Anzeige

Undertaker - Brock Lesnar: WWE-Schocker lief übel schief

Taker-Schock lief dramatisch schief

Brock Lesnar beendet bei WrestleMania XXX die Siegesserie des Undertaker mit dem F5 WWE

Brock Lesnar beendet bei WrestleMania XXX die Siegesserie des Undertaker mit dem F5 WWE © Imago

Brock Lesnar beendete 2014 bei WWE die legendäre Siegesserie des Undertaker bei WrestleMania - ganz anders, als der "Deadman" sich es gewünscht hätte.

Es war ein Moment, der Wrestling-Fans in ähnlichem Maße erschütterte wie Schalke-Fans die verpasste Meisterschaft 2001 oder Bayern-Fans das "Drama dahoam": Am 6. April 2014 endete bei WWE die legendäre Siegesserie des Undertaker bei WrestleMania.

Obwohl es sich bei der Niederlage gegen Brock Lesnar um einen inszenierten Drehbuch-Kniff und handelte: Nach 21 Siegen in über zwei Jahrzehnten war "The Streak" emotional derart aufgeladen, dass das Ende bei WrestleMania 30 ähnliche Schockwellen auslöste - und bei den über 70.000 Zuschauern im Superdome von New Orleans für regelrechte Grabesstimmung sorgte.

Anzeige

Und was für den damals 49 Jahre alten Undertaker das eigentlich Bittere war: Die Umsetzung des großen Moments lief ganz und gar nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte.

Ein Mann, ein Mythos: der Undertaker. SPORT1 zeigt seine Karriere in Bildern © SPORT1-Grafik: Paul Haenel/WWE
Bei WrestleMania 36 tritt der Taker mal wieder mit seinem Alter Ego als Biker an - es ist nicht das erste Mal, dass der Undertaker (früheres Kampfgewicht: angeblich 140 Kilo) seinen Look verändert: Im Lauf von fast 30 Jahren WWE-Karriere hat er unzählige Metamorphosen durchgemacht © WWE
So lernten die Fans den Undertaker in den frühen Neunzigern kennen und lieben: Als mystischen Totengräber im Western-Outfit. Anfangs als Bösewicht unterwegs, wurde er 1992 zum Publikumsliebling, indem er sich gegen Jake "The Snake" Roberts (u.) wandte und ihn bei WrestleMania XVII besiegte © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Seinerzeit immer an des Takers Seite: Manager Paul Bearer - ein Wortspiel mit "palbearer" (Sargträger). Bearer arbeitete tatsächlich einmal in einem Bestattungsunternehmen © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Anzeige
Gemeinsames Markenzeichen des Duos: Die Urne, die Bearer trug und aus der der Undertaker der Story nach seine übermenschliche Kraft schöpfte. William Moody, Darsteller des Bearer-Charakters, starb 2013 an einem Herzinfarkt © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Auch mit Maske trat der Undertaker 1995 zwischenzeitlich auf - profaner Grund: eine Knochenverletzung im Gesicht. Der Schutz, den er sich deswegen zulegte, fügte sich gut in seinen Charakter © WWE
Unvergessen: Die Siegesserie des Undertakers bei WrestleMania, der wichtigsten WWE-Show. 1991 begann der "Streak" mit einem Triumph über Jimmy Snuka, 1994 bekam er den massigen King Kong Bundy klein © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
WWF Champion wurde der Undertaker schon recht früh, für kurze Zeit entthronte er 1991 in seiner Bösewichtrolle den legendären Hulk Hogan. Als Publikumsliebling dauerte es etwas länger, bis er zu höchsten Ehren kam: 1997 bei WrestleMania gegen Sycho Sid © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Anzeige
Eine Spezialität des Undertaker: Die Matches im übergroßen Hell-in-a-Cell-Käfig. Er stand 1997 im allerersten dieser Kämpfe, 12 weitere kamen hinzu. Meistens - wie hier 1999 gegen den Big Bossman - triumphierte der Deadman © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Mit dem Motorrad enterte der Taker zwischen 2000 und 2004 die WWE-Arenen: Ein Rollenwechsel führte ihn weg vom Totengräber-Gimmick. Er trat stattdessen als Biker auf - wie im wahren Leben © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Gleich dreimal Gegner des Phenom bei WrestleMania: Triple H. Den heutigen Vizechef der WWE bezwang der Biker-Undertaker 2001 - und später in zwei dramatischen und vielgelobten Matches 2011 und 2012 © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
2003 besiegte der Taker (jetzt mit kurzen Haaren) gleich zwei Gegner: The Big Show und A-Train in einem Handicap Match. Gegen Letzteren führt der Undertaker hier eine Spezialität vor: Das Balancieren über das oberste Ringseil - samt anschließendem Sprunghieb auf den Gegner © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Anzeige
Das Motorrad blieb ab 2004 wieder in der Garage, bei WrestleMania XX kam der Undertaker als Deadman zurück und besiegte seinen Show-Bruder Kane © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Der böse Bruder Kane erschien 1997 auf der Bildfläche. Die beiden bekriegten sich viele Jahre lang - wie hier beim Summer Slam 2010 -, versöhnten sich aber auch genauso oft und stiegen als Partner in den Ring, als "Brothers of Destruction" © Imago
Bei WrestleMania 2007 holte sich der Undertaker einmal mehr einen großen Titel: Den World Title gegen Batista - heute auch Filmfans als Haudrauf aus "Guardians of the Galaxy" und dem Bond-Film Spectre bekannt © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Legendär: die beiden Matches gegen Shawn Michaels 2009 und 2010. Die hochklassigen Kämpfe gelten als womöglich beste des Takers überhaupt. Sein kaum minder legendärer Gegner ging nach den beiden Niederlagen in den Ruhestand © Imago
Anzeige
Wenn es darauf ankommt, muss auch ein Mythos mal durch die Luft segeln - beeindruckend für einen 130-Kilo-Mann, der da schon ein gutes Stück über 40 war © Imago
Den Matches mit Michaels folgten die ebenso starken Duelle mit Triple H, die der Taker (nun mit kurzgeschorenen Haaren) ebenfalls beide gewann, das zweite in einem Hell-in-a-Cell-Match und mit Michaels als Gastringrichter. Am Ende lagen sich alle drei erschöpft in den Armen und ließen sich vom Publikum feiern © Imago
2014 dann der Schocker: Nach 21 WrestleMania-Siegen in Folgen behielt sein Gegner Brock Lesnar die Oberhand © Imago
Lesnars Manager Paul Heyman kann sein Glück selbst kaum fassen: Der Sieg seines Schützlings ist der Ritterschlag für den früheren UFC-Champion, aber nicht - wie viele glaubten - das Ende der Taker-Karriere © Imago
Anzeige
Ein Jahr später kam der Undertaker zurück auf die WrestleMania-Bühne und feierte wieder einen Sieg gegen den aufstrebenden Bray Wyatt - der oft mit ihm verglichen wird © Imago
Auch zwei weitere große Matches gegen Lesnar sollte es noch geben - eines ging an den Taker, das letzte aber wieder an seinen Kontrahenten © Getty Images
Bei WrestleMania 33 besiegte der Undertaker Shane McMahon im Hell-in-a-Cell-Käfig, ein Kampf, der vor allem für eine Aktion in Erinnerung blieb © WWE 2016 All Rights Reserved
McMahon sprang vom Dach des Mega-Käfigs auf den Undertaker herunter - verfehlte aber sein Ziel und krachte durch einen Kommentatorentisch. Luftsäcke unter der Konstruktion bremsten den Fall © WWE
Anzeige
2017 verstrickte sich der Undertaker in eine Fehde mit dem aufstrebenden Star Roman Reigns, der ihn beim Royal Rumble eliminierte © WWE 2017 All Rights Reserved
Der Versuch, sich zu rächen, schlug fehl: Bei WrestleMania 33 verlor der Undertaker den Hauptkampf gegen Reigns und ließ hinterher Handschuhe, Mantel und Hut im Ring zurück. Ein deutliches Signal: Ende, Legende - so schien es © WWE 2017 All Rights Reserved
Der gesundheitlich schwer angeschlagene Undertaker fühlte sich aber doch noch fit genug für eine Ehrenrunde. Bei WrestleMania 35 kehrte er zurück und trat gegen Superstar John Cena an. Eine geplante OP mit Einsetzung einer künstlichen Hüfte ist dafür anscheinend auch verschoben worden © WWE 2017 All Rights Reserved
Der Undertaker besiegte Cena schnell und eindeutig - was damit zu tun hatte, dass die Kräfte für ein längeres Match auf hohem Niveau doch nicht mehr ausreichen. Weitere Matches bei großen Shows in Saudi-Arabien und Australien bestätigten den Eindruck © WWE 2018 All Rights Reserved
Anzeige
Ende März 2020 nun eine erneute Verwandlung: Für sein Match bei WrestleMania 36 gab er wieder den "American Bad Ass" anstelle des "Dead Man" - und bekundete nach dem Sieg den Willen, dass das Match sein letztes gewesen sein sollte © WWE
Schon seit Jahren stieg der Undertaker nur noch zu besonderen Anlässen in den Ring. Er gönnte sich immer mehr Freizeit mit Gattin Michelle McCool - selbst ehemalige Wrestlerin © instagram.com/mimicalacool
Politisch ist der Undertaker generell konservativ eingestellt, spendete mehrfach für die Waffenlobby-Organisation NRA und republikanische Politiker. Der Hymnen-Protest in der NFL missfiel ihm - dieses Shirt-Statement mit seiner Tochter sorgte Anfang 2018 für Wirbel im Netz © instagram.com/mimicalacool
Der Undertaker ist seit 2010 in dritter Ehe mit McCool verheiratet, hat vier Kinder. Seine privaten Leidenschaften neben Wrestling, Waffen und Immobiliengeschäften: Motorräder, Boxen, Mixed Martial Arts und Tierschutz © instagram.com/mimicalacool

Undertaker verletzte sich frühzeitig schwer

Der Taker erlitt nach wenigen Minuten im Ring eine nicht gleich erkannte Kopfverletzung, die sich später als schwere Gehirnerschütterung herausstellte - allem Anschein nach war die harte Landung nach einem zunächst unscheinbar wirkender Beinfeger Lesnars außerhalb des Rings die Ursache.

Der Deadman war danach völlig von der Rolle, bewegte sich langsam, wirkte orientierungslos. Das Match wurde trotzdem wie geplant noch rund 20 Minuten durchgezogen - und war aus logischen Gründen weit von der Qualität der Kämpfe entfernt, für die der Taker in den Jahren zuvor gegen Shawn Michaels, Triple H und CM Punk noch bürgen konnte.

Die Video-Highlights von WWE im SPORT1-Mediencenter - hier klicken

Eine gedrückte Atmosphäre herrschte deshalb schon, bevor Lesnar den Taker dreimal mit seinem Finisher F-5 zu Boden beförderte und den Kampf beendete.

Nach Gehirnerschütterung war jede Erinnerung weg

Was sich derweil hinter den Kulissen ereignete, war aber das eigentliche Drama: Der Taker musste in einen Ambulanzwagen verfrachtet und ins Krankenhaus gebracht werden (Lesnar und WWE-Boss McMahon fuhren noch während der Show hinterher). Wie heftig es den Taker erwischt hatte, berichtete er fünfeinhalb Jahre später in einem Interview mit Ex-WWE-Kollegen "Stone Cold" Steve Austin.

Anzeige

Der Taker erzählte, mit den Tränen ringend, dass er den kompletten Kampf vergessen hätte - und nicht nur den: "Meine letzte Erinnerung war ein Gespräch mit meiner Frau um 15.30 Uhr nachmittags." Das nächste, an was er sich erinnere seien die Morgenstunden im Krankenhaus, gegen 4 Uhr. Er hätte seinen Namen vergessen, seinen Geburtstag, den Ort, an dem er sei, alles. Nur der Name von Ehefrau Michelle McCool sei ihm noch eingefallen.

Das Erlebnis des Kontrollverlusts sei traumatisch gewesen.

Wrestling-Fans kennen den Undertaker nur so: Im schwarzen Ring-Outfit, bedrohlich dreinguckend. Sie kennt die WWE-Legende auch anders © instagram.com/mimicalacool
Michelle Calaway, geboren und berühmt geworden als Michelle McCool ist die Ehefrau des Deadman - und diejenige, die auch mal die privaten Seiten der Ring-Ikone offenbart © instagram.com/mimicalacool
Kennengelernt hat sie den Undertaker hinter den WWE-Kulissen: Die ehemalige Lehrerin und Personal Trainerin nahm 2004 an der Casting-Show Diva Search teil, verdiente sich dabei einen WWE-Vertrag © Getty Images
Vom schmückenden Beiwerk entwickelte sich die athletische McCool zur ernst zu nehmenden Wrestlerin, gewann zweimal den Damen-, zweimal den Diventitel der WWE © Getty Images
Anzeige
2011 beendete sie ihre Ringkarriere - die Prioritäten hatten sich verschoben © Getty Images
Seit 2007 sind McCool und der 15 Jahre ältere Undertaker ein Paar, 2010 heirateten sie, 2012 kam das erste gemeinsame Kind zur Welt © instagram.com/mimicalacool
Aus der Öffentlichkeit hat McCool sich aber nicht zurückgezogen, über ihren Instagram-Account hält sie ihre Fans auf dem Laufenden © instagram.com/mimicalacool
Oft meldet sie sich aus dem Trainingsraum: Das langjährige Fitnessmodel gilt als sportbesessen und als Grund dafür, dass der Taker auch im hohen Alter noch in Top-Form ist ©
Anzeige
... und als Grund, warum die mythisch umrankte und sonst eher medienscheue Ringlegende inzwischen auch mal ein Selfie schießt © instagram.com/mimicalacool
Die 2020 veröffentlichte WWE-Doku "The Last Ride" gab weitere Einblicke ins gemeinsame Leben des Paars: McCool begleitete den Taker bei dessen Hüft-OP 2017 ... © WWE Network
... zu Vertragsverhandlungen mit WWE-Boss Vince McMahon ... © WWE Network
... zum Training für das WrestleMania-Match gegen John Cena 2018. Zudem enthüllten die beiden in der Serie auch, wie McCool das Herz des Takers gewann © WWE Network
Anzeige
Der Taker habe die athletische Ambition McCools bewundert, berichtete er: Richtig aufgefallen sei ihm das hinter den Kulissen einer WWE-Show, in der zunächst die männlichen Kollegen zum Zeitvertreib einen Football hin- und hergeworfen hätten © WWE
Nicht jeder hätte sich dabei gut angestellt - McCool aber hätte einen "wunderschönen Spiralwurf" hingelegt: "Noch nie habe ich ein Mädchen einen Football so werfen sehen. Das hat mich mehr als alles andere beeindruckt." © twitter.com/undertaker
McCool bestätigt, dass dieses Erlebnis der Schlüsselmoment war: "Danach hat er es wirklich versucht, hat seinen Charme richtig spielen lassen." Seitdem sind die beiden unzertrennlich © instagram.com/mimicalacool

WWE-Boss Vince McMahon traf die Entscheidung

Ein anderer Aspekt, der erst später aufgeklärt wurde: Wie kam es hinter den Kulissen zum Entschluss, den Undertaker verlieren zu lassen?

Zunächst wurde nach dem Match kolportiert, dass der Undertaker selbst die Entscheidung getroffen hätte, seine Serie zu beenden und den früheren UFC-Schwergewichtschamp Lesnar (mit dem er sich hinter den Kulissen gut verstehen soll) als Bezwinger ausgewählt hätte.

Im Jahr darauf aber stellte WWE-Boss McMahon klar, dass alles auf ihn zurückging.

"Niemand weiß besser, dass es wichtig ist, dem Business etwas zurückzugeben, als der Undertaker, als Mark Calaway. Und irgendwann ist die Zeit gekommen, es zu tun", sagte McMahon, ebenfalls in einem Talk mit Austin: "Und die Person, die zu diesem Zeitpunkt am meisten davon profitieren konnte, war Brock."

Anzeige

McMahon strich heraus, dass der Taker immer selbstlos gehandelt hätte, dass die Ankündigung seiner Niederlage aber wohl auch für ihn "ein Schock" gewesen wäre: "Man muss manchmal schwere Entscheidungen treffen. Das ist mein Job. Und ich glaube, ich habe den richtigen Entschluss zum richtigen Zeitpunkt gefällt."

Er ist ein Wrestling-Superstar - aber seine äußerst turbulente Sportkarriere führte ihn auch in die NFL und zur UFC. SPORT1 blickt auf die Karriere von Brock Lesnar - und gibt Einblicke in sein gut gehütetes Privatleben © SPORT1-Montage: Marc Tirl / Getty Images / Imago / WWE
Der junge Brock Edward Lesnar (nein, es ist kein Künstlername) tut sich schon an High School und College sportlich hervor. Lesnar, geboren 1977 und aufgewachsen als Milchfarmer-Sohn in South Dakota, wird als Ringer Schwergewichts-Champion der NCAA, gewinnt 106 seiner 111 Kämpfe in seiner Hochschulsport-Karriere © Imago
WWE nimmt Lesnar im Jahr 2000 unter Vertrag und schickt ihn zur damaligen Talententwicklungs-Liga OVW. Er bildet dort zunächst ein Team mit seinem College-Zimmergenossen Shelton Benjamin - die "Minnesota Stretching Crew" © WWE Network
Ein anderer Star der Zukunft, auf den Lesnar im Ohio Valley trifft - der mächtige "Leviathan", später besser bekannt als Batista © WWE Network
Anzeige
Lesnar steigt 2002 in den Hauptkader auf, der nach dem Ende der glorreichen Attitude Era dringend neue Stars braucht. Mit Paul Heyman als Manager bekommt Lesnar einen Blitz-Push an die Spitze © WWE
Binnen fünf Monaten wird der kolossale, aber auch athletisch und technisch begabte Lesnar zum WWE-Champion aufgebaut, mit 25 Jahren der jüngste aller Zeiten, bis heute © Imago
Früher Höhepunkt der steilen Karriere: Lesnar bestreitet 2003 den Hauptkampf der größten WWE-Show WrestleMania, hier bei einer Vorab-Pressekonferenz mit Gegner Kurt Angle (r.) und Legende Hulk Hogan © Imago
Lesnar besiegt den Ringer-Olympiasieger von 1996 und größten Rivalen seiner jungen Jahre (legendär: Lesnars verpatzter Salto beim Versuch, das Match mit der Shooting Star Press zu beenden), wird wieder Champion und ist auf dem Gipfel etabliert. Das Problem: Er fühlt sich dort nicht wohl © WWE
Anzeige
Lesnar erlebt das stressige Leben als Vollzeit-WWE-Star als Tortur, wird alkohol- und schmerzmittelabhängig. Er trinkt zwischenzeitlich eine Flasche Wodka pro Tag und hat heute nach eigenen Angaben keine Erinnerungen mehr an die damalige Zeit © Imago
Kurz vor WrestleMania 20 im Jahr 2004 sickert ein scheinbar unglaubliches Gerücht durch: Lesnar will WWE verlassen und eine zweite Karriere als Footballer in der NFL versuchen. Die Fans in New York buhen Lesnar und Gegner Bill Goldberg (der ebenfalls vor dem Abschied steht) aus der Halle © Imago
Lesnar vollzieht dann tatsächlich den spektakulären Schnitt: Er sattelt mit 26 Jahren auf Football um, das er zuletzt an der High School unter Wettbewerbsbedingungen gespielt hat. Die Minnesota Vikings sind interessiert und nehmen ihn nach einem Probetraining unter Vertrag © Getty Images
Unter großer öffentlicher Anteilnahme bestreitet Lesnar als Defensive Tackle mehrere Preseason-Spiele mit den Vikings, hier gegen die Kansas City Chiefs © Imago
Anzeige
Lesnar - von den Folgen eines Motorradunfalls gehandicappt - kann die Vikings letztlich nicht überzeugen, sie entlassen ihn im August 2004. Das Angebot, in der NFL Europe zu spielen, lehnt Lesnar aus familiären Gründen ab © Imago
Im Herbst 2005 kehrt Lesnar schließlich doch in den Ring zurück, wird gegen Masahiro Chono Champion der japanischen Liga NJPW. WWE verklagt Lesnar deswegen: Der Auflösungsvertrag sah eigentlich ein Auftrittsverbot für andere Ligen vor. Lesnar lässt es drauf ankommen - und kommt letztlich damit durch © NJPW
Nach diversen Irrungen und Wirrungen zieht sich Lesnar 2007 doch wieder aus dem Wrestling zurück und verfolgt dafür eine weitere neue Karriere weiter: Er bestreitet echte Kämpfe als MMA-Fighter, 2006 beginnt er erfolgreich mit einem Sieg über Min Soo Kim in der japanischen Promotion "Hero's" © Imago
Ein WWE-Wrestler als echter Kämpfer? Das Vermarktungs-Potenzial dieser Idee erkennt schließlich auch der US-Marktführer UFC und nimmt Lesnar 2008 unter Vertrag. Im Octagon erweist sich Lesnar dann auch als absolutes Zugpferd, er wird zu einer der größten Gelddruckmaschinen in der Ära vor Conor McGregor © Imago
Anzeige
Lesnar hat bei der UFC auch sportlich Erfolg, sein Hintergrund als Ringer hilft ihm, die Umstellung von Showkampf auf Wettbewerbs-Sport erfolgreich zu meistern: Er besiegt Randy Couture im November 2008 durch technischen K.o. und wird Schwergewichts-Champion © Imago
2011 beendet Lesnar nach dem Titelverlust gegen Cain Velasquez und einer weiteren Niederlage gegen Alistair Overeem seine UFC-Karriere, geplagt von gesundheitlichen Problemen. Im April 2012 folgt der nächste Paukenschlag: Er meldet sich mit einer Attacke auf Superstar John Cena bei WWE zurück © WWE
Lesnar - gelockt mit einem lukrativen Multi-Millionen-Dollar-Teilzeitvertrag, der seine früheren Probleme mit WWE zur Makulatur macht - kommt mit einer neuen Glaubwürdigkeit als realer Fighter zurück in die Showkampf-Liga und wird dort zum größeren Phänomen als je zuvor © Imago
Höhepunkt des zweiten Engagements: Lesnar darf 2014 die legendäre WrestleMania-Siegesserie des Undertaker beenden und hinterlässt damit einen Fußabdruck in der Wrestling-Geschichte, der all seine Titelgewinne überdauern wird © Imago
Anzeige
2016 überrascht Lesnar erneut mit einer Karriere-Wende. Er entschließt sich zu einer Rückkehr zur UFC © Getty Images
Lesnar besiegt Mark Hunt (für das Lesnar die Rekord-Kampfbörse von 2,5 Millionen Dollar erhält) in einem eigentlich als Aufbaukampf für einen weiteren Titelfight geplantem Duell - fällt aber durch einen Dopingtest. Ein illegaler Östrogen-Blocker wird in seinem Blut gefunden © Getty Images
Der Dopingfall wirft auch einen Schatten auf seine WWE-Karriere, zumal die Promotion danach eine vielsagende Volte schlägt: Sie verkündet, dass ihre Anti-Doping-Regeln für Lesnar nicht gelten würden. Die sei nur zur medizinischen Vorsorge für die Vollzeit-Performer gedacht und betreffe Lesnar daher nicht © Imago
Lesnars WWE-Karriere geht also ungestört weiter. Im Herbst 2016 bestreitet er eine bemerkenswerte Fehde gegen seinen alten Rivalen Goldberg, der mit fast 50 ein Comeback feiert und Lesnar in Sekundenschnelle besiegen darf. Lesnar bekommt bei WrestleMania 33 seine Rache und wird Universal Champion © WWE 2016 All Rights Reserved
Anzeige
Vom Flirt mit der UFC mag Lesnar weiter nicht lassen: 2018 crasht er in Las Vegas die Siegesfeier des frisch gekürten Schwergewichts-Champions Daniel Cormier. Der sich andeutende Kampf kommt aber letztlich doch nicht zustande, weil die UFC und Lesnar sich nicht auf die Vertragskonditionen einigen können © Getty Images
Ein seltenes Bild, zumindest für die, die ihn nicht persönlich kennen: Lesnar mit Ehefrau Rena, mit der er seit 2006 verheiratet ist und zwei gemeinsame Kinder hat (zwei weitere hat Lesnar mit einer vorherigen Verlobten). WWE-Fans, die lange dabei sind, wird Lesnars zehn Jahre ältere Gattin bekannt vorkommen ... © Getty Images
... sie war in der Attitude Era als Sable einer der weiblichen Topstars der früheren WWF und mehrte ihren Ruhm durch mehrere Nacktfoto-Shootings mit dem Playboy. Heute hat sich Rena Lesnar aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, auch Ehemann Brock hält sein Privatleben so gut es geht unter Verschluss © Imago
Was bekannt ist: Lesnar ist auch privat gut mit seinem "Advokaten" Paul Heyman befreundet, er ist Eishockey-Fan (Lieblingsteam: die Winnipeg Jets), passionierter Jäger, Mitglied der Waffenlobby-Organisation NRA und Anhänger der Republikanischen Partei © instagram.com/paulheyman
Anzeige
Lesnar regierte bei WWE dreimal als Universal Champion, den gleichwertigen WWE-Titel hielt er viermal. Lesnars realistische, körperbetonte Kämpfe sind bei WWE einzigartig, Kritiker allerdings halten ihm seine Teilzeit-Rolle und eine gewisse Faulheit im Ring vor © Getty Images
WWE-Boss Vince McMahon - der alle Deals mit Lesnar seit seiner Rückkehr persönlich geschlossen hat - hat sich von der Kritik nicht beeindrucken lassen. Er hält weiter große Stücke auf den "Conqueror", der WWE noch so lange prägen wird, bis er das Bedürfnis nach dem nächsten Karriere-Schnitt verspüren wird ... © Getty Images

Bei WrestleMania 31 war er wieder da

Zum damaligen Zeitpunkt schien es, als ob die Karriere des Takers an ihr Ende gelangt wäre. Dass er bei WrestleMania 31 gegen Bray Wyatt dann doch zurückkam, hatte erklärtermaßen damit zu tun, dass der Taker das recht traurige Schauspiel im Jahr davor wohl nur ungern als Schlusspunkt stehen lassen wollte (allerdings sollen auch finanzielle Aspekte eine Rolle gespielt haben).

Die 2020 veröffentlichte WWE-Doku "Undertaker: The Last Ride" verdeutlichte allerdings, wie sehr das Trauma gegen Lesnar nachhallte: Kurz vor seinem Einmarsch gegen Wyatt kauerte der von Selbstzweifeln gepeinigte Taker hinter den Kulissen, musste vom alten Rivalen Triple H aufgerichtet und motiviert werden.

Im darauffolgenden Sommer knüpfte der Dead Man dann mit zwei weiteren Matches gegen Lesnar an die WrestleMania-Niederlage an: Beim SummerSlam 2015 am 23. August gewann der Undertaker nach einem Tiefschlag - denkwürdigste, x-fach als GIF geteilte und zum Meme gewordene Szene: der Moment, in dem sie die beiden abgekämpft aufrichteten und plötzlich wütend-verzweifelt übereinander zu lachen begannen.

Bei Hell in a Cell am 25. Oktober 2015 - nach dem Höhepunkt der ersten Fehde gegeneinander 2002 ihr zweites Duell im berüchtigten Höllenkäfig - gab es den abschließenden klaren Sieg Lesnars.

Beide Duelle waren deutlich besser als das bei WrestleMania, die Alterserscheinungen konnte der Taker trotzdem nicht verbergen - nach dem SummerSlam war er wieder schwer mitgenommen und erlitt nach seinem Auszug einen Kollaps.

Anzeige

Nichtsdestotrotz setzte der Taker seine Karriere weiter fort, erst sein WrestleMania-Match gegen AJ Styles 2020 scheint sein letztes gewesen zu sein.

The Streak: Die Siegesserie des Undertaker bei WrestleMania:

1991: Sieg über "Superfly" Jimmy Snuka bei WrestleMania VII
1992: Sieg über Jake "The Snake" Roberts bei WrestleMania VIII
1993: Sieg über Giant Gonzalez bei WrestleMania IX
1995: Sieg über King Kong Bundy bei WrestleMania XI (1994 fehlte der Undertaker verletzt)
1996: Sieg über Diesel bei WrestleMania XII
1997: Sieg über Sycho Sid bei WrestleMania 13
1998: Sieg über Kane bei WrestleMania XIV
1999: Sieg über The Big Boss Man bei WrestleMania XV
2001: Sieg über Triple H bei WrestleMania X-7 (2000 fehlte der Undertaker verletzt)
2002: Sieg über Ric Flair bei WrestleMania X-8
2003: Sieg über The Big Show und A-Train bei WrestleMania XIX
2004: Sieg über Kane bei WrestleMania XX
2005: Sieg über Randy Orton bei WrestleMania 21
2006: Sieg über Mark Henry bei WrestleMania 22
2007: Sieg über Batista bei WrestleMania 23
2008: Sieg über Edge bei WrestleMania 24
2009: Sieg über Shawn Michaels bei WrestleMania 25
2010: Sieg über Shawn Michaels bei WrestleMania 26
2011: Sieg über Triple H bei WrestleMania 27
2012: Sieg über Triple H bei WrestleMania 28
2013: Sieg über CM Punk bei WrestleMania 29