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Paul Heyman: Warum Roman Reigns' Manager als Genie gilt

Warum Paul Heyman als Wrestling-Genie gilt

Paul Heyman zu Beginn seiner Karriere als WCW-Manager "Paul E. Dangerously" © WWE

Paul Heyman ist bekannt als Manager von Brock Lesnar und Roman Reigns. Hinter den Kulissen ist sein Beitrag für die Wrestling-Geschichte noch weit größer.

Am 15. November 2001 hielt Paul Heyman bei WWE eine legendäre Ansprache.

Er warf Vince McMahon, dem Chef der Wrestling-Liga (damals noch WWF) in wüster Art und Weise vor, seine Wrestler zu vergraulen, ihre Träume zu zerstören, aus purem Egoismus. McMahon hätte "Wrestling" zu einem schmutzigen Wort gemacht hat, man könne sich seine Shows nicht mehr angucken: "WWF truly does suck!"

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Die rhetorisch brillant vorgetragegen Worte Heymans - der im selben Jahr seine eigene, kultisch verehrte Promotion ECW (Extreme Championship Wrestling) an die WWF verkauft hatte - waren ein "Worked Shoot", eine Showrede, die Realität und Fiktion vermischte. Und sie trafen damals, als die goldene Zeit namens Attitude Era gerade dabei war, ihren Zenit zu überschreiten, den Nerv vieler Fans.

Die präzise Ansprache des Mannes, der Fans von heute vor allem als Manager von Brock Lesnar und seit neuestem Roman Reigns bekannt ist, ist einer der vielen Gründe, warum Heyman bei Kennern der Szene einen exzellenten Ruf genießt. Er gilt als geniales Mastermind, der von WWE vor allem in Notsituationen immer wieder gerufen wurde, um seine Qualitäten hinter den Kulissen einzubringen - mit gemischten Resultaten: Sein letztes Engagement als Kreativdirektor der Show Monday Night RAW endete nach rund einem Jahr mit seiner Entlassung aus der Rolle.

Wie Heyman zu seinem Ruf kam und warum es trotzdem oft nicht so recht klappt mit ihm und WWE? SPORT1 erklärt es.

Paul Heyman mit großem Gespür für Trends

In seiner langen Karriere, die einst bei WCW als Manager "Paul E. Dangerously" begann, hat Heyman immer wieder bewiesen, dass er ein sicheres Gespür für Trends hat.

Paul Heyman zu Beginn seiner Karriere als WCW-Manager "Paul E. Dangerously"

Heyman stand in den Neunzigern für das Erwachsenwerden des Wrestlings. Während die "Monday Night Wars" zwischen WWF und WCW als die Hochzeit der Branche gelten, war Heyman als Chef und Booker der revolutionären Liga ECW der eigentliche Anstoßgeber für fast alle Ideen, mit denen die WWF WCW schließlich aus dem Feld schlug.

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Auch in späteren Zeiten bewies Heyman, dass er die Zeichen die Zeit zu deuten weiß, er sah genau, wie die Popularität der realen Kampfsportliga UFC und der Boom des ringerisch hochwertigen Independent-Wrestlings nach der Jahrtausendwende auch WWE verändern mussten. Früher als alle anderen wurde er bei WWE deshalb auch zum großen Förderer von CM Punk, der die lebende Verkörperung der Entwicklung war.

Sinn für Talente und deren Stärken

Heyman hat in der Vergangenheit auch vielfach demonstriert, dass er das Handwerk als "Booker" - als kreativer Geist hinter Matches und Storys - exzellent beherrscht. In den acht Monaten, in denn Heyman 2002/03 als Head Writer für SmackDown arbeite, machte er die damalige Sekundärsendung von WWE erfolgreicher als die eigentliche A-Show RAW: bessere Quoten, bessere Verkaufszahlen bei Live-Event-Tickets und Merchandise-Artikeln.

Heymans Verständnis für Talente und seine Einschätzung von Potenzial gehen tiefer als bei quasi allen anderen Branchenkollegen. Er hat einen Sinn dafür, Wrestler, die auf den ersten Blick kaum Starpotenzial besitzen, durch neue Gimmick-Ideen oder bestimmte Kniffe zu Relevanz zu führen.

Bei ECW schuf er eine Reihe unvergesslicher Charaktere aus Wrestlern, die anderswo kaum Beachtung fanden: Raven, Taz, den Sandman, Rob Van Dam, Tommy Dreamer, Sabu, The Public Enemy, die Dudley Boyz und viele andere.

Anderen verhalf er zu neuer Blüte, indem er ihnen kreative Entfaltungsfreiheit gab, statt sie in komplett geskriptete Promos zu zwängen. Davon profitierten bei ECW unter anderem Steve Austin und Mick Foley, bevor sie in der WWF in ungeahnter Weise durchstarteten. Die Verdienste, die sich Heyman bei ECW in dieser Hinsicht erworben hat, sind bei den meisten Fans in besserer Erinnerung als seine Fehler als Geschäftsmann: ECW ging letztlich unter, weil die Liga mit über acht Millionen Dollar Verbindlichkeiten letztlich nicht mehr lebensfähig war.

Hulk Hogan, Shawn Michaels, The Rock und Co.: Das machen die Wrestling-Stars der Achtziger, der Neunziger und der Nuller-Jahre heute? SPORT1 gibt den Überblick © SPORT1-Grafik: Paul Haenel/Getty Images/Imago/Twitter/Instagram
HULK HOGAN: "Whatcha gonna do when Hulkamania runs wild on you?" In den Achtzigern war der Hulkster der Superstar der früheren WWF, mit dem der Showkampf zum globalen Phänomen wurde © Imago
Hogan mehrte seinen Ruhm als Schauspieler, Reality-Star ("Hogan knows best") und durch zahlreiche Show-Auftritte außerhalb des Rings. Vom Wrestling konnte er auch lange nicht lassen, bestritt seinen letzten Kampf erst 2012 - mit 59 © Getty Images
Danach kam Hogan aus unrühmlichen Gründen in die Schlagzeilen: Er wehrte sich gerichtlich gegen die Veröffentlichung eines Sex-Tapes, im Zuge dessen kam eine rassistische Tirade ans Licht. WWE trennte sich wegen des Skandals 2015 vom langjährigen Aushängeschild © Getty Images
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Im Juli 2018 folgte die Begnadigung: Hogan wurde nach diversen Entschuldigungen für sein Verhalten wieder in die Hall of Fame aufgenommen © Getty Images
BRET "HITMAN" HART: Nach der Ära Hogan Eckpfeiler der WWF in den Neunzigern, auch in Deutschland, wo Wrestling damals boomte, enorm populär © WWE
Hart verließ die WWF 1997 im Streit, musste seine Karriere bald darauf wegen einer schweren Kopfverletzung beenden. Das schlechte Verhältnis zum Ex-Arbeitgeber wurde noch schlechter, als Brets Bruder Owen 1999 bei einem missglückten Stunt im WWF-Ring ums Leben kam - woran Bret der Liga die Schuld gab © Imago
Hart versöhnte sich schließlich mit WWE-Chef Vince McMahon und feierte 2010 ein Nostalgie-Comeback. Hat seitdem immer mal wieder Gastauftritte und verdient sein Geld ansonsten mit Auftritten für seine Fans bei Conventions und Ähnlichem sowie als Motivationsredner © Getty Images
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Der heute 61-Jährige hatte nach seinem Karriere-Ende mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 2002 erlitt er einen Schlaganfall, 2016 überstand er eine Prostatakrebserkrankung © instagram.com/brethitmanhart
Tragisch: Harts alte Weggefährten aus der Hart Foundation sind allesamt zu früh verstorben: Bruder Owen Hart (l.) bei einem missglückten Ring-Stunt 1999, Brian Pillman (2.v.l..) 1997 an Herzversagen, Schwager "British Bulldog" Davey Boy Smith 2002 aus demselben Grund, Jim "The Anvil" Neidhart 2018 schließlich infolge von Alzheimer © WWE 2018 All Rights Reserved
STONE COLD STEVE AUSTIN: Ende der Neunziger Anführer der Attitude-Ära, die dem Wrestling einen neuen Popularitätsschub verlieh: Der rebellische Texaner trank Bier im Ring, fluchte und verpasste jedem, der ihm im Weg stand, seine Spezialaktion, den Stone Cold Stunner © Imago
Austin musste seine Karriere 2003 wegen einer Nackenverletzung beenden, blieb WWE aber bis heute mit immer wieder umjubelten Gastauftritten erhalten, etwa als Gastringrichter des WrestleMania-Duells zwischen Donald Trump und Vince McMahon 2007 © Getty Images
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Der heute 53-Jährige ist keine ganz unumstrittene Persönlichkeit, er hatte mehrfach wegen des Vorwurfs häuslicher Gewalt Ärger mit der Justiz. Eine populäre Berühmtheit ist er dennoch geblieben, er moderiert mehrere Reality-Shows im US-Fernsehen sowie einen Podcast und bewirtet ansonsten seine "Broken Skull Ranch" in Texas © Getty Images
Der andere große Star der Attitude-Ära: Dwayne Johnson, für WWE-Fans nur: THE ROCK. Die Popularität des charismatischen Muskelpakets wuchs im neuen Jahrtausend über das Wrestling-Publikum hinaus © Imago
Johnson bekam Angebote aus Hollywood und wurde nach seiner Rolle in "Die Mumie kehrt zurück" zum großen Filmstar, Box-Office-Zugpferd und "Sexiest Man Alive". Kein Wrestling-Star, auch nicht Hogan, war außerhalb des Rings je so erfolgreich wie der 46-Jährige © Getty Images
Johnson aber vergaß seine Wurzeln nicht, kehrte 2011 nach längerer Pause in den WWE-Ring zurück und reichte in zwei großen Matches die Fackel an den neuen Star John Cena weiter. Legt bis heute immer wieder Gastauftritte für WWE hin © Imago
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BATISTA: Ebenfalls inzwischen eine Hollywood-Größe: Ex-Bodybuilder Batista, einer der erfolgreichsten WWE-Stars der Nuller-Jahre © Imago
Der 49-Jährige ergatterte tragende Rollen im Blockbuster "Guardians of the Galaxy" und als Bond-Gegenspieler in "Spectre" © Getty Images
2019 kehrte Batista noch ein letztes Mal in den WWE-Ring zurück und schloss seine Karriere dort mit einem letzten Match gegen den alten Rivalen Triple H ab © WWE 2018 All Rights Reserved
RIC FLAIR: Der "Nature Boy" war schon in den Neunzigern im Legenden-Alter, ein großer und schillernder Rivale von Hogan und vielen anderen, DER Star bei den früheren Konkurrenzverbänden NWA und WCW © Imago
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Flair hatte wie Hogan lange keine Lust auf Ruhestand, bestritt 2008 mit 59 feierlich sein letztes WWE-Match gegen Shawn Michaels - und kam danach noch einmal aus der Rente zurück. Erst seit Ende 2012 ist endgültig Schluss © Getty Images
Flair absolvierte nach seiner Karriere Nostalgie-Auftritte für kleinere Ligen und auf Fan-Conventions, begleitete 2016 eine Weile seine Tochter Charlotte zum Ring - im August 2017 erkrankte Flair schwer (Genaueres verschweigt seine Familie), hat sich aber davon erholt © Getty Images
SHAWN MICHAELS: "I'm just a sexy boy, I'm not your boy toy": Die selbst gesungene Einzugsmusik des "Heartbreak Kid" ist Wrestling-Fans noch in bester Erinnerung - wenn auch nicht unbedingt aus Gründen der musikalischen Qualität © dpa Picture Alliance
Michaels war einer der technisch besten und aufregendsten Wrestler aller Zeiten. 1998 beendete er aufgrund einer Rückenverletzung seine Karriere, kam 2002 zurück und lieferte dem Publikum noch zahlreiche weitere legendäre Duelle © Imago
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Nach seinem letzten, einer WrestleMania-Niederlage gegen den Undertaker 2010, machte Michaels Schluss © Imago
Nach seiner Karriere genoss der 53 Jahre alte Hobby-Jäger das Leben auf seiner Ranch in Texas. Zuletzt heuerte Michaels als Nachwuchstrainer bei WWE an und zog nach Florida © twitter.com/ShawnMichaels
Wenige Monate später entschloss sich HBK dann doch zum Comeback: In seinem ersten Match seit über acht Jahren triumphierte er - mittlerweile mit Glatze - bei WWE Crown Jewel gemeinsam mit Kumpel Triple H gegen Undertaker und Kane © Getty Images
BILL GOLDBERG war der legendäre Star der früheren WWE-Konkurrenzliga WCW in den späten neunziger Jahren © Imago
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2016 feiert Goldberg mit 49 Jahren ein umjubeltes Comeback, das ein Jahr später mit einer Niederlage gegen Brock Lesnar endet. Goldberg ging mit den Worten: "Sag niemals nie". Vor WrestleMania 34 zog er in die WWE Hall of Fame ein, 2019 tritt er gegen den Undertaker nochmal für WWE an © WWE 2017 All Rights Reserved
Was zwischendurch und seitdem war? Goldberg übernahm diverse Film- und Fernsehrollen (Universal Soldier 2, Santa's Slay) und geht seinen Hobbys nach: Er kommentiert MMA-Kämpfe, besitzt ein Box- und Kampfsportzentrum und pflegt seinen Fuhrpark aus 25 Vintage-Karossen © instagram.com/goldberg95
EDGE: Einer der besten Bösewichte der Nuller-Jahre. Der "Rated-R Superstar" etablierte sich als großer Gegenspieler von Superstar John Cena an der WWE-Spitze © Getty Images
2011 endete Edges Karriere allerdings frühzeitig: Eine schwere Nackenverletzung zwang ihn unfreiwillig in den Ruhestand © Getty Images
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Adam Copeland - wie er richtig heißt - ist mittlerweile 45, tritt immer noch regelmäßig im WWE-Programm auf, agiert zudem als Schauspieler und ist verheiratet mit der früheren WWE-Diva Beth Phoenix © twitter.com/EdgeRatedR
CM PUNK: Ein großer Publikumsliebling der späten Nuller-Jahre, wegen seines Charismas und seiner cleveren Interviews vor allem bei den "smarten" Fans beliebt, wurde zum Teil als neuer Steve Austin gefeiert © Getty Images
Punk fühlte sich von WWE aber nicht korrekt behandelt, verließ die Liga 2014 und rechnete in einem Interview mit ihr ab, warf ihr unter anderem vor, durch schlechte medizinische Behandlung sein Leben gefährdet zu haben. Er beendete mit 36 Jahren seine Karriere © Getty Images
Punk versuchte einen sportlichen Neustart, trat als MMA-Kämpfer bei UFC an, verlor seinen Debütkampf gegen Mickey Gall allerdings krachend. Auch ein zweiter Kampf gegen Mike Jackson ging verloren. UFC-Präsident Dana White erklärte anschließend, dass der 40-Jährige keine Zukunft in der MMA-Liga habe © Getty Images
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2019 gab es ein skurriles Comeback im Wrestling-Ring. Getarnt mit einer Maske schlich Punk sich bei einer Mini-Show alter Weggefährten ein. Das Ganze war aber allem Anschein nach nur ein Gag, mit dem Wrestling hat er nach eigenen Angaben abgeschlossen © Getty Images
STING: Als Hogan zur WCW ging, wurde er zu einem großen Rivalen: Sting (l.) war in den Achtzigern und Anfang der Neunziger bereits als bunt bemalter Surfertyp ein Star © Imago
Als Hogan zum Bösewicht wurde, wurde Sting mit einem an den Film "The Crow" angelehnten Charakter als heldenhafter Rächer und Gegenspieler Hogans inszeniert © Getty Images
Der Stinger wechselte nach dem Aus für WCW im Jahr 2001 nicht zu WWE, blieb stattdessen bei kleineren Ligen aktiv - ehe er 2015 (mit 56) doch noch für den Marktführer in den Ring stieg © Imago
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Verletzungsbedingt machte der Stinger 2016 bei seiner Aufnahme in die WWE Hall of Fame schließlich Schluss - kam aber seitdem doch nochmal ins Grübeln. Er hofft nach eigenen Angaben noch auf ein Match mit dem Undertaker. Eher unwahrscheinlich, dass es noch zustande kommt © twitter.com/WWE
KEVIN NASH: Der 2,08-Meter-Riese war in den Neunzigern als "Diesel" WWF-Champion, später gründete er mit Hulk Hogan bei der Konkurrenzliga WCW die legendäre und revolutionäre Gruppierung "New World Order" (nWo) © Imago
Mittlerweile ist Nash 59 und stark lädiert, aber immer noch eine gern für Auftritte jeder Art gebuchte Legende. Feierte auch diverse Comebacks bei WWE und mischte bei einigen Hollywood-Filmen mit, etwa in "John Wick" und "Magic Mike" © instagram.com/Nash5959
SCOTT HALL: Nashs Partner und ebenfalls Gründungsmitglied der nWo, zuvor in der WWF als "The Bad Guy" Razor Ramon einer der größten Charismatiker seiner Zeit. Seine Karriere wurde aber wiederholt durch Alkohol- und Drogenprobleme ausgebremst © instagram.com/scotthallnwo
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Das wilde Leben blieb nicht folgenlos für Halls Gesundheit, er wurde in den vergangenen Jahren wiederholt von schweren gesundheitlichen Problemen geplagt. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit Nostalgie-Auftritten, eine lässige Aura verströmt er noch immer © instagram.com/scotthallnwo
Auch diesem WWF- und WCW-Star ist es nicht gut ergangen: Der muskulöse LEX LUGER wurde in den frühen Neunzigern als Nachfolger von Hogan in Szene gesetzt. Er konnte dem nicht ganz gerecht werden, schlimmer aber war, was hinter den Kulissen passierte © twitter.com/@WWENetwork
Luger, mittlerweile 58, gestand nach seiner Karriere massiven Steroid- und Drogenmissbrauch ein, seine ebenfalls aus WWF und WCW bekannte Freundin Elizabeth starb 2003 an einer Überdosis. 2007 überstand er einen Schlaganfall, ist aber nun auf einen Rollstuhl angewiesen. Zuletzt organisierte er, zum gläubigen Christ bekehrt, wohltätige Wrestling-Events © twitter.com/@GenuineLexLuger
Viele Weggefährten Lugers sind nicht mehr am Leben. Ex-WWF-Champion YOKOZUNA (l.) starb 2000 34-jährig an einem Lungenödem. Curt Hennig alias MR. PERFECT (r.) erlag drei Jahre später mit 44 Jahren einer Drogenvergiftung © twitter.com/@WWENetwork
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Frühe Todesfälle gehörten in den vergangenen Jahren leider immer wieder zum Wrestling. Einer der prominentesten, Ex-Champion EDDIE GUERRERO, der ebenfalls eine Drogen-Vergangenheit hatte, starb 2005 im Alter von 38 Jahren an einem Herzinfarkt © Getty Images
Ein weiterer tragischer Vorfall: Guerreros Weggefährte CHRIS BENOIT tötete 2007 im Alter von 40 Jahren seine Frau, seinen Sohn und sich selbst. In einer posthumen Untersuchung wurden schwere Hirnschäden bei Benoit festgestellt © Imago
Kein langes Leben war auch Hogans legendärem Rivalen ANDRE THE GIANT beschieden. Der ikonische "Big Man", der auch in Hollywood einige Rollen hatte ("Die Braut des Prinzen"), starb 1993 im Alter von 46 Jahren an Herzversagen. Er war durch seinen Riesenwuchs gesundheitlich schwer beeinträchtigt © Getty Images
"ROWDY" RODDY PIPER, Gegner Hogans bei der ersten WrestleMania, Vorbild von Ronda Rousey und Kultfilm-Hauptdarsteller in "Sie leben" erlitt im Jahr 2015 im Alter von 61 Jahren einen tödlichen Herzinfarkt © Getty Images
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In den Achtzigern der wohl größte WWF-Star neben Hulk Hogan, starb RANDY SAVAGE im Mai 2011 mit 58, als er am Steuer seines Wagens einen Herzinfarkt erlitt. Er hatte nicht diagnostizierte Herzprobleme © Getty Images
Unter tragischen Umständen starb auch der ULTIMATE WARRIOR, der 1990 Hulk Hogan als erster WWF-Star bei WrestleMania besiegen durfte. Im Alter von 54 Jahren erlag er 2014 einem Herzinfarkt, wenige Tage nach seiner Aufnahme in die WWE Hall of Fame © Imago

Heymans breite Wertschätzung unter Kollegen beruht auch darauf, dass er keinen bestimmten Wrestlertyp zu bevorzugen scheint: Edeltechniker wie Eddie Guerrero, Kurt Angle oder Chris Benoit waren bei ihm in guten Händen, aber eben auch beeindruckende "Big Men" wie 911, Lesnar oder Big Show. Heyman erkannte bei allen die Stärken und kehrte sie hervor, während er die Schwächen versteckte, so gut es ging.

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Auch in den vergangenen Jahren half Heyman bei WWE ausgewählten Talenten, Beispiele dafür sind neben Lesnar und Reigns Alexa Bliss, Ronda Rousey oder aber auch Aleister Black. Heyman spielte auch eine entscheidende Rolle bei der Inszenierung der Auftritte von Lesnar-Rivale Bill Goldberg seit dessen Comeback 2016, die - bei allem, was man gegen Goldberg sagen kann - weit effektiver und authentischer sind als bei dessen erstem WWE-Engagement 2003/04.

Heyman begleitet nach Brock Lesnar nun Roman Reigns

Warum Heyman bei WWE trotzdem immer wieder durchfiel, wenn er eine offizielle Rolle bekam?

Nach allem, was man weiß, ist das Vehältnis Heymans zu der WWE-Führung um Vince McMahon immer ein ambivalentes geblieben: McMahon schätzt Heymans Handwerk einerseits, andererseits kam es immer wieder zu Konflikten, wenn Heyman vom Ideengeber zum Verantwortlichen befördert wurde.

Aus diesen Gründen nahm nicht nur seine Zeit als SmackDown-Chef letztlich trotz aller Erfolge ein schnelles Ende, ebenso seine Zeit als Fädenzieher des missratenen und gescheiterten ECW-Revivals unter dem WWE-Banner 2006. Als RAW-Verantwortlicher 2019/20 ließ McMahon (der Heyman wie allen Untergebenen viel reingeredet haben soll) seinen Freundfeind fallen, als der die Quotenkrise der Montagsshow nicht beheben konnte: Heyman hatte versucht, mit der Förderung neuer Stars Abhilfe zu schaffen, der Ertrag wurde aus McMahons Sicht nicht früh genug sichtbar.

Das endgültige Ende für Heyman bei WWE war es nicht: Im Sommer 2020 kehrte er als Manager des zum Bösewicht gewandelten Roman Reigns vor die Kamera zurück und mischt auch dahinter wieder mit: Die Inszenierung von Reigns, der seitdem etwa auch auffällig viele MMA-Elemente in sein Repertoire eingebaut hat, trägt unverkennbar Heymans Handschrift.