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NFL: Tom Brady irritiert mit Umgang mit Corona - Fans gespalten

Ignorant? Brady spaltet seine Fans

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Tom Brady ignoriert Empfehlungen der Spielergewerkschaft und sorgt nicht nur bei seinen Fans für Unverständnis. Das Verhalten des Superstars gibt Rätsel auf.

Was passieren kann, wenn man als Superstar des Sports zu leger mit den Gefahren des Coronavirus umgeht, wurde zuletzt am Beispiel Novak Djokovic deutlich.

Der serbische Tennis-Spieler hat durch sein Verhalten und die damit verbundene Erkrankung an COVID-19 einen herben Imageverlust erlitten.

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Ein Mega-Star einer anderen Sportart spielt aktuell ebenfalls mit dem Feuer. Tom Brady sorgt mit Gruppentrainings derzeit für Aufsehen.

NFLPA rät von Training ab - Brady ignoriert's

Zwar macht die Quarterback-Legende nichts Verbotenes, vorbildlich ist Bradys Verhalten aber keinesfalls, da er sich ebenso wie seine Teamkollegen den Empfehlungen der Spielergewerkschaft NFLPA widersetzt.

Seit geraumer Zeit veranstalten Brady, Rob Gronkowski und weitere Spieler der Tampy Bay Buccaneers an der Berkeley Preparatory School in Florida - ein Hotspot in Sachen Neuinfektionen - gemeinsame Trainingseinheiten, um sich auf die neue NFL-Saison vorzubereiten, die Mitte September starten soll. Von mindestens einem Dutzend Spieler war die Rede.

Die NFLPA hatte eindringlich davon abgeraten, Gruppentrainings abzuhalten. Von den Franchises organisiertes Training ist noch nicht erlaubt, weshalb sich die Spieler privat fit halten.

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Brady postete mehrfach Bilder von den Einheiten und verteidigte diese – es gebe "keine Ausreden", schrieb er beispielsweise.

Missachtungen der Corona-Regeln für Brady folgenlos

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hatte sich der 42-Jährige bereits mehrfach am Limit der Legalität oder darüber hinaus bewegt. Zwar waren der kuriose Besuch bei Trainer Bruce Arians und der Rauswurf aus einem Park im April eher Lappalien – positive Auswirkungen auf Bradys Ansehen hatten die Aktionen jedoch nicht.

Diesen Eindruck hat auch ein früherer Teamkollege des Spielmachers, der mit den New England Patriots sechs Mal den Super Bowl gewonnen hat. "Es ist so uncharakteristisch", urteilte Christian Fauria bei WEEI Radio Network und ergänzte: "Der Kerl, den wir in den letzten 20 Jahren gesehen haben? Das war nicht Tom Brady, das war Clark Kent (Bürgerlicher Name von Superman, Anm. d. Red.). Was wir nun sehen, ist der wahre Tom Brady."

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Der Name Tom Brady war für 20 Jahre untrennbar mit den New England Patriots verbunden. Doch mit 42 Jahren wagt der legendäre Quarterback noch mal einen neuen Anlauf in der NFL und verlässt seine langjährige Heimat © Getty Images
Brady kehrt den Patriots den Rücken und unterschreibt aller Voraussicht nach einen über mehrere Jahre laufenden Vertrag bei den Tampa Bay Buccaneers. Er ist nicht der einzige Sportstar, der im Karriere-Herbst eine neue Herausforderung sucht. SPORT1 hat sich umgeschaut © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/iStock
TOM BRADY: Der Quarterback wurde im NFL-Draft 2000 von den Patriots in der sechsten Runde gepickt und entwickelte sich zu einem der besten Footballer aller Zeiten. Sechs Mal gewann er den Super Bowl. Nun will er die Buccaneers zu neuen Erfolgen führen © Getty Images
JOE MONTANA: Der mindestens ebenso legendäre Quarterback spielte 14 Jahre lang für die San Francisco 49ers und gewann mit ihnen vier Mal die Meisterschaft. Nach einer langen Verletzungspause wechselte er mit 37 Jahren noch für zwei Saisons zu den Kansas City Chiefs und führte sie ins Halbfinale © Getty Images
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WAYNE GRETZKY: "The Great One" entschloss sich nach vielen Jahren für Edmonton und die L.A. Kings und einer unbefriedigenden Saison bei den St. Louis Blues, mit 35 Jahren zu den New York Rangers zu wechseln. Dort blieb er drei Jahre bis zu seinem Karriereende und schrieb seine Legende weiter © Getty Images
ALLEN IVERSON: Der Guard spielte in seiner 14. NBA-Saison wieder bei den Philadelphia 76ers, bei denen er auch seine Karriere begonnen hatte. Doch mit 35 Jahren zog es "The Answer" zu Besiktas Cola Istanbul. Ein Abenteuer, das nach zehn Einsätzen und einer schweren Verletzung beendet war © Getty Images
MICHAEL JORDAN: Drei Jahre nach seinem zweiten Karriereende und der zweiten Laufbahn bei den Chicago Bulls entschied sich "Air Jordan" erneut zu einem Comeback und unterschrieb im Alter von 38 Jahren bei den Washington Wizards, für die die NBA-Legende noch zwei Saisons auflief © Getty Images
PASCAL HENS: "Pommes" lief von 2003 bis 2016 für den HSV Hamburg in der Handball-Bundesliga auf. Nach der HSV-Insolvenz und dem Rückzug aus dem Spielbetrieb trieb es Hens mit 36 Jahren zum Karriereausklang nach Midtjylland (Dänemark) und zur HBW Balingen-Weilstetten © Getty Images
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MICHAEL SCHUMACHER: Der Formel-1-Rekordweltmeister beendete nach sieben WM-Titeln in 15 Jahren bei Benetton und Ferrari seine Karriere, nur um vier Jahre später zurückzukehren. Im Alter von 41 Jahren unterschrieb er dann nochmals für zwei Saisons bei Mercedes © Getty Images
ALAIN PROST: Der Franzose fungierte nach drei WM-Titeln in den 80er Jahren im Jahr 1992 nur noch als Testfahrer, wagte ein Jahr später aber bei Williams einen neuen Anlauf als Stammpilot - und gewann die Weltmeisterschaft vor seinem großen Rivalen und Nachfolger Ayrton Senna © Getty Images
FRANZ BECKENBAUER: Nach 427 Spielen für den FC Bayern verabschiedete sich der "Kaiser" zu Cosmos New York - nur um drei Jahre später mit 35 nochmals in die Bundesliga zum Hamburger SV zu wechseln. Beckenbauer absolvierte 28 Spiele in zwei Jahren und ging dann zurück nach New York © Getty Images
BASTIAN SCHWEINSTEIGER: Den "ewigen Bayern" zog es nach 13 Jahren in München zu Manchester United, weil er noch einmal eine neue Erfahrung machen wollte. In England lief es jedoch nicht rund, mit 33 Jahren zog Schweinsteiger weiter zu Chicago Fire in die MLS © Getty Images
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MIROSLAV KLOSE: Der deutsche Länderspiel-Rekordtorschütze wechselte mit 33 Jahren vom FC Bayern zu Lazio Rom und erlebte dort noch fünf erfolgreiche Jahre. Während seiner Italien-Zeit wurde Klose 2014 in Brasilien außerdem Weltmeister © Getty Images
ANDRÉS INIESTA: Der spanische Welt- und Europameister kehrte 2018 nach 23 (!) Jahren dem FC Barcelona den Rücken und ließ seine Karriere mit 34 Jahren bei Vissel Kobe in Japan ausklingen. Für Barcas Profis lief er 443 Mal auf (35 Tore) © Getty Images
XAVI: Mit Iniesta bildete Xavi einst ein herausragendes Mittelfeld-Duo bei Barca, mittlerweile ist der 40-Jährige jedoch in Katar heimisch. Bei Barca verbrachte er fast 25 Jahre, seit 2015 ist er erst als Spieler und nun als Trainer für Al-Sadd beim WM-Gastgeber 2022 aktiv © Getty Images
DIDIER DROGBA: 2012 verabschiedete sich der Ivorer als Bayern-Schreck im "Finale dahoam" vom FC Chelsea. Über China und Galatasaray Istanbul fand er 2014 jedoch den Weg zurück zu den Blues, nur um ein Jahr später in die MLS weiter zu ziehen © Getty Images
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THIERRY HENRY: Die Arsenal-Legende zog nach acht Jahren bei den Gunners weiter zum FC Barcelona und von dort zu den New York Red Bulls. 2012 wurde er jedoch für zwei Monate zurück zu Arsenal verliehen und schoss dort im Alter von 35 Jahren noch zweimal das Siegtor im FA Cup und in der Liga © Getty Images
GÜNTER NETZER: Der Weltmeister von 1974 verbrachte seine Jugend und lange Zeit als Profi bei Borussia Mönchengladbach. Mit 29 Jahren schloss er sich dann jedoch Real Madrid an, seine Karriere beendete er 1977 nach einer Saison bei den Grasshoppers Zürich in der Schweiz © imago
RAÚL: Die Real-Legende spielte zwischen 1994 und 2010 550 Mal für die Königlichen (228 Tore), bevor er sich Schalke 04 anschloss. Auch in der Bundesliga erfreute sich der Stürmer großer Beliebtheit. Nach zwei Jahren und einem CL-Halbfinale bei S04 ließ er seine Karriere in Katar und den USA ausklingen © Getty Images
CRISTIANO RONALDO: Wie Raúl brachte es auch der Portugiese bei Real zu Weltruhm und gewann fünf Mal den Ballon d’Or als bester Fußballer der Welt. Mit 33 Jahren zog es CR7 dann jedoch zu Juventus Turin, mit denen er im vergangenen Jahr die italienische Meisterschaft gewann © Getty Images

Zwar muss man Brady zu Gute halten, dass er sich mit Golf und Pokern an der finanziellen Unterstützung von Corona-Erkrankten eingesetzt hat, doch nicht nur Fauria macht sich ein wenig Sorgen um den Ehemann von Supermodel Gisele Bündchen. Fans des Football-Oldies und der Bucs äußerten sich in den sozialen Medien zwiegespalten.

Fans reagieren unterschiedlich

Einigen missfallen die Trainingseinheiten. Begriffe wie Schwachkopf, Idiot oder weit schlimmere Beleidigungen sind zu lesen. "Kein kluger Mann", twitterte etwa ein Fan.

Andere wiederum sind von Bradys Ehrgeiz und Siegeswillen begeistert. "Das ist mein QB!", machte ein Anhänger deutlich. Die Fraktion der Befürworter lobt die Furchtlosigkeit, mit der Brady die Situation meistert – immer vollen Fokus auf seine Mission mit den Buccaneers. "Das einzige was wir fürchten müssen, ist die Furcht selbst", postete Brady ein Zitat von Franklin D. Roosevelt.

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Stellt Brady damit sportlichen Erfolg über die Gesundheit - seiner eigenen und die der Bevölkerung? Bucs-Coach Arians jedenfalls warnte Mitte Juni in einem Statement genau davor, dies zu tun. Er erinnerte Fans daran, Masken zu tragen und auf Social Distancing zu achten: "Es ist wichtig, dass wir alle zeigen, dass wir auf die Gesundheit der Gemeinschaft achten."

Brady und einige Teamkollegen haben sich diesen Appell offenbar nicht zu Herzen genommen.