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Fingerpoke of Doom: Das Nash-Hogan-Debakel bei WCW

Das Debakel um Hulk Hogans Finger

Hulk Hogan (r.) besiegte Kevin Nash 1999 bei WCW Monday Nitro mit dem "Fingerpoke of Doom" © WWE Network

Die Liga WCW hatte WWE einst überholt, ging bald darauf jedoch unter. Der berüchtigte "Fingerpoke of Doom" von Hulk Hogan gegen Kevin Nash trug dazu bei.

Zwei große Ligen, zwei große, in direkter Konkurrenz laufende TV-Shows: Aus Sicht eines Wrestling-Fans dürfte es keine spannende Ära gegeben haben als die des "Monday Night War".

Die in Atlanta beheimatete Promotion WCW (World Championship Wrestling) sah für eine Weile wie der Sieger dieses Kampfes aus, überholte mit ihrer Sendung Monday Nitro das WWE-Flaggschiff Monday Night RAW, entriss der damaligen WWF zwischenzeitlich die Marktführerschaft.

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Am Ende jedoch blieb das Showkampf-Imperium von Vince McMahon siegreich, kaufte den heruntergewirtschafteten Rivalen 2001 auf und wurde zum seitdem unangefochtenen Monopolisten.

Dass es so weit kam, hatte viele Gründe, einer davon ereignete sich am 4. Januar 1999: der berüchtigte "Fingerpoke of Doom" von Hulk Hogan gegen Kevin Nash.

Hulk Hogan, Shawn Michaels, The Rock und Co.: Das machen die Wrestling-Stars der Achtziger, der Neunziger und der Nuller-Jahre heute? SPORT1 gibt den Überblick © SPORT1-Grafik: Paul Haenel/Getty Images/Imago/Twitter/Instagram
HULK HOGAN: "Whatcha gonna do when Hulkamania runs wild on you?" In den Achtzigern war der Hulkster der Superstar der früheren WWF, mit dem der Showkampf zum globalen Phänomen wurde © Imago
Hogan mehrte seinen Ruhm als Schauspieler, Reality-Star ("Hogan knows best") und durch zahlreiche Show-Auftritte außerhalb des Rings. Vom Wrestling konnte er auch lange nicht lassen, bestritt seinen letzten Kampf erst 2012 - mit 59 © Getty Images
Danach kam Hogan aus unrühmlichen Gründen in die Schlagzeilen: Er wehrte sich gerichtlich gegen die Veröffentlichung eines Sex-Tapes, im Zuge dessen kam eine rassistische Tirade ans Licht. WWE trennte sich wegen des Skandals 2015 vom langjährigen Aushängeschild © Getty Images
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Im Juli 2018 folgte die Begnadigung: Hogan wurde nach diversen Entschuldigungen für sein Verhalten wieder in die Hall of Fame aufgenommen © Getty Images
BRET "HITMAN" HART: Nach der Ära Hogan Eckpfeiler der WWF in den Neunzigern, auch in Deutschland, wo Wrestling damals boomte, enorm populär © WWE
Hart verließ die WWF 1997 im Streit, musste seine Karriere bald darauf wegen einer schweren Kopfverletzung beenden. Das schlechte Verhältnis zum Ex-Arbeitgeber wurde noch schlechter, als Brets Bruder Owen 1999 bei einem missglückten Stunt im WWF-Ring ums Leben kam - woran Bret der Liga die Schuld gab © Imago
Hart versöhnte sich schließlich mit WWE-Chef Vince McMahon und feierte 2010 ein Nostalgie-Comeback. Hat seitdem immer mal wieder Gastauftritte und verdient sein Geld ansonsten mit Auftritten für seine Fans bei Conventions und Ähnlichem sowie als Motivationsredner © Getty Images
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Der heute 61-Jährige hatte nach seinem Karriere-Ende mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 2002 erlitt er einen Schlaganfall, 2016 überstand er eine Prostatakrebserkrankung © instagram.com/brethitmanhart
Tragisch: Harts alte Weggefährten aus der Hart Foundation sind allesamt zu früh verstorben: Bruder Owen Hart (l.) bei einem missglückten Ring-Stunt 1999, Brian Pillman (2.v.l..) 1997 an Herzversagen, Schwager "British Bulldog" Davey Boy Smith 2002 aus demselben Grund, Jim "The Anvil" Neidhart 2018 schließlich infolge von Alzheimer © WWE 2018 All Rights Reserved
STONE COLD STEVE AUSTIN: Ende der Neunziger Anführer der Attitude-Ära, die dem Wrestling einen neuen Popularitätsschub verlieh: Der rebellische Texaner trank Bier im Ring, fluchte und verpasste jedem, der ihm im Weg stand, seine Spezialaktion, den Stone Cold Stunner © Imago
Austin musste seine Karriere 2003 wegen einer Nackenverletzung beenden, blieb WWE aber bis heute mit immer wieder umjubelten Gastauftritten erhalten, etwa als Gastringrichter des WrestleMania-Duells zwischen Donald Trump und Vince McMahon 2007 © Getty Images
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Der heute 53-Jährige ist keine ganz unumstrittene Persönlichkeit, er hatte mehrfach wegen des Vorwurfs häuslicher Gewalt Ärger mit der Justiz. Eine populäre Berühmtheit ist er dennoch geblieben, er moderiert mehrere Reality-Shows im US-Fernsehen sowie einen Podcast und bewirtet ansonsten seine "Broken Skull Ranch" in Texas © Getty Images
Der andere große Star der Attitude-Ära: Dwayne Johnson, für WWE-Fans nur: THE ROCK. Die Popularität des charismatischen Muskelpakets wuchs im neuen Jahrtausend über das Wrestling-Publikum hinaus © Imago
Johnson bekam Angebote aus Hollywood und wurde nach seiner Rolle in "Die Mumie kehrt zurück" zum großen Filmstar, Box-Office-Zugpferd und "Sexiest Man Alive". Kein Wrestling-Star, auch nicht Hogan, war außerhalb des Rings je so erfolgreich wie der 46-Jährige © Getty Images
Johnson aber vergaß seine Wurzeln nicht, kehrte 2011 nach längerer Pause in den WWE-Ring zurück und reichte in zwei großen Matches die Fackel an den neuen Star John Cena weiter. Legt bis heute immer wieder Gastauftritte für WWE hin © Imago
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BATISTA: Ebenfalls inzwischen eine Hollywood-Größe: Ex-Bodybuilder Batista, einer der erfolgreichsten WWE-Stars der Nuller-Jahre © Imago
Der 49-Jährige ergatterte tragende Rollen im Blockbuster "Guardians of the Galaxy" und als Bond-Gegenspieler in "Spectre" © Getty Images
2019 kehrte Batista noch ein letztes Mal in den WWE-Ring zurück und schloss seine Karriere dort mit einem letzten Match gegen den alten Rivalen Triple H ab © WWE 2018 All Rights Reserved
RIC FLAIR: Der "Nature Boy" war schon in den Neunzigern im Legenden-Alter, ein großer und schillernder Rivale von Hogan und vielen anderen, DER Star bei den früheren Konkurrenzverbänden NWA und WCW © Imago
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Flair hatte wie Hogan lange keine Lust auf Ruhestand, bestritt 2008 mit 59 feierlich sein letztes WWE-Match gegen Shawn Michaels - und kam danach noch einmal aus der Rente zurück. Erst seit Ende 2012 ist endgültig Schluss © Getty Images
Flair absolvierte nach seiner Karriere Nostalgie-Auftritte für kleinere Ligen und auf Fan-Conventions, begleitete 2016 eine Weile seine Tochter Charlotte zum Ring - im August 2017 erkrankte Flair schwer (Genaueres verschweigt seine Familie), hat sich aber davon erholt © Getty Images
SHAWN MICHAELS: "I'm just a sexy boy, I'm not your boy toy": Die selbst gesungene Einzugsmusik des "Heartbreak Kid" ist Wrestling-Fans noch in bester Erinnerung - wenn auch nicht unbedingt aus Gründen der musikalischen Qualität © dpa Picture Alliance
Michaels war einer der technisch besten und aufregendsten Wrestler aller Zeiten. 1998 beendete er aufgrund einer Rückenverletzung seine Karriere, kam 2002 zurück und lieferte dem Publikum noch zahlreiche weitere legendäre Duelle © Imago
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Nach seinem letzten, einer WrestleMania-Niederlage gegen den Undertaker 2010, machte Michaels Schluss © Imago
Nach seiner Karriere genoss der 53 Jahre alte Hobby-Jäger das Leben auf seiner Ranch in Texas. Zuletzt heuerte Michaels als Nachwuchstrainer bei WWE an und zog nach Florida © twitter.com/ShawnMichaels
Wenige Monate später entschloss sich HBK dann doch zum Comeback: In seinem ersten Match seit über acht Jahren triumphierte er - mittlerweile mit Glatze - bei WWE Crown Jewel gemeinsam mit Kumpel Triple H gegen Undertaker und Kane © Getty Images
BILL GOLDBERG war der legendäre Star der früheren WWE-Konkurrenzliga WCW in den späten neunziger Jahren © Imago
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2016 feiert Goldberg mit 49 Jahren ein umjubeltes Comeback, das ein Jahr später mit einer Niederlage gegen Brock Lesnar endet. Goldberg ging mit den Worten: "Sag niemals nie". Vor WrestleMania 34 zog er in die WWE Hall of Fame ein, 2019 tritt er gegen den Undertaker nochmal für WWE an © WWE 2017 All Rights Reserved
Was zwischendurch und seitdem war? Goldberg übernahm diverse Film- und Fernsehrollen (Universal Soldier 2, Santa's Slay) und geht seinen Hobbys nach: Er kommentiert MMA-Kämpfe, besitzt ein Box- und Kampfsportzentrum und pflegt seinen Fuhrpark aus 25 Vintage-Karossen © instagram.com/goldberg95
EDGE: Einer der besten Bösewichte der Nuller-Jahre. Der "Rated-R Superstar" etablierte sich als großer Gegenspieler von Superstar John Cena an der WWE-Spitze © Getty Images
2011 endete Edges Karriere allerdings frühzeitig: Eine schwere Nackenverletzung zwang ihn unfreiwillig in den Ruhestand © Getty Images
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Adam Copeland - wie er richtig heißt - ist mittlerweile 45, tritt immer noch regelmäßig im WWE-Programm auf, agiert zudem als Schauspieler und ist verheiratet mit der früheren WWE-Diva Beth Phoenix © twitter.com/EdgeRatedR
CM PUNK: Ein großer Publikumsliebling der späten Nuller-Jahre, wegen seines Charismas und seiner cleveren Interviews vor allem bei den "smarten" Fans beliebt, wurde zum Teil als neuer Steve Austin gefeiert © Getty Images
Punk fühlte sich von WWE aber nicht korrekt behandelt, verließ die Liga 2014 und rechnete in einem Interview mit ihr ab, warf ihr unter anderem vor, durch schlechte medizinische Behandlung sein Leben gefährdet zu haben. Er beendete mit 36 Jahren seine Karriere © Getty Images
Punk versuchte einen sportlichen Neustart, trat als MMA-Kämpfer bei UFC an, verlor seinen Debütkampf gegen Mickey Gall allerdings krachend. Auch ein zweiter Kampf gegen Mike Jackson ging verloren. UFC-Präsident Dana White erklärte anschließend, dass der 40-Jährige keine Zukunft in der MMA-Liga habe © Getty Images
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2019 gab es ein skurriles Comeback im Wrestling-Ring. Getarnt mit einer Maske schlich Punk sich bei einer Mini-Show alter Weggefährten ein. Das Ganze war aber allem Anschein nach nur ein Gag, mit dem Wrestling hat er nach eigenen Angaben abgeschlossen © Getty Images
STING: Als Hogan zur WCW ging, wurde er zu einem großen Rivalen: Sting (l.) war in den Achtzigern und Anfang der Neunziger bereits als bunt bemalter Surfertyp ein Star © Imago
Als Hogan zum Bösewicht wurde, wurde Sting mit einem an den Film "The Crow" angelehnten Charakter als heldenhafter Rächer und Gegenspieler Hogans inszeniert © Getty Images
Der Stinger wechselte nach dem Aus für WCW im Jahr 2001 nicht zu WWE, blieb stattdessen bei kleineren Ligen aktiv - ehe er 2015 (mit 56) doch noch für den Marktführer in den Ring stieg © Imago
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Verletzungsbedingt machte der Stinger 2016 bei seiner Aufnahme in die WWE Hall of Fame schließlich Schluss - kam aber seitdem doch nochmal ins Grübeln. Er hofft nach eigenen Angaben noch auf ein Match mit dem Undertaker. Eher unwahrscheinlich, dass es noch zustande kommt © twitter.com/WWE
KEVIN NASH: Der 2,08-Meter-Riese war in den Neunzigern als "Diesel" WWF-Champion, später gründete er mit Hulk Hogan bei der Konkurrenzliga WCW die legendäre und revolutionäre Gruppierung "New World Order" (nWo) © Imago
Mittlerweile ist Nash 59 und stark lädiert, aber immer noch eine gern für Auftritte jeder Art gebuchte Legende. Feierte auch diverse Comebacks bei WWE und mischte bei einigen Hollywood-Filmen mit, etwa in "John Wick" und "Magic Mike" © instagram.com/Nash5959
SCOTT HALL: Nashs Partner und ebenfalls Gründungsmitglied der nWo, zuvor in der WWF als "The Bad Guy" Razor Ramon einer der größten Charismatiker seiner Zeit. Seine Karriere wurde aber wiederholt durch Alkohol- und Drogenprobleme ausgebremst © instagram.com/scotthallnwo
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Das wilde Leben blieb nicht folgenlos für Halls Gesundheit, er wurde in den vergangenen Jahren wiederholt von schweren gesundheitlichen Problemen geplagt. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit Nostalgie-Auftritten, eine lässige Aura verströmt er noch immer © instagram.com/scotthallnwo
Auch diesem WWF- und WCW-Star ist es nicht gut ergangen: Der muskulöse LEX LUGER wurde in den frühen Neunzigern als Nachfolger von Hogan in Szene gesetzt. Er konnte dem nicht ganz gerecht werden, schlimmer aber war, was hinter den Kulissen passierte © twitter.com/@WWENetwork
Luger, mittlerweile 58, gestand nach seiner Karriere massiven Steroid- und Drogenmissbrauch ein, seine ebenfalls aus WWF und WCW bekannte Freundin Elizabeth starb 2003 an einer Überdosis. 2007 überstand er einen Schlaganfall, ist aber nun auf einen Rollstuhl angewiesen. Zuletzt organisierte er, zum gläubigen Christ bekehrt, wohltätige Wrestling-Events © twitter.com/@GenuineLexLuger
Viele Weggefährten Lugers sind nicht mehr am Leben. Ex-WWF-Champion YOKOZUNA (l.) starb 2000 34-jährig an einem Lungenödem. Curt Hennig alias MR. PERFECT (r.) erlag drei Jahre später mit 44 Jahren einer Drogenvergiftung © twitter.com/@WWENetwork
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Frühe Todesfälle gehörten in den vergangenen Jahren leider immer wieder zum Wrestling. Einer der prominentesten, Ex-Champion EDDIE GUERRERO, der ebenfalls eine Drogen-Vergangenheit hatte, starb 2005 im Alter von 38 Jahren an einem Herzinfarkt © Getty Images
Ein weiterer tragischer Vorfall: Guerreros Weggefährte CHRIS BENOIT tötete 2007 im Alter von 40 Jahren seine Frau, seinen Sohn und sich selbst. In einer posthumen Untersuchung wurden schwere Hirnschäden bei Benoit festgestellt © Imago
Kein langes Leben war auch Hogans legendärem Rivalen ANDRE THE GIANT beschieden. Der ikonische "Big Man", der auch in Hollywood einige Rollen hatte ("Die Braut des Prinzen"), starb 1993 im Alter von 46 Jahren an Herzversagen. Er war durch seinen Riesenwuchs gesundheitlich schwer beeinträchtigt © Getty Images
"ROWDY" RODDY PIPER, Gegner Hogans bei der ersten WrestleMania, Vorbild von Ronda Rousey und Kultfilm-Hauptdarsteller in "Sie leben" erlitt im Jahr 2015 im Alter von 61 Jahren einen tödlichen Herzinfarkt © Getty Images
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In den Achtzigern der wohl größte WWF-Star neben Hulk Hogan, starb RANDY SAVAGE im Mai 2011 mit 58, als er am Steuer seines Wagens einen Herzinfarkt erlitt. Er hatte nicht diagnostizierte Herzprobleme © Getty Images
Unter tragischen Umständen starb auch der ULTIMATE WARRIOR, der 1990 Hulk Hogan als erster WWF-Star bei WrestleMania besiegen durfte. Im Alter von 54 Jahren erlag er 2014 einem Herzinfarkt, wenige Tage nach seiner Aufnahme in die WWE Hall of Fame © Imago

Trendwende gegen WCW im Monday Night War

Der Monday Night War war zu dieser Zeit an einem kritischen Punkt angelangt: Zweieinhalb Jahre zuvor hatte die vom Erfolg der Gruppierung nWo (New World Order) um Hogan, Nash und Scott Hall beflügelte WCW die WWF überholt, von Juni 1996 bis April 1998 lag Nitro in der Quotenabrechnung vor RAW, in jeder einzelnen Woche.

Danach aber begann die WWF das Ruder herumzureißen: Sie etablierte "Stone Cold" Steve Austin erfolgreich als neuen Topstar, strickte um ihn eine heiße Fehde mit dem als Bösewicht auftretenden Ligachef McMahon und fuhr damit wieder erste Siege über Nitro ein.

WCW hielt dagegen, baute seinerseits Bill Goldberg zu einem neuen Zugpferd auf und spann die nWo-Storyline vielversprechend weiter, eine neue Untergruppierung namens nWo Wolfpac um Nash spaltete sich der ursprünglichen Formation ab.

Erkannt? Bill Goldberg im Jahr 1992, als er noch Footballer in der NFL war - und Haare hatte. Einige Jahre später wurde er zu einem der größten Wrestling-Phänomene aller Zeiten und hat mit 52 Jahren immer noch nicht genug. SPORT1 zeigt seine Karriere in Bildern, die nicht jeder von ihm kennt © Getty Images
Goldberg, Sohn eines Akademiker-Ehepaars aus Oklahoma (Mutter Geigerin, Vater Frauenarzt), war Defensive Tackle bei den Georgia Bulldogs auf dem College und wurde 1990 in die NFL gedraftet. © Getty Images
Er spielte für die L.A. Rams, dann für die Atlanta Falcons insgesamt 14 Mal in der NFL - die ganz große Karriere war es also nicht. Eine schwere Bauchmuskelverletzung und mangelnde Perspektiven bewogen ihn 1995 zum Rücktritt © Getty Images
Ein Jahr später entdeckten ihn die Wrestling-Stars Sting und Lex Luger für ihr Gewerbe, Goldberg unterschrieb bei World Championship Wrestling (WCW), dem damaligen Hauptkonkurrenten von WWE © WWE
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Goldberg schlug ein wie eine Bombe: Mit seiner Power, Dynamik und Intensität begeisterte er die Fans - was WCW bewog, ihn als absoluten Dominator zu inszenieren und (nach offizieller Zählung) 173 Matches in Folge gewinnen zu lassen © WWE
Der Höhepunkt: Am 6. Juli 1998 besiegte Goldberg Superstar Hulk Hogan ... © WWE
und wurde zum World Champion und Zugpferd von WCW. Er war damals einer der populärsten Wrestling-Stars überhaupt © Getty Images
Beleg seiner enormen Popularität: Goldberg stand in zwei der drei Matches, mit denen WCW die meisten TV-Zuschauer aller Zeiten lockte: Das gegen Hogan auf Platz 3, ein weiteres gegen Diamond Dallas Page im selben Jahr auf Platz 1 © WWE
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Schon Goldbergs Einzug war immer wieder ein Ereignis: Die Kamera folgte ihm von den Katakomben aus in Richtung Ring. Umgeben von zahlreichen Securitys bahnte sich Goldberg den Weg in die Arena, wo ihn stets ein Feuerwerk empfing. Der Mega-Einmarsch wurde zu einem seiner Markenzeichen © WWE
Der Makel, der aus Sicht von Kritikern an Goldbergs Karriere haftet: Der handwerklich beste Wrestler war er nie. Viele Fans nehmen ihm bis heute vor allem seinen missglückten Kick gegen Bret Hart übel, bei dem der legendäre "Hitman" schwer am Kopf verletzt wurde - wenig später musste er seine Karriere beenden © WWE
Der Ruhm als Showkämpfer bescherte Goldberg auch Connections nach Hollywood - und einige Filmrollen © Getty Images
Unter anderem steckte Goldberg in der Fortsetzung von "Universal Soldier" Prügel von Jean-Claude van Damme einsteckte © dpa Picture-Alliance
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Goldberg spielte außerdem im Bugs-Bunny-Film 2003 einen bösen Bodyguard (Foto), einen Knast-Footballer in "Spiel ohne Regeln" mit Adam Sandler und einen Killer-Weihnachtsmann im Horrorfilm "Santa's Slay" © dpa Picture-Alliance
Von der großen Wrestling-Bühne verschwand Goldberg eine Weile, als WCW im Jahr 2001 nach einem anhaltenden Tief den Betrieb einstellt und von WWE aufgekauft wurde. 2003 heuerte Goldberg dort an und feierte ein umjubeltes Debüt, indem er sich The Rock entgegen stellte © WWE
Bei Backlash 2003 besiegte Goldberg den gerade in Hollywood durchstartenden Dwayne Johnson und läutete damit seine Jagd nach Titelgold bei WWE ein © WWE
Mit einem Sieg über Triple H wurde Goldberg auch bei WWE World Champion, nachhaltig glücklich wurde er dort jedoch nicht, er verließ die Liga im Jahr darauf schon wieder © WWE
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Bei WrestleMania XX im Jahr 2004 besiegte Goldberg den jungen Brock Lesnar in seinem letzten WWE-Match für über zehn Jahre. Kurios: Auch Lesnar verließ WWE damals zwischenzeitlich, weil sich das in beiden Fällen rumgesprochen hatte, buhten die Fans beide gnadenlos aus © WWE
Auch abseits des Rings war Goldbergs Leben ausgefüllt: Er lernte bei einem Filmdreh die Stuntfrau Wanda Ferraton kennen und lieben. Die beiden heirateten 2005 - ein Jahr nach Goldbergs bislang letztem Kampf - und haben einen gemeinsamen Sohn © Getty Images
Ansonsten kommentierte Goldberg in der Zwischenzeit MMA-Kämpfe, setzte sich für wohltätige Zwecke ein, war Stargast vieler TV-Shows und Sportereignisse. Vor allem der Motorsport hat es ihm angetan, er sammelt Oldtimer-Autos © Getty Images
Im Oktober 2016 folgte der Moment, den viele Fans lange herbeigesehnt hatten: Bei der TV-Show Monday Night RAW nahm der inzwischen 49-Jährige eine Herausforderung seines alten Rivalen Brock Lesnar an © WWE 2016 All Rights Reserved
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Er besiegte ihn bei den Survivor Series 2016 in 86 Sekunden mit seinen alten Spezialaktionen, dem Spear ... © WWE 2016 All Rights Reserved
... und dem Jackhammer © WWE 2016 All Rights Reserved
Das Comeback lief so erfolgreich, dass Goldberg sogar noch einmal Champion wurde, bei der Megashow WrestleMania 33 verlor er den Titel dann wieder gegen Lesnar und schloss seine Rückkehr damit ab © WWE
2018 zog Goldberg in die WWE Hall of Fame ein - was aber noch immer nicht das Ende bedeutete. Immer wieder machte Goldberg seinen Fans mit den Worten "Sag niemals nie" Hoffnung auf ein weiteres Comeback ©
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Tatsächlich unterschrieb er 2019 nochmal bei WWE und bestritt in Saudi-Arabien ein großes Legendenduell gegen den Undertaker. Es war ein missratenes, Goldberg knockte sich durch ein Missgeschick selbst aus und verpatzte danach fast alle Aktionen. Ob er das als Schlusskapitel seiner Karriere stehen lassen will? © WWE
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Beim ersten Nitro 1999 wollte WCW diese Story dann mit einem Paukenschlag auflösen - es ging auf denkwürdige Art und Weise nach hinten los.

Hulk Hogan und Kevin Nash liefern sich Farce

Der Hauptkampf der Show: ein Duell zwischen Hogan und Nash, der sich eine Woche zuvor unter bewusst kontroversen Umständen den WCW World Title von Bill Goldberg gesichert und damit dessen 173 Matches lange Siegesserie beendete.

Eigentlich wurde Goldberg für ein Rückmatch gegen Nash beworben, aber im Lauf der Show aus diesem herausgeschrieben: Es wurde eine Seifenoper-Story erzählt, in der Goldberg wegen eines Belästigungsvorwurf der Managerin Miss Elizabeth - Ex-Frau des legendären "Macho Man" Randy Savage - verhaftet wurde.

Hogan trat an Goldbergs Stelle gegen Nash an - und WCW inszenierte das Match als Farce: Hogan tippte Nash mit dem Finger auf die Brust, der sank wie vom Blitz getroffen zusammen und ließ sich bereitwillig von Hogan besiegen.

Die Auflösung der Story war also: Hogan und Nash steckten einer Decke, das Wolfpac und Hogans nWo Hollywood verschmolzen zu einem neuen Bündnis der Superschurken.

Nitro verlor gegen RAW weiter an Boden

Die Fans waren verärgert, was an sich auch der Plan war: Die Wut über die bösen "Heels" sollte - wie im Wrestling üblich - in produktive Bahnen gelenkt und letztlich in Freude über den Gegenschlag der Publikumslieblinge umgemünzt werden.

Der "Fingerpoke of Doom" aber wurde von vielen Zuschauern als derartig verkorkste Aktion betrachtet, dass sich der Ärger gegen die Verantwortlichen wendete.

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Letztendlich verfehlte die Wolfpac-Story ihr Ziel, den Trend im Monday Night War zu wenden: Nitro verlor stattdessen in den Monaten danach immer mehr an Boden und sollte nie wieder eine bessere Quote als RAW einfahren.

Der "Fingerpoke of Doom" war bei weitem nicht der alleinige Auslöser dieser Entwicklung, wurde im Nachhinein aber als Menetekel gewertet, auch weil WCW-Boss Eric Bischoff in dieser Nacht einen weiteren peinlichen Fehlgriff beging.

Sabotage-Akt gegen WWE und Mick Foley geht nach hinten los

Nitro hatte im direkten Duell mit RAW eigentlich einen unschlagbaren Vorteil: Es wurde immer live gesendet, RAW aus Kostengründen damals nur zum Teil. Auch die Show am 4. Januar 1999 kam vom Band.

Bischoff entschloss sich vor diesem Hintergrund zu einem ungewöhnlichen Schritt: Er veranlasste seinen Kommentator Tony Schiavone dazu, das Ergebnis des RAW-Hauptkampfs in seiner eigenen Show zu verraten.

Schiavone teilte also mit, dass Mick Foley alias Mankind bei RAW den WWF World Title vom jungen Dwayne "The Rock" Johnson gewinnen würde - mit dem verächtlichen Zusatz: "Ha! That's gonna put some butts in the seats!" Sinngemäß: Na, das wird die Zuschauer ja an ihre Sitze fesseln.

Was dann passierte, war das Gegenteil von dem, was Bischoff beabsichtigt hatte: 600.000 Zuschauer schalteten von Nitro auf RAW um. "Mick Foley put my butt in the seats", stand in den folgenden Wochen auf vielen WWE-Fanschildern geschrieben.

Bill Goldberg verlor an Momentum

Um die Deutungshoheit über das Fingerpoke-Debakel wird bis heute gerungen: Hogan und Nash wehrten sich immer wieder gegen den Vorwurf, dass sie eifersüchtig auf Goldbergs Popularität gewesen wären und ihren Einfluss hinter den Kulissen ausgenutzt hätten, um das Ende seiner Siegesserie zu bewirken und sich selbst in den Vordergrund zu rücken.

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Nash, der in den letzten WCW-Jahren auch Autor hinter den Kulissen war, hielt wiederholt fest, dass der eigentliche Plan gewesen wäre, Goldberg noch populärer zu machen, indem ihm eine mächtige Schurkengruppierung gegenübergestellt werden sollte.

Der Plan ging nicht auf: Goldberg verlor wertvolles Momentum - und mit ihm die ganze Liga.