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Frauen im Motorsport mit Kleinschmidt, Flörsch, Kaltenborn

Diese Frauen prägten den Motorsport

Sophia Flörsch (v.l.), Jutta Kleinschmidt und Monisha Kaltenborn hinterlassen im Motorsport ihre Spuren

Sophia Flörsch (v.l.), Jutta Kleinschmidt und Monisha Kaltenborn hinterlassen im Motorsport ihre Spuren © SPORT1-Grafik: Imago/iStock

Sophia Flörsch und Monisha Kaltenborn sind im AvD Motorsport Magazin zu Gast. Nicht die ersten erfolgreichen Frauen in der Männerdomäne. SPORT1 stellt die Damen vor.

Die erfolgreichsten Frauen im Motorsport zum Durchklicken:

Der Motorsport ist eine absolute Männerdomäne - früher wie heute. Doch mehr und mehr hinterlassen starke Frauen ihre Spuren. Mit Laureus-Gewinnerin Sophia Flörsch hat Deutschland derzeit eine Fahrerin in der Formel 3, die in dieser Saison auch in der der European Le-Mans-Serie startet © Getty Images
Im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 (Montagabend ab 21.45 Uhr LIVE im TV) spricht die 19-Jährige über ihren Werdegang und Frauen im Motorsport. Doch Flörsch ist nicht alleine zu Gast © Getty Images
Auch die frühere Formel-1-Teamchefin und Teambesitzerin Monisha Kaltenborn wird LIVE zugeschaltet sein. Formel-1-Expertin Bianca Garloff komplettiert die Runde ©
Doch wie viele Frauen saßen bereits in einem Cockpit und wer konnte Akzente setzen? SPORT1 zeigt die erfolgreichsten Frauen im Rennsport © SPORT1-Grafik: Imago/iStock
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MARIA TERESA DE FILIPPIS: Sie war eine echte Revoluzzerin, die erste Frau, die in die Männerdomäne einbrach. 1958 stieg sie in Monaco in die Automobil-Weltmeisterschaft (Vorgänger der Formel 1) ein, verpasste mit einem Maserati 250F aber die Qualifikation zum Rennen um fünf Sekunden. Beim Rennen in Belgien fuhr die Italienerin vom 19. auf den zehnten Platz © Getty Images
Daneben fuhr sie in Portugal und Italien, schaffte es aufgrund von technischen Problemen nicht ins Ziel. Legendär ist der ihr verwehrte Start in Frankreich. Heute unvorstellbar: Der Organisator des Frankreich-GP ließ sie nicht starten. "Er sagte, der einzige Helm, den eine Frau tragen sollte, ist der beim Friseur", erzählte de Filippis einmal © dpa Picture Alliance
Bei den drei Einsätzen im Maserati blieb es, denn 1959 schaffte sie es beim Monaco-Lauf in einem geliehenen Formel-2-Porsche nicht über den 21. Platz hinaus - ihre schnellste Rundenzeit wurde im allerletzten Durchgang gestrichen. Es sollte 15 Jahre dauern, bis es wieder eine Frau in die Formel 1 schaffte © Imago
LELLA LOMBARDI: Die erfolgreichste Frau feierte ihr Debüt 1974, scheiterte aber zunächst in der Quali. 1975 und 1976 fuhr sie für March, Williams und RAM insgesamt zwölf Rennen. Und holte als bislang einzige Frau etwas Zählbares: Im Abbruchsrennen von Spanien 1975 fuhr sie als Sechste einen halben WM-Punkt ein © Getty Images
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Trauriger Fakt: Der Große Preis von Österreich am 15. August 1976 war ihr letztes Rennen und es ist zugleich das bis heute letzte F1-Rennen, an dem eine Frau teilnahm. Nur noch drei weitere Damen waren nah dran. Was aber auch bedeutet: Sie schrammten an einer Teilnahme vorbei © Getty Images
DESIRE WILSON: Die Südafrikanerin gewann mit einem Formel-1-Rennwagen sogar ein Rennen - das geht gerne unter. Wilson feierte am 7. April 1980 in einem Wolf-Ford einen Start-Ziel-Sieg in Brands Hatch © Getty Images
Ihr Pech: Das Rennen absolvierte sie zwar in einem Formel-1-Auto, allerdings "nur" in der britischen Formel-1-Meisterschaft. Für die WM war sie drei Monate später gemeldet, schaffte in ihrem Williams-Cosworth aber die Quali nicht © Getty Images
DIVINA GALICA: Die Britin versuchte sich mit vergleichsweise stolzen 28 Jahren im Rennsport. Dreimal nahm sie Anlauf, um sich 1976 und 1978 für ein Formel-1-Rennen zu qualifizieren. Sie scheiterte jedoch © Getty Images
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Schnell unterwegs war sie trotzdem, denn erfolgreicher war ihre Karriere im Wintersport: Ende der 1960er und 1970er Jahre war sie die erfolgreichste Skirennläuferin Großbritanniens, nahm dreimal an den Olympischen Winterspielen teil © Getty Images
GIOVANNA AMATI: Sie war 1992 die letzte Frau in der Formel 1. Schön war es nicht für sie, wie sie vor einigen Jahren verriet. Unflätige Kommentare, Macho-Gehabe und erschwerte Bedingungen: Sie hatte keine einzige Testfahrt absolviert und der Sitz war nicht auf sie angepasst © Getty Images
Die Folge: Sie verpasste die Quali. Die Medien überschlugen sich mit Häme. "Da war keine Rede davon, dass ich für das schlechteste Team fuhr mit einem völlig unterlegenen Motor und einem Auto, das einfach nicht fuhr. Das war schon sehr frustrierend und erniedrigend", sagte sie © imago
Die männlichen Kollegen? Haben sie komplett ignoriert. Der einzige, der zu ihr kam, war Ayrton Senna. "Alle anderen hatten nur was zu meckern. Gegipfelt hat das alles in Jean Alesi, der gesagt hat, 'Ah, die Formel 1 ist nicht mehr die Formel 1, wenn jetzt auch schon Frauen da fahren.' Als ich mich dann auch nicht qualifizieren konnte, war's das. 'Klar, eine Frau. Wir haben es ja schon immer gesagt' und dergleichen." Insgesamt dreimal scheiterte sie in der "Gurke" in der Qualifikation, dann war das Abenteuer Formel 1 beendet © Getty Images
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SUSIE WOLFF: Die Gattin von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff wollte die erste Frau nach Giovanna Amati werden, die zu einem Grand Prix antreten darf. Wolff schaffte es zum Rennwochenende, fuhr für Williams allerdings "nur" einige Freitagtrainings © Getty Images
An einem Rennen nahm die Schottin nie teil, beendete 2015 ihre Karriere, die sie von 2006 bis 2012 immerhin unter anderem in die DTM geführt hatte. Doch Wolff will noch heute etwas anschieben: Mit ihrem "Dare to be Different"-Projekt unterstützt sie junge Frauen auf dem Weg in den professionellen Motorsport © imago
Zudem ist sie erfolgreiche Teamchefin. In der Formel E leitet sie den Rennstall Venturi © Getty Images
JAMIE CHADWICK: Die 22-Jährige gilt als aktuell aussichtsreichste Kandidatin, hat einen Fuß bereits in der Tür. 2020 weitet sie ihre Arbeit als Simulatorfahrerin bei Williams aus. Außerdem verteidigt die Britin 2020 ihren Titel in der W Series und startet in der Formula Regional European Championship für das Prema Powerteam © Getty Images
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Chadwick: "Wenn man zu einem Team gehört, dann lernt man, wie ein GP-Rennstall funktioniert und arbeitet. Wenn ich einen guten Job mache und da bin, wo ich sein sollte, könnte sich eine Möglichkeit ergeben, und das lässt den Traum etwas realer wirken" © Getty Images
MONISHA KALTENBORN: Die in Indien geborene Österreicherin saß zwar nie selbst in einem Cockpit, hat den Motorsport aber dennoch beeinflusst. Als Juristin kam sie zum F1-Team Sauber, wurde dort in die Geschäftsführung aufgenommen ©
Teamgründer Peter Sauber übertrug ihr 2012 ein Drittel der Anteile, später wurde sie erste Teamchefin in der Formel 1. 2017 wurde sie von ihren Aufgaben entbunden. Nur ein Jahr später gründete sie das Formel-4-Team KDC Racing. Auch ist sie seit 2019 Geschäftsführerin der Formel V, dem Automobil-Rennsport mit F1-Simulatoren © Getty Images
TATIANA CALDERÓN: Die Kolumbianerin kämpft gegen alle Widerstände und Rückschläge. Eine zweite Saison in der Formel 2 wird sie 2020 nicht absolvieren können, dafür wechselte sie als erste Frau in die japanische Super Formula - ebenfalls eine gute Gelegenheit, um auf sich aufmerksam zu machen. Parallel probiert sie sich auch im Langstreckensport aus © Getty Images
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2020 teilt sie sich ein Auto mit Flörsch in der European Le Mans Series. Außerdem ist die 27-Jährige eine aussichtsreiche Kandidatin für die Ferrari-Nachwuchsakademie, schließlich steht sie beim Kundenteam Alfa Romeo als Testfahrerin unter Vertrag. In einem älteren Auto hatte sie erste Testfahrten absolviert © Getty Images
MICHÈLE MOUTON: Sie gilt klassenübergreifend als erfolgreichste Rennfahrerin der Geschichte. Die Französin wurde 1977 erstmals Europameisterin, gewann 1981 in San Remo ihren ersten WM-Lauf und wurde 1982 hinter ihrem Audi-Teampartner Walter Röhrl Vize-Weltmeisterin © xpb.cc
In ihren Audi-Jahren gewann die heute 69-Jährige 1981 und 1982 vier WM-Rallyes. Im von Peugeot Deutschland eingesetzten 205 T 16 holte sie 1986 zudem als bisher einzige Frau den Sieg bei der Deutschen Rallye-Meisterschaft © Getty Images
JUTTA KLEINSCHMIDT: Man kann fast schon davon ausgehen, dass ihr Sieg als erste und bislang einzige Frau bei der Rallye Dakar 2001 im Pajero von Mitsubishi Deutschland ein Triumph für die Ewigkeit sein wird. Sie ist jetzt 58 Jahre alt und als Funktionärin tätig: Kleinschmidt ist Präsidentin der Cross-Country-Rallye-Kommission und kämpft in der FIA-Kommission für Frauen im Motorsport © Getty Images
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Das Frauen-Problem im Rallyesport: "Ich glaube, dass es im Moment sogar einfacher ist, weil man nicht so viel Konkurrenz hat wie früher. Wenn man das Budget findet, kann man sich in ein gutes Team einkaufen. Das Geld zu finden, ist allerdings sehr schwer – für Mann wie Frau. Da wir statistisch schon weniger Frauen haben, bleibt am Ende eben keine Frau übrig, die in einem Top-Fahrzeug sitzt und auch eine Top-Fahrerin ist", sagte sie dem "Standard" © Getty Images
DANICA PATRICK: Sie beendete 2018 ihre Karriere, in der sie zunächst ab 2005 die IndyCar-Serie aufmischte und sich dort einen Namen machte. 2008 holte sie ihren ersten Sieg, es war der erste Erfolg einer Frau im IndyCar überhaupt. 2009 wurde sie Gesamtfünfte, auch sonst hielt sie sich in der Gesamtwertung stets in den Top Ten auf © LAT
Weitere Highlights: Platz vier beim Indy 500 in ihrem Rookie-Jahr, Platz drei 2009. 2010 fing sie an, parallel NASCAR-Rennen zu absolvieren und wechselte 2012 ganz dorthin. An die IndyCar-Erfolge konnte sie aber nicht mehr anknüpfen © Getty Images
ELLEN LOHR: 2020 nahm sie zum 15. Mal an der Rallye Dakar teil. Sie ist immer noch die wohl berühmteste deutsche Rennfahrerin. Ab 1988 fuhr sie zunächst in der Formel 3, ehe sie in der damals besonders populären DTM 1992 als erste und bislang einzige Frau ein Rennen gewann © imago
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Dem Motorsport ist sie bis heute treu geblieben, ob nun bei der Rallye Dakar, beim Truck Racing oder beim EuroNASCAR © Imago
SOPHIA FLÖRSCH: Die Münchnerin startete 2005 im Kartsport, bis sie zehn Jahre später in die Formel 4 wechselte. Zwischen 2016 und 2017 erzielte sie dort als erste Frau Punkte. Das Jahr 2018 wurde für die heute 19-Jährige dramatisch ©
Beim Macau Grand Prix verunglückte die Deutsche schwer. Bei Tempo 276 km/h kollidierte sie mit einem anderen Fahrzeug, wurde ausgehebelt und gegen ein Podest gechleudert. Flörsch erlitt schwere Verletzungen, konnte sich jedoch zurückkämpfen. Bei der Verleihung des Laureus World Sports Award wurde sie im Februar 2020 ... ©
... mit dem Preis für das Comeback des Jahres ausgezeichnet. Aktuell fährt Flörsch in der Formel 3, dazu versucht sie sich in der European Le-Mans-Serie (ELMS), in der sie im September ihre Premiere bei den 24 Stunden von Le Mans feiern wird – in einem reinen Frauen-Team von Richard Mille Racing © Getty Images

Der Motorsport ist eine absolute Männerdomäne - früher wie heute.

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Allerdings haben in der Vergangenheit schon einige starke Damen ihre Spuren hinterlassen. Maria Teresa de Filippis brach als echte Revoluzzerin in die Männerdomäne ein, Jutta Kleinschmidt schaffte als erste und bislang einzige Frau bei der Rallye Dakar einen Gesamtsieg und Ellen Lohr ist als wohl berühmteste deutsche Rennfahrerin dem Motorsport noch heute treu.

Mit Laureus-Gewinnerin Sophia Flörsch hat Deutschland derzeit eine Fahrerin in der Formel 3, die in dieser Saison auch in der der European Le-Mans-Serie startet. Im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 (Montagabend ab 21.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) ist die 19-Jährige zu Gast - wie auch die frühere Formel-1-Teamchefin Monisha Kaltenborn.

SPORT1 zeigt die erfolgreichsten Frauen im Rennsport.