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DFB-Pokal, Finale: Bayer Leverkusen - FC Bayern 2:4 - Lewandowski trifft doppelt

Bayern ballert sich zum Double

Alaba-Traumtor und Hradecky-Bock: So holte Bayern den Pokal

Dem 30. Meistertitel folgt der 20. Pokalsieg: Der FC Bayern macht im DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen das Double perfekt - dank einer starken ersten Hälfte.

Traumtore, Slapstick - und phasenweise ein wilder Ritt! Der FC Bayern hat sich vor allem dank einer bärenstarken ersten Halbzeit das Double gesichert.

Der Rekordchampion machte damit das doppelte Jubiläum perfekt und feierte nach dem 30. Meistertitel dank eines 4:2 (2:0)-Erfolgs gegen Bayer Leverkusen seinen 20. Pokaltriumph in der Vereinsgeschichte. Der Traum vom Triple lebt damit weiter. (Spielplan und Ergebnisse)

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"Das ist der 50. nationale Titel. Das ist das Wichtigste", sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge in der ARD. "Nach dem 3:0 haben wir es etwas zu gierig gespielt. Da hätten wir noch in die Bredouille kommen können. Die Mannschaft hat eine Top-Saison gespielt. Da kann man nur ein großes Kompliment machen. Wir werden mit einem guten Glas anstoßen."

Sind diese Bayern jetzt reif fürs Triple, Herr Flick?

Bayern-Trainer Flick stolz auf seine Mannschaft

Und Trainer Hansi Flick meinte bei Sky: "Wir gehen mit Stolz aus dem Stadion, dass wir das geschafft haben. Was die Mannschaft in den letzten Wochen geleistet hat, ist sensationell. Die Einstellung ist einfach fantastisch. Ich bin sehr, sehr happy. Wie die Mannschaft performt, ist außerordentlich. Heute gibt es nur Freude."

Der CHECK24 Doppelpass mit Jochen Schneider und Thomas Berthold am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Serge Gnabry vermisste die Zuschauer. "Man würde den Pokal gerne mit den Fans feiern. Das ist ein kleines Symbol, dass wir auch an sie denken. Wir sind dankbar, dass sie uns immer unterstützt haben. Wir sind einfach mega-glücklich heute das Double geholt zu haben", sagte der Nationalspieler.

David Alaba brachte das Flicks Team mit einem sehenswerten Freistoß (16.) früh auf Kurs. Serge Gnabry legte nach einem Traumpass von Joshua Kimmich noch vor der Pause nach (24.). (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Und am Ende jubeln wieder die Bayern: Die Münchner gewinnen das Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen mit 4:2, insbesondere Robert Lewandowski sticht einmal mehr heraus. Bayer-Hoffnungsträger Kai Havertz bleibt dagegen blass. Die SPORT1-Einzelkritik © Getty Images
LUKAS HRADECKY: Fand mit einer Parade gegen Coman gut ins Spiel, war dann bei Alabas schönem Freistoß und Gnabrys sattem Schuss machtlos. Sorgte dann aber für den Leverkusener Tiefpunkt, als er Lewandowskis Volleyschuss auf kuriose Weise ins eigene Tor beförderte und alle Leverkusener Chancen auf ein Comeback zunichtemachte - Slapstick pur. SPORT1-Note: 5 © Getty Images
LARS BENDER (bis 81. Minute): Seine lange Zwangspause (Comeback am 27. Juni nach über viermonatiger Verletzungspause) war ihm hin und wieder anzumerken - auf der rechten Abwehrseite nicht immer auf der Höhe wie in dieser Szene gegen Müller. Insgesamt aber ein ordentlicher Auftritt - mit Luft nach oben. SPORT1-Note: 4 © Getty Images
SVEN BENDER: Rettete gegen Lewandowski in höchster Not - der Assistent hob dann aber doch die Fahne (38.). Hauchte seinem Team mit dem Kopfball zum 1:3 neues Leben ein. War definitiv der bessere der beiden Innenverteidiger, rannte vor dem 1:4 aber Perisic vergeblich hinterher. SPORT1-Note: 4 © Getty Images
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EDMOND TAPSOBA: Verursachte mit einem plumpen Stoßen gegen Lewandowski den Freistoß, den Alaba zum 1:0 verwandelte. Lief auch beim 0:2 nur hinterher. Bis zur Pause dann immerhin ein, zweimal zur Stelle. Leichtfertiger Ballverlust gegen Lewandowski (54.), der eine Ecke einbrachte. Auch vor Lewandowskis 3:0 schläfrig. SPORT1-Note: 5 © Getty Images
WENDELL: Rettete in höchster Not gegen den einschussbereiten Goretzka (8.), riss Gnabry im Strafraum zwei Mal riskant zu Boden (11./30.) - zu wenig für einen Elfmeter. Schlechtes Stellungsspiel beim 0:2. Trat Goretzka unglücklich, aber böse, und kassierte zu Recht Gelb. Nach der Pause etwas verbessert, stark, wie er einen Ball vor dem Aus rettete (72.). SPORT1-Note: 4,5 © Getty Images
JULIAN BAUMGARTLINGER (bis 45.): Sein versuchter Diagonalball in der 24. Minute wurde von Kimmich abgeblockt und entwickelte sich zum Bumerang, der das 0:2 herbeiführte. Musste dann zur Pause runter. SPORT1-Note: 4,5 © Getty Images
CHARLES ARÁNGUIZ: Starkes Tackling gegen Lewandowski (7.), auch sonst in mehreren Szenen aufmerksam wie in seiner antizipierten Grätsche (20.). Nach vorne unauffälliger, aber bis zur Pause bester Bayer-Akteur. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
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MOUSSA DIABY: Steigerte sich in der zweiten Halbzeit deutlich, nachdem er in Hälfte eins außer einer gefährlichen Hereingabe (im Abseits) wenig zu Stande brachte. Bärenstarker Antritt in der 57. Minute, in dessen Folge Volland seine (suboptimale) Hereingabe zum 1:2 hätte verwerten müssen. Ließ weitere gute Aktionen folgen. Dann allerdings fatal, wie ihm eine weitere Flanke misslang, was verdientermaßen böse Worte der Kollegen nach sich zog. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
NADIEM AMIRI (bis 45.): Unglückliche Partie. Gefährliches Dribbling, das sich nicht rächte (32.), vergab dann eine Großchance (42.), bei der er allerdings im Abseits stand. Zu Recht zur Pause runter. SPORT1-Note: 5 © Getty Images
LEON BAILEY (bis 76.): Erste Schusschance für Bayer (14.), vergab dann eine Riesenchance (31.) - Glück, dass es ohnehin Abseits war. Gefährliche Aktion in der 75. Minute, als Pavards Knie bei seinem Schuss wohl das 2:3 verhinderte. SPORT1-Note: 3,5 © Getty Images
KAI HAVERTZ: Spielte erstmals in dieser Saison gegen Bayern und kam zunächst im Sturmzentrum zum Einsatz. Hing aber lange völlig in der Luft (17 Ballkontakte bis zur Pause). Deutlich auffälliger in versetzter Position nach dem Seitenwechsel. Allerdings auch bei einigen Pässen zu ungenau. Traf dann immerhin vom Punkt perfekt zum 2:4. SPORT1-Note: 4,5 © Getty Images
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KEVIN VOLLAND (ab 46.): Sollte in der zweiten Halbzeit neuen Schwung bringen - und leistete sich dann die vermeintlich größte Slapstick-Aktion der Partie, als er völlig freistehend im Strafraum neben den Ball trat. Immerhin stellte sich Hradecky kurze Zeit später noch ungeschickter an. Volland agierte auch danach unglücklich, als er mehrere Anspiele immer wieder knapp verpasste oder nicht kontrollieren konnte. SPORT1-Note: 4,5 © Getty Images
KEREM DEMIRBAY (ab 46.): Kam nach der Pause für Baumgartlinger und sollte mehr Akzente setzen als der Österreicher. In Form seiner Ecke auf Sven Bender gelang ihm das zumindest in Ansätzen. Sorgte dann für Leverkusens dritte Slapstick-Aktion, als er eine weitere Ecke direkt ins Toraus beförderte. SPORT1-Note: 3,5 © Getty Images
KARIM BELLARABI (ab 76.): Wurde eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt. Versuchte einiges, wirklich gelungene Aktionen: Fehlanzeige. Auffälligste Szene, als er Diaby für dessen misslungene Hereingabe anbrüllte. SPORT1-Note: 4 ©
MITCHELL WEISER (ab 81.): Verhinderte mit seinem Fuß den Querpass Goretzkas auf zwei freie Bayern-Spieler und damit das vermeintliche 1:4, das später dann doch noch fiel. Sonst ohne größere Akzente. SPORT1-Note: ohne Bewertung ©
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MANUEL NEUER: Nahezu beschäftigungslos in Hälfte eins, weil sich die Leverkusener kaum etwas zutrauten. Einen strammen Schuss von Lars Bender (45.) hielt er ohne Probleme. War einmal unsicher beim Herauslaufen (56.). Drosch kurze Zeit später den Ball nach vorne und servierte zu Lewandowskis 3:0 (59.). SPORT1-Note: 2,5 © Getty Images
BENJAMIN PAVARD: Unauffälliges Spiel des Franzosen auf der rechten Seite. Pavard hatte öfter das Nachsehen gegen Bayers schnellen Leon Bailey. Blockte in der 90. Minute einen gefährlichen Schuss von Moussa Diaby ab. SPORT1-Note: 3,5 © Getty Images
JÉRÔME BOATENG (bis 69.): Stand an der Seite von Alaba wie schon in den vergangenen Monaten sicher und zuverlässig. Brillierte mit starkem Stellungsspiel. Rettete stark nach einer scharfen Havertz-Hereingabe (63.). Musste dann verletzt raus. SPORT1-Note: 2 © Getty Images
DAVID ALABA: Der Abwehr-Boss hielt hinten die Viererkette zusammen und besorgte mit einem traumhaften Freistoß-Tor zum 1:0 (16.) in die rechte obere Torecke die wichtige Bayern-Führung. Sah nicht gut aus beim 1:3-Kopfballtreffer durch Sven Bender (64.). SPORT1-Note: 2,5 © Getty Images
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ALPHONSO DAVIES: Als wäre er schon Jahre dabei, lieferte Davies im Finale eine erneut starke Leistung ab. Defensiv war der 19-Jährige konsequent und offensiv immer wieder bemüht. Er ist der Gewinner dieser Bayern-Saison. SPORT1-Note: 2,5 © Getty Images
JOSHUA KIMMICH: Der Dauerbrenner demonstrierte mit seiner Körpersprache, dass er das Double unbedingt gewinnen wollte. Schubste erst Havertz weg (15.), bereitete dann mit einem sehenswerten Tiefenpass das 2:0 durch Gnabry vor (24.). Leitete auch das 4:1 ein. SPORT1-Note: 2 © Getty Images
LEON GORETZKA: Handelte etwas zu langsam, als ihn Coman im Strafraum gut freispielte. Wendell blockte seinen Schuss (8.). 20 Minuten später wurde er schmerzhaft vom Brasilianer an der Mittellinie gefällt. Wendell traf ihn am Knöchel. Spielte ansonsten solide und mit viel Ruhe. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
SERGE GNABRY (bis 87.): Kurbelte mit seiner Schnelligkeit immer wieder Angriffe der Bayern ein und traf mit einem trockenen Schuss aus halbrechter Position zum 2:0 (24.) - es war der Wegbereiter zum 20. Pokalsieg der Vereinsgeschichte. SPORT1-Note: 2,5 © Getty Images
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THOMAS MÜLLER (bis 87.): Ein unauffälliges Finale des Ur-Bayers. Erzielte allerdings fast das 2:0, weil er unfreiwillig einen Gnabry-Schuss aus 14 Metern abfälschte. Bayer-Keeper Lukas Hradecky reagierte allerdings stark. Hatte kaum Aktionen in Hälfte zwei. SPORT1-Note: 3,5 © Getty Images
KINGSLEY COMAN (bis 64.): Der Franzose war zu Beginn sehr aktiv und spielte einen tollen Pass auf Goretzka. Bediente auch mustergültig Lewandowski (55.). Ein ordentliches Spiel des schnellen Flügelspielers. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
ROBERT LEWANDOWSKI: Die bayerische Lebensversicherung zeigte sich enorm fleißig und scheute kaum einen Zweikampf. Holte den Freistoß vor dem 1:0 raus, da ihn Tapsoba rustikal fällte. Verzog in den Berliner Himmel nach tollem Coman-Pass (55.). Traf dann aber ohne lange zu fackeln aus 20 Metern und mithilfe von Hradecky zum 3:0 (59.). Lupfte nach Perisic-Vorlage zum 4:1 ein (89.). SPORT1-Note: 1 © Getty Images
IVAN PERISIC (ab 64.): Kam für Coman in die Partie und spielte fortan auf der linken Außenbahn. Bereitete mit einer tollen Vorarbeit das 4:1 durch Lewandowski vor (89.). Hatte viele gute Aktionen. SPORT1-Note: 2 © Getty Images
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LUCAS HERNÁNDEZ (ab 69.): Der Franzose kam für den angeschlagenen Boateng ins Spiel und ging in die Innenverteidigung. Füllte seine Rolle passabel aus. SPORT1-Note: 3 © Getty Images
THIAGO (ab 87.): Der wechselwillige Spanier kam für eine Benotung zu spät © Getty Images
PHILIPPE COUTINHO (ab 87.): Auch der Brasilianer wurde für eine Benotung zu spät eingewechselt © Getty Images

Bayer-Keeper Hradecky patzt folgenschwer

In der Halbzeit brachte Peter Bosz mit Kevin Volland und Kerem Demirbay zwei frische Offensivkräfte. Das Spiel wurde deutlich lebhafter. Unmittelbar nachdem Volland freistehend vor Manuel Neuer ein Luftloch schlug, düpierte Robert Lewandowski mit einem Distanzschuss Lukasz Hradecky (59.), der sich den Ball selbst durch die Beine faustete.

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Hradecky: "Manchmal sieht man wie ein Depp aus"

Sven Bender konnte per Kopf nach einer Ecke (63.) für Leverkusen verkürzen. Kurz darauf hätte Leverkusen sogar nachlegen können, aber Kai Havertz und Volland kamen bei einer Flanke einen Schritt zu spät.

Boateng angeschlagen ausgewechselt

Jérôme Boateng musste nach einer Rettungstat angeschlagen ausgewechselt werden, für ihn kam Lucas Hernández. Boateng wurde an der linken Kniekehle behandelt.

Die Abwehr der Münchner wirkte daraufhin nicht mehr so sattelfest. Bayer spielte aber einige Überzahlsituationen zu unpräzise aus. Dann machte Lewandowski (89.) mit einem feinen Lupfer den Deckel drauf. Es war der insgesamt achte Treffer des Polen in einem Pokalfinale - Rekord.

Der von Kai Havertz (90.+5) eindrucksvoll in den Winkel geschossene Handelfmeter viel nicht weiter ins Gewicht.

Bayern mit Chance aufs Triple

Die Bayern können die ohnehin sportlich erfolgreiche Saison im August zusätzlich veredeln. Im Finalturnier der Champions League kämpfen die Münchner um den ersehnten Triumph in der Königsklasse.

Leverkusen blieb wie im Ligaduell vor vier Wochen (2:4) eine Stunde lang ohne Chance und verpasste im vierten Pokalfinale der Vereinshistorie den ersten Titel seit dem Pokalsieg im Jahr 1993.

DFB-Pokal Pur - Der Weg ins Finale und die Highlights von Leverkusen vs. Bayern am Sonntag ab 9.30 Uhr im TV auf SPORT1

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Dem 77. Finale des DFB-Pokals fehlte, was das Endspiel in Berlin stets so besonders macht: die Fans. Die knapp 75.000 Plätze waren wegen der Corona-Pandemie verwaist, die in den Vereinsfarben geschmückten Kurven ließen den sonst so stimmungsvollen Rahmen nur erahnen.

Bayern übernimmt früh das Kommando

Im Münchner Block waren die Namen Hunderter Fanklubs aufgelistet, die Gegenseite war in rot-schwarz gehalten und mit einer Aufforderung an die Leverkusener versehen: "Holt den Pokal nach Lev. Schreibt Geschichte" stand auf einem Banner.

Nach durchwachsenem Start übernahm der Favorit aus München aber zunehmend die Kontrolle. Nach Ballgewinnen schaltete Flicks Team blitzartig um und sorgte mit Vorstößen über die starke Achse im Zentrum für Gefahr. Thomas Müller (8.) und Kingsley Coman (10.) ließen gute Möglichkeiten ungenutzt, kurz darauf nahm Alaba aus rund 18 Metern genau Maß.

Leverkusen wirkte geschockt und fand in der Folge kaum Zugriff. Bayern dominierte, kombinierte sicher und löste die vereinzelten Konter mit großer individueller Klasse. Die Außenverteidiger Benjamin Pavard und besonders Alphonso Davies überzeugten.

Auch offensiv glänzten die Roten. Joshua Kimmich spielte nach einer guten Balleroberung Gnabry auf der Außenbahn frei. Der Nationalspieler ließ Lukas Hradecky im Leverkusener Tor erneut keine Abwehrchance. Nach dem zweiten Tor reduzierte München etwas das Tempo, blieb aber immer Herr der Lage. Im zweiten Durchgang wurde das Spiel offener, aber der Bayern-Triumph geriet auch wegen der Leverkusener Unzulänglichkeiten nie ernsthaft in Gefahr.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)