Anzeige

Stimmen zum DFB-Pokalfinale: Bayer Leverkusen - FC Bayern

Stimmen: "Tut ein bisschen weh"

Hradecky: "Manchmal sieht man wie ein Depp aus"

Die Spieler des FC Bayern freuen sich zwar über den Titel, vermissen aber die Fans. Lukas Hradecky hadert mit seinem Patzer. Die Stimmen.

Der FC Bayern hat am Samstag zum 13. Mal das nationale Double geholt.

Der Deutsche Meister setzte sich im DFB-Pokal-Finale mit 4:2 (2:0) gegen Bayer Leverkusen durch (Spielplan und Ergebnisse).

Anzeige

Die Spieler der Münchner sind wegen des gewonnenen Titels zwar glücklich, wegen der Umstände aber auch etwas traurig. Lukas Hradecky findet, sein Fehler hat "alles kaputt gemacht" (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker).

Der CHECK24 Doppelpass mit Jochen Schneider und Thomas Berthold am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

SPORT1 fasst die Stimmen von ARD, Sky und aus der Mixed Zone zusammen:

Alaba-Traumtor und Hradecky-Bock: So holte Bayern den Pokal

David Alaba(Verteidiger FC Bayern) - wie es sich anfühlt, ohne Fans zu feiern: "Um ehrlich zu sein wirklich schön. Natürlich hätten wir gerne unsere Fans dabei gehabt, aber wir wollten trotzdem mit der leeren Kurve ein Dankeschön an unsere Fans sagen. Wir sind überhappy, dass wir den Pokal mit nach Hause nehmen."

über den Freistoß: "Wir wollten eigentlich etwas anderes machen. Dann habe ich mich umentschieden. Gott sei Dank hat es geklappt. Eigentlich wollten wir den Ball querlegen und draufschießen."

Thomas Müller (Mittelfeldspieler FC Bayern): "Es ist ein bisschen ein trauriger Moment. Die Liga ist unser Daily business. Aber wenn in so einem Pokalfinale in diesem herrlichen Stadion, wenn da die Fans fehlen …, da habe ich bei der Siegerehrung ne nachdenkliche Minute gehabt, wenn ich ehrlich bin. Das ist nicht das Gleiche. Wir haben es über weite Strecken gut gemacht, aber es tut auch ein bisschen weh."

über die Feierpläne: "Wir müssen uns ja ein bisschen an die ortsübliche Gesetzeslage halten. Aber ich glaube wir finden ein ruhiges Plätzchen, das danach nicht mehr ganz so ruhig ist."

Anzeige

DFB-Pokal Pur - Der Weg ins Finale und die Highlights von Leverkusen vs. Bayern am Sonntag ab 9.30 Uhr im TV auf SPORT1

Robert Lewandowski (Angreifer FC Bayern): "Wir haben richtig gut gespielt, haben vorne attackiert und standen defensiv gut. In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir die bessere Mannschaft sind und Pokalsieger werden wollen. Bei meinem ersten Tor habe ich gemerkt, dass der Torhüter ein bisschen vorne steht. Da habe ich gedacht, dass ich es einfach versuche. Das war eine kleine Überraschung, aber man muss es immer probieren. Ich freue mich, dass wir als ganze Mannschaft gut gespielt haben."

Und am Ende jubeln wieder die Bayern: Die Münchner gewinnen das Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen mit 4:2, insbesondere Robert Lewandowski sticht einmal mehr heraus. Bayer-Hoffnungsträger Kai Havertz bleibt dagegen blass. Die SPORT1-Einzelkritik © Getty Images
LUKAS HRADECKY: Fand mit einer Parade gegen Coman gut ins Spiel, war dann bei Alabas schönem Freistoß und Gnabrys sattem Schuss machtlos. Sorgte dann aber für den Leverkusener Tiefpunkt, als er Lewandowskis Volleyschuss auf kuriose Weise ins eigene Tor beförderte und alle Leverkusener Chancen auf ein Comeback zunichtemachte - Slapstick pur. SPORT1-Note: 5 © Getty Images
LARS BENDER (bis 81. Minute): Seine lange Zwangspause (Comeback am 27. Juni nach über viermonatiger Verletzungspause) war ihm hin und wieder anzumerken - auf der rechten Abwehrseite nicht immer auf der Höhe wie in dieser Szene gegen Müller. Insgesamt aber ein ordentlicher Auftritt - mit Luft nach oben. SPORT1-Note: 4 © Getty Images
SVEN BENDER: Rettete gegen Lewandowski in höchster Not - der Assistent hob dann aber doch die Fahne (38.). Hauchte seinem Team mit dem Kopfball zum 1:3 neues Leben ein. War definitiv der bessere der beiden Innenverteidiger, rannte vor dem 1:4 aber Perisic vergeblich hinterher. SPORT1-Note: 4 © Getty Images
Anzeige
EDMOND TAPSOBA: Verursachte mit einem plumpen Stoßen gegen Lewandowski den Freistoß, den Alaba zum 1:0 verwandelte. Lief auch beim 0:2 nur hinterher. Bis zur Pause dann immerhin ein, zweimal zur Stelle. Leichtfertiger Ballverlust gegen Lewandowski (54.), der eine Ecke einbrachte. Auch vor Lewandowskis 3:0 schläfrig. SPORT1-Note: 5 © Getty Images
WENDELL: Rettete in höchster Not gegen den einschussbereiten Goretzka (8.), riss Gnabry im Strafraum zwei Mal riskant zu Boden (11./30.) - zu wenig für einen Elfmeter. Schlechtes Stellungsspiel beim 0:2. Trat Goretzka unglücklich, aber böse, und kassierte zu Recht Gelb. Nach der Pause etwas verbessert, stark, wie er einen Ball vor dem Aus rettete (72.). SPORT1-Note: 4,5 © Getty Images
JULIAN BAUMGARTLINGER (bis 45.): Sein versuchter Diagonalball in der 24. Minute wurde von Kimmich abgeblockt und entwickelte sich zum Bumerang, der das 0:2 herbeiführte. Musste dann zur Pause runter. SPORT1-Note: 4,5 © Getty Images
CHARLES ARÁNGUIZ: Starkes Tackling gegen Lewandowski (7.), auch sonst in mehreren Szenen aufmerksam wie in seiner antizipierten Grätsche (20.). Nach vorne unauffälliger, aber bis zur Pause bester Bayer-Akteur. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
Anzeige
MOUSSA DIABY: Steigerte sich in der zweiten Halbzeit deutlich, nachdem er in Hälfte eins außer einer gefährlichen Hereingabe (im Abseits) wenig zu Stande brachte. Bärenstarker Antritt in der 57. Minute, in dessen Folge Volland seine (suboptimale) Hereingabe zum 1:2 hätte verwerten müssen. Ließ weitere gute Aktionen folgen. Dann allerdings fatal, wie ihm eine weitere Flanke misslang, was verdientermaßen böse Worte der Kollegen nach sich zog. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
NADIEM AMIRI (bis 45.): Unglückliche Partie. Gefährliches Dribbling, das sich nicht rächte (32.), vergab dann eine Großchance (42.), bei der er allerdings im Abseits stand. Zu Recht zur Pause runter. SPORT1-Note: 5 © Getty Images
LEON BAILEY (bis 76.): Erste Schusschance für Bayer (14.), vergab dann eine Riesenchance (31.) - Glück, dass es ohnehin Abseits war. Gefährliche Aktion in der 75. Minute, als Pavards Knie bei seinem Schuss wohl das 2:3 verhinderte. SPORT1-Note: 3,5 © Getty Images
KAI HAVERTZ: Spielte erstmals in dieser Saison gegen Bayern und kam zunächst im Sturmzentrum zum Einsatz. Hing aber lange völlig in der Luft (17 Ballkontakte bis zur Pause). Deutlich auffälliger in versetzter Position nach dem Seitenwechsel. Allerdings auch bei einigen Pässen zu ungenau. Traf dann immerhin vom Punkt perfekt zum 2:4. SPORT1-Note: 4,5 © Getty Images
Anzeige
KEVIN VOLLAND (ab 46.): Sollte in der zweiten Halbzeit neuen Schwung bringen - und leistete sich dann die vermeintlich größte Slapstick-Aktion der Partie, als er völlig freistehend im Strafraum neben den Ball trat. Immerhin stellte sich Hradecky kurze Zeit später noch ungeschickter an. Volland agierte auch danach unglücklich, als er mehrere Anspiele immer wieder knapp verpasste oder nicht kontrollieren konnte. SPORT1-Note: 4,5 © Getty Images
KEREM DEMIRBAY (ab 46.): Kam nach der Pause für Baumgartlinger und sollte mehr Akzente setzen als der Österreicher. In Form seiner Ecke auf Sven Bender gelang ihm das zumindest in Ansätzen. Sorgte dann für Leverkusens dritte Slapstick-Aktion, als er eine weitere Ecke direkt ins Toraus beförderte. SPORT1-Note: 3,5 © Getty Images
KARIM BELLARABI (ab 76.): Wurde eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt. Versuchte einiges, wirklich gelungene Aktionen: Fehlanzeige. Auffälligste Szene, als er Diaby für dessen misslungene Hereingabe anbrüllte. SPORT1-Note: 4 ©
MITCHELL WEISER (ab 81.): Verhinderte mit seinem Fuß den Querpass Goretzkas auf zwei freie Bayern-Spieler und damit das vermeintliche 1:4, das später dann doch noch fiel. Sonst ohne größere Akzente. SPORT1-Note: ohne Bewertung ©
Anzeige
MANUEL NEUER: Nahezu beschäftigungslos in Hälfte eins, weil sich die Leverkusener kaum etwas zutrauten. Einen strammen Schuss von Lars Bender (45.) hielt er ohne Probleme. War einmal unsicher beim Herauslaufen (56.). Drosch kurze Zeit später den Ball nach vorne und servierte zu Lewandowskis 3:0 (59.). SPORT1-Note: 2,5 © Getty Images
BENJAMIN PAVARD: Unauffälliges Spiel des Franzosen auf der rechten Seite. Pavard hatte öfter das Nachsehen gegen Bayers schnellen Leon Bailey. Blockte in der 90. Minute einen gefährlichen Schuss von Moussa Diaby ab. SPORT1-Note: 3,5 © Getty Images
JÉRÔME BOATENG (bis 69.): Stand an der Seite von Alaba wie schon in den vergangenen Monaten sicher und zuverlässig. Brillierte mit starkem Stellungsspiel. Rettete stark nach einer scharfen Havertz-Hereingabe (63.). Musste dann verletzt raus. SPORT1-Note: 2 © Getty Images
DAVID ALABA: Der Abwehr-Boss hielt hinten die Viererkette zusammen und besorgte mit einem traumhaften Freistoß-Tor zum 1:0 (16.) in die rechte obere Torecke die wichtige Bayern-Führung. Sah nicht gut aus beim 1:3-Kopfballtreffer durch Sven Bender (64.). SPORT1-Note: 2,5 © Getty Images
Anzeige
ALPHONSO DAVIES: Als wäre er schon Jahre dabei, lieferte Davies im Finale eine erneut starke Leistung ab. Defensiv war der 19-Jährige konsequent und offensiv immer wieder bemüht. Er ist der Gewinner dieser Bayern-Saison. SPORT1-Note: 2,5 © Getty Images
JOSHUA KIMMICH: Der Dauerbrenner demonstrierte mit seiner Körpersprache, dass er das Double unbedingt gewinnen wollte. Schubste erst Havertz weg (15.), bereitete dann mit einem sehenswerten Tiefenpass das 2:0 durch Gnabry vor (24.). Leitete auch das 4:1 ein. SPORT1-Note: 2 © Getty Images
LEON GORETZKA: Handelte etwas zu langsam, als ihn Coman im Strafraum gut freispielte. Wendell blockte seinen Schuss (8.). 20 Minuten später wurde er schmerzhaft vom Brasilianer an der Mittellinie gefällt. Wendell traf ihn am Knöchel. Spielte ansonsten solide und mit viel Ruhe. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
SERGE GNABRY (bis 87.): Kurbelte mit seiner Schnelligkeit immer wieder Angriffe der Bayern ein und traf mit einem trockenen Schuss aus halbrechter Position zum 2:0 (24.) - es war der Wegbereiter zum 20. Pokalsieg der Vereinsgeschichte. SPORT1-Note: 2,5 © Getty Images
Anzeige
THOMAS MÜLLER (bis 87.): Ein unauffälliges Finale des Ur-Bayers. Erzielte allerdings fast das 2:0, weil er unfreiwillig einen Gnabry-Schuss aus 14 Metern abfälschte. Bayer-Keeper Lukas Hradecky reagierte allerdings stark. Hatte kaum Aktionen in Hälfte zwei. SPORT1-Note: 3,5 © Getty Images
KINGSLEY COMAN (bis 64.): Der Franzose war zu Beginn sehr aktiv und spielte einen tollen Pass auf Goretzka. Bediente auch mustergültig Lewandowski (55.). Ein ordentliches Spiel des schnellen Flügelspielers. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
ROBERT LEWANDOWSKI: Die bayerische Lebensversicherung zeigte sich enorm fleißig und scheute kaum einen Zweikampf. Holte den Freistoß vor dem 1:0 raus, da ihn Tapsoba rustikal fällte. Verzog in den Berliner Himmel nach tollem Coman-Pass (55.). Traf dann aber ohne lange zu fackeln aus 20 Metern und mithilfe von Hradecky zum 3:0 (59.). Lupfte nach Perisic-Vorlage zum 4:1 ein (89.). SPORT1-Note: 1 © Getty Images
IVAN PERISIC (ab 64.): Kam für Coman in die Partie und spielte fortan auf der linken Außenbahn. Bereitete mit einer tollen Vorarbeit das 4:1 durch Lewandowski vor (89.). Hatte viele gute Aktionen. SPORT1-Note: 2 © Getty Images
Anzeige
LUCAS HERNÁNDEZ (ab 69.): Der Franzose kam für den angeschlagenen Boateng ins Spiel und ging in die Innenverteidigung. Füllte seine Rolle passabel aus. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
THIAGO (ab 87.): Der wechselwillige Spanier kam für eine Benotung zu spät © Getty Images
PHILIPPE COUTINHO (ab 87.): Auch der Brasilianer wurde für eine Benotung zu spät eingewechselt © Getty Images

Serge Gnabry (Offensivspieler FC Bayern): "Wir sind megaglücklich, dass wir heute das Double geholt haben. In der ersten Halbzeit hatten wir das Spiel völlig unter Kontrolle, hätten noch ein, zwei Tore mehr machen können. Danach hatte Leverkusen viele Konter, aber im Endeffekt gewinnen wir 4:2, und das ist das Wichtigste."

Manuel Neuer (Torhüter FC Bayern): "Wir haben in den letzten Wochen erlebt, wie motiviert und hungrig der FC Bayern ist. Was wir erreicht haben, ist etwas ganz Besonderes. Die Einstellung war sensationell. Wir haben jetzt eine kleine Pause, und dann werden wir uns top vorbereiten und natürlich versuchen, das Triple einzufahren."

Hansi Flick(Trainer FC Bayern): "Wir gehen mit Stolz aus dem Stadion, dass wir das geschafft haben. Was die Mannschaft in den letzten Wochen geleistet hat, ist sensationell. Die Einstellung ist einfach fantastisch. Ich bin sehr, sehr happy. Wie die Mannschaft performt, ist außerordentlich. Heute gibt es nur Freude."

Sind diese Bayern jetzt reif fürs Triple, Herr Flick?

Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsvorsitzender): "Das ist der 50. nationale Titel. Das ist das Wichtigste. Nach dem 3:0 haben wir es etwas zu gierig gespielt. Da hätten wir noch in die Bredouille kommen können. Die Mannschaft hat eine Top-Saison gespielt. Da kann man nur ein großes Kompliment machen."

Anzeige

über die Feierpläne: "Wir werden mit einem guten Glas anstoßen. Wenn man das Double gewinnt, ist es auch wichtig, dass man die Mannschaft auch hochleben lässt. Ab Morgen haben sie dann Urlaub. Corona ist dann für die Burschen mal für zwölf Tage ausgesetzt. Dass sie einfach mal regenerieren, sich erholen. Wenn sie zurückkommen, geht's in eine kurze Quarantäne. Und dann Vorbereitung auf die Champions League. Da haben wir große Ziele, nachdem wir das Double gewonnen haben."

Lukas Hradecky (Torhüter Bayer Leverkusen): "Bayern war stark. Die zwei Gegentore haben uns noch mehr in Schwierigkeiten gebracht. Dann haben wir umgestellt, aber mein Fehler hat alles kaputt gemacht."

... über seinen Patzer vor dem 0:3: "Manchmal sieht man wie ein Depp aus. Aber das Leben geht weiter."

Lars Bender (Abwehrspieler Bayer Leverkusen): "Wir waren am Anfang nicht im Spiel. Da hat uns der Mut gefehlt, das Vertrauen, die Erfahrung. Dann liegst du zurück, und dann wird es verdammt schwer. Vielleicht merkte man da, dass es das erste Finale für den einen oder anderen war. Aber man muss von der ersten Minute an da sein und den Glauben haben, so eine Mannschaft zu spielen. Es waren Momente da, aber die haben wir leider verpasst."

Peter Bosz (Trainer Bayer Leverkusen): "Bayern war die bessere Mannschaft, über 90 Minuten. In der ersten Halbzeit war sehr viel Raum da, da muss der letzte Pass besser sein. Deswegen waren wir nicht gefährlich. In der zweiten Halbzeit war es ein bisschen besser. Da kann es noch ein richtiges Spiel werden, aber das war leider nicht der Fall. In der ersten Halbzeit haben wir vorne mit drei sehr schnellen Spielern gespielt, hätten aber hinter die Kette kommen müssen. Das hat nicht geklappt, aber die Möglichkeiten waren da. Was wir versucht haben, war richtig, es hat leider nicht geklappt."