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easyCredit BBL: ALBA Berlin besiegt MHP Riesen Ludwigsburg und ist Meister

Titel! ALBA bricht Bayern-Dominanz

Double perfekt! So ausgelassen feiert ALBA die Meisterschaft

ALBA Berlin gewinnt dank einer abgebrühten Leistung im Rückspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg das Finalturnier der easyCredit BBL und ist Meister 2020.

Das Warten hat ein Ende: Nach einer Durststrecke von zwölf Jahren ist ALBA Berlin wieder die Nummer eins im deutschen Basketball. Der einstige Seriensieger gewann beim Endturnier der easyCredit BBL in München dank einer über weite Strecken souveränen Vorstellung mit 75:74 (42:35) auch das zweite Finalspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg und holte sich mit einem Gesamtvorsprung von 24 Punkten seine neunte deutsche Meisterschaft. Erstmals seit 2003 dürfen die Berliner damit auch das Double feiern.

Am Samstag startet der große Showdown um die Deutsche Meisterschaft in der easycredit BBL. Mit dabei ist auch Rickey Paulding von den EWE Baskets Oldenburg, der als einziger noch aktiver BBL-Spieler zu den All-Time-Topscorern gehört. SPORT1 zeigt die Top 10 © SPORT1-Montage: Veith Nurtsch/GettyImages/imago/iStock
Rang 10 – CALVIN OLDHAM (5568 Punkte): Der US-Amerikaner spielte zwischen 1983 und 1995 in der BBL, die längste Zeit davon in Bayreuth. Auch als Trainer war er lange Zeit in Deutschland aktiv, unter anderem als Assistenzcoach bei ALBA Berlin. Seit 2016 trainiert er in Japan © Imago
Rang 9 – DERRICK TAYLOR (5906): Auch die Nummer neun der besten Topscorer aller Zeiten kommt aus den Staaten. Taylor spielte mit Unterbrechungen in Deutschland, unter anderem in Frankfurt, Bamberg und Bayreuth. Zuletzt trainierte er den BBC Coburg © Getty Images
Rang 8 – HENNING HARNISCH (6152): Der Vizepräsident von ALBA Berlin spielte die längste Zeit seiner aktiven Karriere bei Bayer Leverkusen. Mit dem Nationalteam gewann er die Europameisterschaft. Durch seine spektakuläre Spielweise wurde der Dunk in der BBL populär © Getty Images
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Rang 7 – DERRICK ALLEN (6173): In insgesamt 477 BBL-Spielen erzielte der US-Amerikaner die siebtmeisten Punkte eines Spielers aller Zeiten. Seit 2019 fungiert Allen als Assistenzcoach bei Überraschungsteam RASTA Vechta © Getty Images
Rang 6 – JULIUS JENKINS (6176): Der in Florida geborene Guard war bis zuletzt neben Rickey Paulding der einzige noch aktive Profi in der besten Zehn der Topscorer. Mit Bamberg gewann der Finals-MVP von 2008 zweimal die Meisterschaft. Von 2016 bis 2019 war er in Jena aktiv © Getty Images
Rang 5 – CARL BROWN (6317): Mit seiner Körpergröße von "nur" 1,77 m performte er in zehn seiner insgesamt 14 BBL-Jahre in Trier. Nach seiner aktiven Zeit in Deutschlands bester Basketball-Liga war er noch ein weiteres Jahr in der Regionalliga in Trier aktiv © Getty Images
Rang 4 – MICHAEL KOCH (6404): Seit 2018 ist der Europameister von 1993 in Limassol als Trainer aktiv. Als Spieler wirbelte er unter anderem für Gießen und Leverkusen. Während seiner Zeit in Bayreuth kandidierte er für den Stadtrat – und scheiterte © Imago
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Rang 3 – JARVIS WALKER (6582): In der Spielzeit 1992/93 durfte sich der US-Amerikaner bester Werfer der Saison nennen. Während seiner gesamten Karriere spielte er für nur ein Team – ratiopharm Ulm. Inzwischen lebt er wieder in den USA und arbeitet in einer Chemiefabrik © Imago
Rang 2 – RICKEY PAULDING (6874): Für ihn gibt es nur Oldenburg. Seit 2007 zaubert Paulding bei den Baskets und hat sich zum zweitbesten Scorer der BBL-Historie hochgearbeitet. Um auf Rang eins zu springen, müsste der inzwischen 37-Jährige wohl noch mindestens sechs Jahre spielen. Nächstes Ziel ist aber wohl erst einmal der Titel in der BBL © Getty Images
Rang 1 - MICHAEL JACKEL (10.789): Mit riesigem Abstand thront der Deutsch-Kanadier als bester Werfer der BBL-Geschichte auf Platz eins. Sieben Jahre lang trat er im Trikot der Bamberger auf das Parkett. Meister wurde er zuvor bereits je zweimal mit Göttingen und Köln. Jackel lebt heute in Kanada © Imago
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"Ich brauche noch ein paar Momente, um das zu realisieren", sagte Berlins Nationalspieler Johannes Thiemann bei MagentaSport: "Es ist eine verdammt komische Situation, aber wir sind glücklich, dass wir es geschafft haben. Unglaublich, dass wir das Double geholt haben." Der Ludwigsburger Jonas Wohlfarth-Bottermann war trotz des Scheiterns "sehr stolz. Keiner hatte auf dem Zettel, dass wir nochmal so zurückkommen. Alba war das Maß der Dinge."

Den Pokal hatte sich ALBA zum zehnten Mal bereits im Februar gegen die EWE Baskets Oldenburg gesichert, vor allem in den beiden Endspielen um die deutsche Meisterschaft demonstrierte der Vierte der abgebrochenen Hauptrunde dann seine derzeitige Ausnahmestellung.

Ludwigsburg wieder ohne MVP Knight

Dem glanzvollen 88:65 gegen die Riesen am Freitag folgte am Sonntag ein weiterer überzeugender Auftritt gegen die erneut geschwächten Riesen: Wie bereits im ersten Spiel fehlte Topscorer und Antreiber Marcos Knight wegen einer Verletzung am rechten Knöchel. Der US-Amerikaner wurde von den Kapitänen der zehn teilnehmenden Teams trotzdem zum wertvollsten Spieler (MVP) des Turniers gewählt.

Er sei stolz auf die Auszeichnung, bezeichnete das Fehlen in den Finalspielen aber als "härteste Zeit in seiner Karriere", erklärte Knight bei MagentaSport.

"Titel sind das Salz in der Suppe, es ist eine totale Freude, Titel zu gewinnen", hatte Berlins Geschäftsführer Marco Baldi bereits vor den letzten 40 Minuten der Saison gesagt. Und diese Freude wollte sich Alba nach dem Spiel am Freitag auch nicht mehr nehmen lassen.

Nach einem fehlerhaften Beginn beider Finalisten riss die Mannschaft des spanischen Trainers Aito Garcia Reneses das Spiel gegen Ende des ersten Viertels an sich: Zu diesem Zeitpunkt betrug der Gesamtvorsprung bereits 33 Punkte, zur Halbzeit 30 Punkte, nach drei Vierteln 36 Punkte.

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Bayern scheitert im Viertelfinale

In den beiden vergangenen Jahren hatte ALBA, Dauermeister in der BBL von 1997 bis 2003, jeweils die Finalserie um die Meisterschaft gegen Bayern München verloren. In eigener Halle schied der Titelverteidiger allerdings schon im Viertelfinale gegen Ludwigsburg aus.

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Die Berliner mit ihrem gut besetzten Kader präsentierten sich im Audi Dome dagegen als homogene Mannschaft, die ihrer Rolle als Mitfavorit mit zehn Siegen aus zehn Spielen jederzeit gerecht wurde. 

Dieser Dunk begeistert sogar NBA-Star Schröder

Mit dem ersten Meistertitel seit zwölf Jahren zahlt sich auch die Beharrlichkeit von Marco Baldi aus. Mit Leidenschaft und Hingabe hatte er in den vergangenen Jahren daran gearbeitet, die dominierenden Bamberger (Meister 2010 bis 2013 und 2014 bis 2017) und Münchner (Meister 2014, 2018, 2019) wieder zu überflügeln.

Trainer Aito seit Jahren an der Seitenlinie

In der Coronakrise gelang es ihm - gegen eine Ludwigsburger Mannschaft, die nach den Kraftakten im Viertelfinale gegen den FC Bayern und im Halbfinale gegen ratiopharm Ulm am Ende ihrer Kräfte war. 

Seit mittlerweile drei Jahren arbeitet Baldi zusammen mit Aito an der Entwicklung des Großprojektes ALBA: Dieses ist in erster Linie auf die Förderung der Jugend ausgerichtet. Die Finalteilnahme in München war dennoch bereits die siebte von insgesamt acht möglichen unter dem spanischen Trainer.

"Diese Konstanz hat kaum ein Team in Europa - oder nur ganz wenige", sagte Baldi. Und in Deutschland derzeit keines.

Das zweite Finale im Stenogramm:

MHP Riesen Ludwigsburg - ALBA Berlin 74:75 (35:42)
Beste Werfer: Wimbush (19), Smith (15), Weiler-Babb (14) für Ludwigsburg - Giffey (14), Hermannsson (14), Eriksson (13), Nnoko (12) für Berlin
Zuschauer: keine