-minütigen Gespräch bezieht der Vorstandsboss des FC Bayern im zweiten Teil des großen SPORT1-Interviews Stellung zur Krise des FC Schalke 04 und gibt eine gewagte Prognose ab (Hier geht's zu Teil 1)

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Eine Meinung hat er auch zu Gehaltsobergrenzen und der Umverteilung der TV-Gelder.

Der CHECK24 Doppelpass mit Jochen Schneider und Thomas Berthold am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

SPORT1: Herr Rummenigge, bei Schalke 04 herrscht Katerstimmung und da Leroy Sané unter 50 Millionen Euro kosten wird, gehen die Knappen fast leer aus. Haben Sie ein schlechtes Gewissen?

Karl-Heinz Rummenigge: Niemand möchte bemitleidet werden. Vor einem Jahr hatten die Transfersummen eben noch eine andere Dimension, aber in diesem Jahr scheinen sich die Preise auf eine rationalere Größenordnung einzupendeln. Natürlich drücke ich Schalke 04 nun beide Daumen, dass sie mit einem neuen Konzept, neuem Spirit und der nötigen Geduld zurück zu alter Stärke finden. Schalke ist einer der traditionsreichsten Vereine in Deutschland und ein wichtiger Klub für die Bundesliga.

SPORT1: Wie bewerten Sie den Rücktritt von Vereinschef Clemens Tönnies?

Rummenigge: Clemens war immer die dominante Figur dieses Klubs und nach seinem Rücktritt muss sich der Klub nun sicherlich neu aufstellen.

"Viele kleine Peinlichkeiten": So kam es zum Tönnies-Beben

SPORT1: Mit Manuel Neuer, Leon Goretzka, Alexander Nübel und jetzt Leroy Sané sind vier Ex-Schalker bei Ihnen. Hat der FC Bayern eine Teilschuld am sportlichen Fiasko der Königsblauen?

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Rummenigge: Der FC Schalke hätte in der Zwischenzeit wahrscheinlich Deutscher Meister werden können, wenn sie diese und viele weitere Spieler, die sie in ihrer Nachwuchsabteilung erstklassig ausgebildet haben, hätten halten können. Der Fundus ihrer Nachwuchsarbeit ist einer der besten in ganz Deutschland. Fakt ist: Sie haben immer wieder sehr hoffnungsvolle Spieler verkauft, wie etwa Leroy Sané 2016 zu Manchester City, um ihren Finanzbedarf zu decken.

SPORT1: Haben Sie eine Erklärung dafür?

Rummenigge: Ich möchte mich nicht in den Job der Kollegen einmischen.

Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (l.) empfing SPORT1-Chefredakteur Pit Gottschalk (M.) und Chefreporter Florian Plettenberg an der Säbener Straße zum Interview

Rummenigge: Schneider ist ein fähiger Mann

SPORT1: Schalke führt jetzt eine Gehaltsobergrenze von 2,5 Millionen Euro pro Jahr ein. Zieht der FC Bayern nach?

Rummenigge: Jeder Klub muss für sich selbst seine Philosophie finden. Das Gehaltsgefüge der Mannschaft ist ein extrem sensibles Gefüge. Ich wünsche Schalke 04 mit ihrem Vorgehen viel Erfolg. Jochen Schneider (Sportvorstand beim FC Schalke, Anm. d. Red.) habe ich schon in Stuttgart kennengelernt. Das ist ein guter Typ, ein fähiger Mann. Er hat jetzt mit seinen Kollegen eine anspruchsvolle Aufgabe zu managen.

DFB-Pokal Pur - Der Weg ins Finale und die Highlights von Leverkusen vs. Bayern am Sonntag ab 9.30 Uhr im TV auf SPORT1

Und am Ende jubeln wieder die Bayern: Die Münchner gewinnen das Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen mit 4:2, insbesondere Robert Lewandowski sticht einmal mehr heraus. Bayer-Hoffnungsträger Kai Havertz bleibt dagegen blass. Die SPORT1-Einzelkritik © Getty Images
LUKAS HRADECKY: Fand mit einer Parade gegen Coman gut ins Spiel, war dann bei Alabas schönem Freistoß und Gnabrys sattem Schuss machtlos. Sorgte dann aber für den Leverkusener Tiefpunkt, als er Lewandowskis Volleyschuss auf kuriose Weise ins eigene Tor beförderte und alle Leverkusener Chancen auf ein Comeback zunichtemachte - Slapstick pur. SPORT1-Note: 5 © Getty Images
LARS BENDER (bis 81. Minute): Seine lange Zwangspause (Comeback am 27. Juni nach über viermonatiger Verletzungspause) war ihm hin und wieder anzumerken - auf der rechten Abwehrseite nicht immer auf der Höhe wie in dieser Szene gegen Müller. Insgesamt aber ein ordentlicher Auftritt - mit Luft nach oben. SPORT1-Note: 4 © Getty Images
SVEN BENDER: Rettete gegen Lewandowski in höchster Not - der Assistent hob dann aber doch die Fahne (38.). Hauchte seinem Team mit dem Kopfball zum 1:3 neues Leben ein. War definitiv der bessere der beiden Innenverteidiger, rannte vor dem 1:4 aber Perisic vergeblich hinterher. SPORT1-Note: 4 © Getty Images
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EDMOND TAPSOBA: Verursachte mit einem plumpen Stoßen gegen Lewandowski den Freistoß, den Alaba zum 1:0 verwandelte. Lief auch beim 0:2 nur hinterher. Bis zur Pause dann immerhin ein, zweimal zur Stelle. Leichtfertiger Ballverlust gegen Lewandowski (54.), der eine Ecke einbrachte. Auch vor Lewandowskis 3:0 schläfrig. SPORT1-Note: 5 © Getty Images
WENDELL: Rettete in höchster Not gegen den einschussbereiten Goretzka (8.), riss Gnabry im Strafraum zwei Mal riskant zu Boden (11./30.) - zu wenig für einen Elfmeter. Schlechtes Stellungsspiel beim 0:2. Trat Goretzka unglücklich, aber böse, und kassierte zu Recht Gelb. Nach der Pause etwas verbessert, stark, wie er einen Ball vor dem Aus rettete (72.). SPORT1-Note: 4,5 © Getty Images
JULIAN BAUMGARTLINGER (bis 45.): Sein versuchter Diagonalball in der 24. Minute wurde von Kimmich abgeblockt und entwickelte sich zum Bumerang, der das 0:2 herbeiführte. Musste dann zur Pause runter. SPORT1-Note: 4,5 © Getty Images
CHARLES ARÁNGUIZ: Starkes Tackling gegen Lewandowski (7.), auch sonst in mehreren Szenen aufmerksam wie in seiner antizipierten Grätsche (20.). Nach vorne unauffälliger, aber bis zur Pause bester Bayer-Akteur. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
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MOUSSA DIABY: Steigerte sich in der zweiten Halbzeit deutlich, nachdem er in Hälfte eins außer einer gefährlichen Hereingabe (im Abseits) wenig zu Stande brachte. Bärenstarker Antritt in der 57. Minute, in dessen Folge Volland seine (suboptimale) Hereingabe zum 1:2 hätte verwerten müssen. Ließ weitere gute Aktionen folgen. Dann allerdings fatal, wie ihm eine weitere Flanke misslang, was verdientermaßen böse Worte der Kollegen nach sich zog. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
NADIEM AMIRI (bis 45.): Unglückliche Partie. Gefährliches Dribbling, das sich nicht rächte (32.), vergab dann eine Großchance (42.), bei der er allerdings im Abseits stand. Zu Recht zur Pause runter. SPORT1-Note: 5 © Getty Images
LEON BAILEY (bis 76.): Erste Schusschance für Bayer (14.), vergab dann eine Riesenchance (31.) - Glück, dass es ohnehin Abseits war. Gefährliche Aktion in der 75. Minute, als Pavards Knie bei seinem Schuss wohl das 2:3 verhinderte. SPORT1-Note: 3,5 © Getty Images
KAI HAVERTZ: Spielte erstmals in dieser Saison gegen Bayern und kam zunächst im Sturmzentrum zum Einsatz. Hing aber lange völlig in der Luft (17 Ballkontakte bis zur Pause). Deutlich auffälliger in versetzter Position nach dem Seitenwechsel. Allerdings auch bei einigen Pässen zu ungenau. Traf dann immerhin vom Punkt perfekt zum 2:4. SPORT1-Note: 4,5 © Getty Images
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KEVIN VOLLAND (ab 46.): Sollte in der zweiten Halbzeit neuen Schwung bringen - und leistete sich dann die vermeintlich größte Slapstick-Aktion der Partie, als er völlig freistehend im Strafraum neben den Ball trat. Immerhin stellte sich Hradecky kurze Zeit später noch ungeschickter an. Volland agierte auch danach unglücklich, als er mehrere Anspiele immer wieder knapp verpasste oder nicht kontrollieren konnte. SPORT1-Note: 4,5 © Getty Images
KEREM DEMIRBAY (ab 46.): Kam nach der Pause für Baumgartlinger und sollte mehr Akzente setzen als der Österreicher. In Form seiner Ecke auf Sven Bender gelang ihm das zumindest in Ansätzen. Sorgte dann für Leverkusens dritte Slapstick-Aktion, als er eine weitere Ecke direkt ins Toraus beförderte. SPORT1-Note: 3,5 © Getty Images
KARIM BELLARABI (ab 76.): Wurde eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt. Versuchte einiges, wirklich gelungene Aktionen: Fehlanzeige. Auffälligste Szene, als er Diaby für dessen misslungene Hereingabe anbrüllte. SPORT1-Note: 4 ©
MITCHELL WEISER (ab 81.): Verhinderte mit seinem Fuß den Querpass Goretzkas auf zwei freie Bayern-Spieler und damit das vermeintliche 1:4, das später dann doch noch fiel. Sonst ohne größere Akzente. SPORT1-Note: ohne Bewertung ©
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MANUEL NEUER: Nahezu beschäftigungslos in Hälfte eins, weil sich die Leverkusener kaum etwas zutrauten. Einen strammen Schuss von Lars Bender (45.) hielt er ohne Probleme. War einmal unsicher beim Herauslaufen (56.). Drosch kurze Zeit später den Ball nach vorne und servierte zu Lewandowskis 3:0 (59.). SPORT1-Note: 2,5 © Getty Images
BENJAMIN PAVARD: Unauffälliges Spiel des Franzosen auf der rechten Seite. Pavard hatte öfter das Nachsehen gegen Bayers schnellen Leon Bailey. Blockte in der 90. Minute einen gefährlichen Schuss von Moussa Diaby ab. SPORT1-Note: 3,5 © Getty Images
JÉRÔME BOATENG (bis 69.): Stand an der Seite von Alaba wie schon in den vergangenen Monaten sicher und zuverlässig. Brillierte mit starkem Stellungsspiel. Rettete stark nach einer scharfen Havertz-Hereingabe (63.). Musste dann verletzt raus. SPORT1-Note: 2 © Getty Images
DAVID ALABA: Der Abwehr-Boss hielt hinten die Viererkette zusammen und besorgte mit einem traumhaften Freistoß-Tor zum 1:0 (16.) in die rechte obere Torecke die wichtige Bayern-Führung. Sah nicht gut aus beim 1:3-Kopfballtreffer durch Sven Bender (64.). SPORT1-Note: 2,5 © Getty Images
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ALPHONSO DAVIES: Als wäre er schon Jahre dabei, lieferte Davies im Finale eine erneut starke Leistung ab. Defensiv war der 19-Jährige konsequent und offensiv immer wieder bemüht. Er ist der Gewinner dieser Bayern-Saison. SPORT1-Note: 2,5 © Getty Images
JOSHUA KIMMICH: Der Dauerbrenner demonstrierte mit seiner Körpersprache, dass er das Double unbedingt gewinnen wollte. Schubste erst Havertz weg (15.), bereitete dann mit einem sehenswerten Tiefenpass das 2:0 durch Gnabry vor (24.). Leitete auch das 4:1 ein. SPORT1-Note: 2 © Getty Images
LEON GORETZKA: Handelte etwas zu langsam, als ihn Coman im Strafraum gut freispielte. Wendell blockte seinen Schuss (8.). 20 Minuten später wurde er schmerzhaft vom Brasilianer an der Mittellinie gefällt. Wendell traf ihn am Knöchel. Spielte ansonsten solide und mit viel Ruhe. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
SERGE GNABRY (bis 87.): Kurbelte mit seiner Schnelligkeit immer wieder Angriffe der Bayern ein und traf mit einem trockenen Schuss aus halbrechter Position zum 2:0 (24.) - es war der Wegbereiter zum 20. Pokalsieg der Vereinsgeschichte. SPORT1-Note: 2,5 © Getty Images
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THOMAS MÜLLER (bis 87.): Ein unauffälliges Finale des Ur-Bayers. Erzielte allerdings fast das 2:0, weil er unfreiwillig einen Gnabry-Schuss aus 14 Metern abfälschte. Bayer-Keeper Lukas Hradecky reagierte allerdings stark. Hatte kaum Aktionen in Hälfte zwei. SPORT1-Note: 3,5 © Getty Images
KINGSLEY COMAN (bis 64.): Der Franzose war zu Beginn sehr aktiv und spielte einen tollen Pass auf Goretzka. Bediente auch mustergültig Lewandowski (55.). Ein ordentliches Spiel des schnellen Flügelspielers. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
ROBERT LEWANDOWSKI: Die bayerische Lebensversicherung zeigte sich enorm fleißig und scheute kaum einen Zweikampf. Holte den Freistoß vor dem 1:0 raus, da ihn Tapsoba rustikal fällte. Verzog in den Berliner Himmel nach tollem Coman-Pass (55.). Traf dann aber ohne lange zu fackeln aus 20 Metern und mithilfe von Hradecky zum 3:0 (59.). Lupfte nach Perisic-Vorlage zum 4:1 ein (89.). SPORT1-Note: 1 © Getty Images
IVAN PERISIC (ab 64.): Kam für Coman in die Partie und spielte fortan auf der linken Außenbahn. Bereitete mit einer tollen Vorarbeit das 4:1 durch Lewandowski vor (89.). Hatte viele gute Aktionen. SPORT1-Note: 2 © Getty Images
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LUCAS HERNÁNDEZ (ab 69.): Der Franzose kam für den angeschlagenen Boateng ins Spiel und ging in die Innenverteidigung. Füllte seine Rolle passabel aus. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
THIAGO (ab 87.): Der wechselwillige Spanier kam für eine Benotung zu spät © Getty Images
PHILIPPE COUTINHO (ab 87.): Auch der Brasilianer wurde für eine Benotung zu spät eingewechselt © Getty Images
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SPORT1: Traditionsvereine tun sich offenbar schwer bei der Modernisierung. Neugründungen wie RB Leipzig hingegen haben sportlichen Erfolg und polarisieren. Wie stehen Sie dazu? (Hier geht's zum Exklusiv-Interview mit Dietmar Hopp)

Rummenigge: Ich bin kein Freund von Anfeindungen und erst recht nicht davon, wenn Leute wie Dietmar Hopp (Mäzen der TSG Hoffenheim, Anm. d. Red.) und Dietrich Mateschitz (Gründer von Red Bull, Anm. d. Red.) beleidigt werden. Die 18 Mannschaften der Bundesliga haben sich sportlich qualifiziert und sind damit startberechtigt. Wir müssen uns davon lösen, alles immer ausschließlich an Tradition und Historie festzumachen.

SPORT1: Sie versuchen seit 2006 den Salary Cap einzuführen. Ist jetzt der Zeitpunkt dafür gekommen?

Rummenigge: Nicht ich wollte den Salary Cap einführen, sondern die UEFA. Ich war damals in meiner Eigenschaft als ECA-Präsident lediglich mit am Tisch. Eine Gehaltsobergrenze war damals nicht durchsetzbar und ich denke, dass sich das auch nicht ändern wird. Ein stringenteres Financial Fair Play 3.0 könnte der Schlüssel sein.

Rummenigge: Müssen mit Transfersummen verantwortungsvoller umgehen

SPORT1: In der Corona-Krise ist erneut eine Wertediskussion aufgekommen. Worauf muss sich der Fußball wieder konzentrieren?

Rummenigge: Die Frage ist doch: Welche Werte haben Gültigkeit und von welcher Partei? Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass wir mit Transfersummen und Spielergehältern wieder etwas verantwortungsvoller und rationaler umgehen müssen. Wie wir das in Zukunft erreichen können - und zwar in ganz Europa - wird man diskutieren müssen.

Bayerns legendäre "10er": In diese großen Fußstapfen tritt Sané

SPORT1: Bleiben wir beim Sané-Transfer. Sind 50 Millionen Euro Ablöse und 17 Millionen Jahresgehalt für Sie rational?

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Rummenigge: Der FC Bayern hat noch nie zu kolportierten Summen Stellung bezogen. Das entscheidende Kriterium innerhalb einer Mannschaft ist es, ein faires Gehaltsgefüge herzustellen, dass der Leistung der einzelnen Spieler jeweils gerecht wird. Das ist uns in der Vergangenheit gut gelungen, der FC Bayern ist in der Welt des Fußballs dafür bekannt, solide und seriös zu wirtschaften.

SPORT1: Wie war es früher?

Rummenigge: Die Zahlen im Fußball waren schon zu allen Zeiten sehr hoch. Als ich in den 70er-Jahren zum FC Bayern kam, verdiente Franz Beckenbauer inklusive Werbeeinnahmen auch schon siebenstellig. Das war im Vergleich zum Umsatz, der bei zwölf Millionen D-Mark lag, außerordentlich viel. Aber Franz war zu dieser Zeit der beste Spieler der Welt und das Aushängeschild des Vereins, also war er es auch wert.

Thiago nach Liverpool? Rummenigge skeptisch

Bayerns Geschäftsmodell bis Februar "eines der sichersten der Welt"

SPORT1: Können Sie infolgedessen das Geschäftsmodell des FC Bayern erklären?

Rummenigge: Das war bis diesen Februar eines der sichersten der Welt. Wenn die Mannschaft sportlich performte, indem sie mindestens das Achtelfinale in der Champions League erreicht und im Pokal sehr weit kommt, dann wussten wir am 30. Juni immer, dass das Jahr finanziell okay wird. Im Forecast gehen wir aber immer vom Worst Case aus. Wir rechnen also nur damit, dass wir die Champions League erreichen, nur die Spiele in der Gruppenphase machen, und nur in die zweite Runde des DFB-Pokals kommen. Mit mehr planen wir nicht.

Die SPORT1 News sind zurück! Alles aus der Welt des Sports immer um 19.30 Uhr im TV auf SPORT1, auf SPORT1.de und in der SPORT1-App

SPORT1: Es wird wieder eine Umverteilung der TV-Gelder gefordert, um mehr Chancengleichheit zu gewährleisten. Verstehen Sie die Forderungen?

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Rummenigge: Die DFL wurde vor 20 Jahren gegründet und bei jeder TV-Vermarktung gab es seitdem große Diskussionen um die Verteilung der Einnahmen. Es wurden dann aber immer sehr solidarische und faire Lösungen gefunden, die immer von allen 36 Vereinen mitgetragen wurden. Ich bin überzeugt, dass dies der DFL-Führung auch diesmal gelingen wird.

SPORT1: Mehr Geld für kleinere Vereine, weniger für die Großen. Kann damit eine höhere Wettbewerbsfähigkeit sichergestellt werden?

Rummenigge: Ich werde nicht zu denen gehören, die diese Diskussion mit Äußerungen befeuern werden. Ich habe während der Corona-Zeit festgestellt, dass die größte Stärke der Bundesliga in der Harmonie und Loyalität bestand, mit der man der Krise gemeinsam begegnet ist. Diesen Spirit sollte man beibehalten.