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Mick Foley - Undertaker: WWE-Klassiker endete fast tödlich

Ein beinahe tödliches Taker-Duell

Der Undertaker (oben) und Mick Foley bestritten bei WWE ein lebensgefährliches Match © WWE 2018 All Rights Reserved

Das WWE-Match zwischen dem Undertaker und Mick "Mankind" Foley prägte den Mythos Hell in a Cell. Foley aber bezahlte es teuer - und fast mit dem Leben.

Jim Ross, die legendäre, langjährige Stimme von WWE, machte den schockierenden Moment noch einmal ein Stück schockierender.

"He killed him!", schrie der Kommentator mit seiner tiefen Südstaaten-Stimme, um sein Entsetzen dann noch etwas biblischer zu auszudrücken: "As God is my witness: He is broken in half!" Gott ist mein Zeuge: Er ist in zwei Teile gebrochen.

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Es war ein geplanter Ausbruch, die Dramatisierung einer nach Drehbuch gestalteten Stunt-Einlage in der Wrestling-Schlacht zwischen dem Undertaker und Mick Foley, einem Sturz Foleys vom fünf Meter hohen Stahlkäfig namens "Hell in a Cell".

Die beiden Showkampf-Legenden schufen am 28. Juni 1998, heute vor 22 Jahren, einen Mythos, von dem WWE bis heute zehrt: Hell in a Cell ist mittlerweile eine jährliche Großveranstaltung, von den speziellen Käfig-Fights getragen.

Foley hat die Kreation des Mythos allerdings teuer bezahlt - und beinahe wäre der Preis noch höher geworden: Nur ein glücklicher Zufall verhinderte, dass die Todesmeldung von Jim Ross ein paar Minuten später Realität geworden wäre.

Ein Mann, ein Mythos: der Undertaker. SPORT1 zeigt seine Karriere in Bildern © SPORT1-Grafik: Paul Haenel/WWE
Bei WrestleMania 36 tritt der Taker mal wieder mit seinem Alter Ego als Biker an - es ist nicht das erste Mal, dass der Undertaker (früheres Kampfgewicht: angeblich 140 Kilo) seinen Look verändert: Im Lauf von fast 30 Jahren WWE-Karriere hat er unzählige Metamorphosen durchgemacht © WWE
So lernten die Fans den Undertaker in den frühen Neunzigern kennen und lieben: Als mystischen Totengräber im Western-Outfit. Anfangs als Bösewicht unterwegs, wurde er 1992 zum Publikumsliebling, indem er sich gegen Jake "The Snake" Roberts (u.) wandte und ihn bei WrestleMania XVII besiegte © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Seinerzeit immer an des Takers Seite: Manager Paul Bearer - ein Wortspiel mit "palbearer" (Sargträger). Bearer arbeitete tatsächlich einmal in einem Bestattungsunternehmen © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
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Gemeinsames Markenzeichen des Duos: Die Urne, die Bearer trug und aus der der Undertaker der Story nach seine übermenschliche Kraft schöpfte. William Moody, Darsteller des Bearer-Charakters, starb 2013 an einem Herzinfarkt © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Auch mit Maske trat der Undertaker 1995 zwischenzeitlich auf - profaner Grund: eine Knochenverletzung im Gesicht. Der Schutz, den er sich deswegen zulegte, fügte sich gut in seinen Charakter © WWE
Unvergessen: Die Siegesserie des Undertakers bei WrestleMania, der wichtigsten WWE-Show. 1991 begann der "Streak" mit einem Triumph über Jimmy Snuka, 1994 bekam er den massigen King Kong Bundy klein © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
WWF Champion wurde der Undertaker schon recht früh, für kurze Zeit entthronte er 1991 in seiner Bösewichtrolle den legendären Hulk Hogan. Als Publikumsliebling dauerte es etwas länger, bis er zu höchsten Ehren kam: 1997 bei WrestleMania gegen Sycho Sid © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
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Eine Spezialität des Undertaker: Die Matches im übergroßen Hell-in-a-Cell-Käfig. Er stand 1997 im allerersten dieser Kämpfe, 12 weitere kamen hinzu. Meistens - wie hier 1999 gegen den Big Bossman - triumphierte der Deadman © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Mit dem Motorrad enterte der Taker zwischen 2000 und 2004 die WWE-Arenen: Ein Rollenwechsel führte ihn weg vom Totengräber-Gimmick. Er trat stattdessen als Biker auf - wie im wahren Leben © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Gleich dreimal Gegner des Phenom bei WrestleMania: Triple H. Den heutigen Vizechef der WWE bezwang der Biker-Undertaker 2001 - und später in zwei dramatischen und vielgelobten Matches 2011 und 2012 © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
2003 besiegte der Taker (jetzt mit kurzen Haaren) gleich zwei Gegner: The Big Show und A-Train in einem Handicap Match. Gegen Letzteren führt der Undertaker hier eine Spezialität vor: Das Balancieren über das oberste Ringseil - samt anschließendem Sprunghieb auf den Gegner © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
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Das Motorrad blieb ab 2004 wieder in der Garage, bei WrestleMania XX kam der Undertaker als Deadman zurück und besiegte seinen Show-Bruder Kane © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Der böse Bruder Kane erschien 1997 auf der Bildfläche. Die beiden bekriegten sich viele Jahre lang - wie hier beim Summer Slam 2010 -, versöhnten sich aber auch genauso oft und stiegen als Partner in den Ring, als "Brothers of Destruction" © Imago
Bei WrestleMania 2007 holte sich der Undertaker einmal mehr einen großen Titel: Den World Title gegen Batista - heute auch Filmfans als Haudrauf aus "Guardians of the Galaxy" und dem Bond-Film Spectre bekannt © 2015 WWE, Inc. All Rights Reserved.
Legendär: die beiden Matches gegen Shawn Michaels 2009 und 2010. Die hochklassigen Kämpfe gelten als womöglich beste des Takers überhaupt. Sein kaum minder legendärer Gegner ging nach den beiden Niederlagen in den Ruhestand © Imago
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Wenn es darauf ankommt, muss auch ein Mythos mal durch die Luft segeln - beeindruckend für einen 130-Kilo-Mann, der da schon ein gutes Stück über 40 war © Imago
Den Matches mit Michaels folgten die ebenso starken Duelle mit Triple H, die der Taker (nun mit kurzgeschorenen Haaren) ebenfalls beide gewann, das zweite in einem Hell-in-a-Cell-Match und mit Michaels als Gastringrichter. Am Ende lagen sich alle drei erschöpft in den Armen und ließen sich vom Publikum feiern © Imago
2014 dann der Schocker: Nach 21 WrestleMania-Siegen in Folgen behielt sein Gegner Brock Lesnar die Oberhand © Imago
Lesnars Manager Paul Heyman kann sein Glück selbst kaum fassen: Der Sieg seines Schützlings ist der Ritterschlag für den früheren UFC-Champion, aber nicht - wie viele glaubten - das Ende der Taker-Karriere © Imago
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Ein Jahr später kam der Undertaker zurück auf die WrestleMania-Bühne und feierte wieder einen Sieg gegen den aufstrebenden Bray Wyatt - der oft mit ihm verglichen wird © Imago
Auch zwei weitere große Matches gegen Lesnar sollte es noch geben - eines ging an den Taker, das letzte aber wieder an seinen Kontrahenten © Getty Images
Bei WrestleMania 33 besiegte der Undertaker Shane McMahon im Hell-in-a-Cell-Käfig, ein Kampf, der vor allem für eine Aktion in Erinnerung blieb © WWE 2016 All Rights Reserved
McMahon sprang vom Dach des Mega-Käfigs auf den Undertaker herunter - verfehlte aber sein Ziel und krachte durch einen Kommentatorentisch. Luftsäcke unter der Konstruktion bremsten den Fall © WWE 2016 All Rights Reserved
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2017 verstrickte sich der Undertaker in eine Fehde mit dem aufstrebenden Star Roman Reigns, der ihn beim Royal Rumble eliminierte © WWE 2017 All Rights Reserved
Der Versuch, sich zu rächen, schlug fehl: Bei WrestleMania 33 verlor der Undertaker den Hauptkampf gegen Reigns und ließ hinterher Handschuhe, Mantel und Hut im Ring zurück. Ein deutliches Signal: Ende, Legende - so schien es © WWE 2017 All Rights Reserved
Der gesundheitlich schwer angeschlagene Undertaker fühlte sich aber doch noch fit genug für eine Ehrenrunde. Bei WrestleMania 35 kehrte er zurück und trat gegen Superstar John Cena an. Eine geplante OP mit Einsetzung einer künstlichen Hüfte ist dafür anscheinend auch verschoben worden © WWE 2017 All Rights Reserved
Der Undertaker besiegte Cena schnell und eindeutig - was damit zu tun hatte, dass die Kräfte für ein längeres Match auf hohem Niveau doch nicht mehr ausreichen. Weitere Matches bei großen Shows in Saudi-Arabien und Australien bestätigten den Eindruck © WWE 2018 All Rights Reserved
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Ende März 2020 nun eine erneute Verwandlung: Für sein Match bei WrestleMania 36 gab er wieder den "American Bad Ass" anstelle des "Dead Man" - und bekundete nach dem Sieg den Willen, dass das Match sein letztes gewesen sein sollte © WWE
Schon seit Jahren stieg der Undertaker nur noch zu besonderen Anlässen in den Ring. Er gönnte sich immer mehr Freizeit mit Gattin Michelle McCool - selbst ehemalige Wrestlerin © instagram.com/mimicalacool
Politisch ist der Undertaker generell konservativ eingestellt, spendete mehrfach für die Waffenlobby-Organisation NRA und republikanische Politiker. Der Hymnen-Protest in der NFL missfiel ihm - dieses Shirt-Statement mit seiner Tochter sorgte Anfang 2018 für Wirbel im Netz © instagram.com/mimicalacool
Der Undertaker ist seit 2010 in dritter Ehe mit McCool verheiratet, hat vier Kinder. Seine privaten Leidenschaften neben Wrestling, Waffen und Immobiliengeschäften: Motorräder, Boxen, Mixed Martial Arts und Tierschutz © instagram.com/mimicalacool

Mick Foley verlor im Ring schon ein Ohr

Der am 7. Juni 1965 geborene in Bloomington, Indiana geborene Foley - damals aktiv in der Rolle als Mankind - war immer bekannt dafür, im Ring alle denkbaren Schmerzen und Risiken auf sich zu nehmen.

Als Cactus Jack war er in brutalen Hardcore- und Death-Matches populär geworden, unvergessen und folgenschwer auch sein Ringunfall bei einer Deutschland-Tour der früheren Konkurrenzliga World Championship Wrestling (WCW) 1994 in München: Bei einer missglückten Aktion in einem Match gegen den 2018 verstorbenen Big Van Vader blieb sein Ohr im Seil hängen und löste sich später ganz ab.

Er entschied sich dagegen, es wieder annähen zu lassen, weil ihn das ein großes Titelmatch kurz danach gekostet hätte - und dass der damalige WCW-Boss Eric Bischoff sich dagegen entschied, eine Story um den Horror-Unfall zu stricken, war ein Grund, warum er WCW frustriert verließ. Er pflegte seinen Ruf stattdessen bei ECW und in Japan, vor allem mit seinen Gewalt-Spektakeln gegen die nimmermüde Legende Terry Funk - später als "Chainsaw Charlie" bei WWE sein Partner.

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1996 wechselte Foley schließlich zur damaligen WWF und wurde mit dem neuen Charakter als psychopathischer Mankind als besonders gefährlicher Taker-Rivale eingeführt (Lesen Sie hier die unglaubliche Geschichte, wie ein realer Mordfall den Finisher von Mankind und The Fiend inspirierte).

Doppelter Käfigsturz als Mankind

Seinen Auftritt auf dem Höhepunkt der Fehde, beim King of the Ring 1998 in Pittsburgh, verstand Foley ebenfalls als besondere Herausforderung, sich eine besonders unvergessliche Einlage für das Match im Riesenkäfig auszudenken.

Im Jahr zuvor hatten der Undertaker und sein Rivale Shawn Michaels die neu erfundene Matchart eingeweiht, der Höhepunkt damals: ein Sturz von Michaels durch einen Kommentatorentisch, nachdem er zuvor mit den Händen an der höchsten Stelle der Käfigwand gehangen war.

Foleys Idee, zunächst als Scherz formuliert: Er würde sich vom Undertaker aus voller Höhe durch den Tisch werfen lassen. Und dann noch mal aufstehen, wieder nach oben klettern - und wieder nach unten geworfen werden.

Undertaker: "Willst du ernsthaft sterben?"

Der Undertaker willigte nach anfänglichem Zögern ("Mick, willst du ernsthaft sterben?") in den Plan ein, er wurde genau so durchgezogen - mit beinahe verhängnisvollem Ausgang.

Während der oben beschriebene erste Stunt noch nach Plan lief, gab es beim zweiten eine technische Panne: Das Metallgitterdach gab unter der Last der beiden Schwergewichte nicht nur nach, ein Teil löste sich komplett. Foley stürzte nach einem Chokeslam, einer Standardaktion des Undertaker durch das Dach ungebremst auf den Ringboden.

In seiner Autobiographie "Have a nice day" schrieb Foley, dass es seine Rettung war, dass die Aktion auf mehreren Ebenen missglückte. Foley legte bei dem Chokeslam eine schiefe Landung hin, die seinen Sturz bremste und Schlimmeres verhinderte. Wäre die Landung gerade und lehrbuchmäßig gewesen, er wäre bei dem Sturz (nach dem das Match übrigens immer noch weiter ging) wohl gestorben.

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Hulk Hogan, Shawn Michaels, The Rock und Co.: Das machen die Wrestling-Stars der Achtziger, der Neunziger und der Nuller-Jahre heute? SPORT1 gibt den Überblick © SPORT1-Grafik: Paul Haenel/Getty Images/Imago/Twitter/Instagram
HULK HOGAN: "Whatcha gonna do when Hulkamania runs wild on you?" In den Achtzigern war der Hulkster der Superstar der früheren WWF, mit dem der Showkampf zum globalen Phänomen wurde © Imago
Hogan mehrte seinen Ruhm als Schauspieler, Reality-Star ("Hogan knows best") und durch zahlreiche Show-Auftritte außerhalb des Rings. Vom Wrestling konnte er auch lange nicht lassen, bestritt seinen letzten Kampf erst 2012 - mit 59 © Getty Images
Danach kam Hogan aus unrühmlichen Gründen in die Schlagzeilen: Er wehrte sich gerichtlich gegen die Veröffentlichung eines Sex-Tapes, im Zuge dessen kam eine rassistische Tirade ans Licht. WWE trennte sich wegen des Skandals 2015 vom langjährigen Aushängeschild © Getty Images
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Im Juli 2018 folgte die Begnadigung: Hogan wurde nach diversen Entschuldigungen für sein Verhalten wieder in die Hall of Fame aufgenommen © Getty Images
BRET "HITMAN" HART: Nach der Ära Hogan Eckpfeiler der WWF in den Neunzigern, auch in Deutschland, wo Wrestling damals boomte, enorm populär © WWE
Hart verließ die WWF 1997 im Streit, musste seine Karriere bald darauf wegen einer schweren Kopfverletzung beenden. Das schlechte Verhältnis zum Ex-Arbeitgeber wurde noch schlechter, als Brets Bruder Owen 1999 bei einem missglückten Stunt im WWF-Ring ums Leben kam - woran Bret der Liga die Schuld gab © Imago
Hart versöhnte sich schließlich mit WWE-Chef Vince McMahon und feierte 2010 ein Nostalgie-Comeback. Hat seitdem immer mal wieder Gastauftritte und verdient sein Geld ansonsten mit Auftritten für seine Fans bei Conventions und Ähnlichem sowie als Motivationsredner © Getty Images
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Der heute 61-Jährige hatte nach seinem Karriere-Ende mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 2002 erlitt er einen Schlaganfall, 2016 überstand er eine Prostatakrebserkrankung © instagram.com/brethitmanhart
Tragisch: Harts alte Weggefährten aus der Hart Foundation sind allesamt zu früh verstorben: Bruder Owen Hart (l.) bei einem missglückten Ring-Stunt 1999, Brian Pillman (2.v.l..) 1997 an Herzversagen, Schwager "British Bulldog" Davey Boy Smith 2002 aus demselben Grund, Jim "The Anvil" Neidhart 2018 schließlich infolge von Alzheimer © WWE 2018 All Rights Reserved
STONE COLD STEVE AUSTIN: Ende der Neunziger Anführer der Attitude-Ära, die dem Wrestling einen neuen Popularitätsschub verlieh: Der rebellische Texaner trank Bier im Ring, fluchte und verpasste jedem, der ihm im Weg stand, seine Spezialaktion, den Stone Cold Stunner © Imago
Austin musste seine Karriere 2003 wegen einer Nackenverletzung beenden, blieb WWE aber bis heute mit immer wieder umjubelten Gastauftritten erhalten, etwa als Gastringrichter des WrestleMania-Duells zwischen Donald Trump und Vince McMahon 2007 © Getty Images
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Der heute 53-Jährige ist keine ganz unumstrittene Persönlichkeit, er hatte mehrfach wegen des Vorwurfs häuslicher Gewalt Ärger mit der Justiz. Eine populäre Berühmtheit ist er dennoch geblieben, er moderiert mehrere Reality-Shows im US-Fernsehen sowie einen Podcast und bewirtet ansonsten seine "Broken Skull Ranch" in Texas © Getty Images
Der andere große Star der Attitude-Ära: Dwayne Johnson, für WWE-Fans nur: THE ROCK. Die Popularität des charismatischen Muskelpakets wuchs im neuen Jahrtausend über das Wrestling-Publikum hinaus © Imago
Johnson bekam Angebote aus Hollywood und wurde nach seiner Rolle in "Die Mumie kehrt zurück" zum großen Filmstar, Box-Office-Zugpferd und "Sexiest Man Alive". Kein Wrestling-Star, auch nicht Hogan, war außerhalb des Rings je so erfolgreich wie der 46-Jährige © Getty Images
Johnson aber vergaß seine Wurzeln nicht, kehrte 2011 nach längerer Pause in den WWE-Ring zurück und reichte in zwei großen Matches die Fackel an den neuen Star John Cena weiter. Legt bis heute immer wieder Gastauftritte für WWE hin © Imago
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BATISTA: Ebenfalls inzwischen eine Hollywood-Größe: Ex-Bodybuilder Batista, einer der erfolgreichsten WWE-Stars der Nuller-Jahre © Imago
Der 49-Jährige ergatterte tragende Rollen im Blockbuster "Guardians of the Galaxy" und als Bond-Gegenspieler in "Spectre" © Getty Images
2019 kehrte Batista noch ein letztes Mal in den WWE-Ring zurück und schloss seine Karriere dort mit einem letzten Match gegen den alten Rivalen Triple H ab © WWE 2018 All Rights Reserved
RIC FLAIR: Der "Nature Boy" war schon in den Neunzigern im Legenden-Alter, ein großer und schillernder Rivale von Hogan und vielen anderen, DER Star bei den früheren Konkurrenzverbänden NWA und WCW © Imago
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Flair hatte wie Hogan lange keine Lust auf Ruhestand, bestritt 2008 mit 59 feierlich sein letztes WWE-Match gegen Shawn Michaels - und kam danach noch einmal aus der Rente zurück. Erst seit Ende 2012 ist endgültig Schluss © Getty Images
Flair absolvierte nach seiner Karriere Nostalgie-Auftritte für kleinere Ligen und auf Fan-Conventions, begleitete 2016 eine Weile seine Tochter Charlotte zum Ring - im August 2017 erkrankte Flair schwer (Genaueres verschweigt seine Familie), hat sich aber davon erholt © Getty Images
SHAWN MICHAELS: "I'm just a sexy boy, I'm not your boy toy": Die selbst gesungene Einzugsmusik des "Heartbreak Kid" ist Wrestling-Fans noch in bester Erinnerung - wenn auch nicht unbedingt aus Gründen der musikalischen Qualität © dpa Picture Alliance
Michaels war einer der technisch besten und aufregendsten Wrestler aller Zeiten. 1998 beendete er aufgrund einer Rückenverletzung seine Karriere, kam 2002 zurück und lieferte dem Publikum noch zahlreiche weitere legendäre Duelle © Imago
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Nach seinem letzten, einer WrestleMania-Niederlage gegen den Undertaker 2010, machte Michaels Schluss © Imago
Nach seiner Karriere genoss der 53 Jahre alte Hobby-Jäger das Leben auf seiner Ranch in Texas. Zuletzt heuerte Michaels als Nachwuchstrainer bei WWE an und zog nach Florida © twitter.com/ShawnMichaels
Wenige Monate später entschloss sich HBK dann doch zum Comeback: In seinem ersten Match seit über acht Jahren triumphierte er - mittlerweile mit Glatze - bei WWE Crown Jewel gemeinsam mit Kumpel Triple H gegen Undertaker und Kane © Getty Images
BILL GOLDBERG war der legendäre Star der früheren WWE-Konkurrenzliga WCW in den späten neunziger Jahren © Imago
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2016 feiert Goldberg mit 49 Jahren ein umjubeltes Comeback, das ein Jahr später mit einer Niederlage gegen Brock Lesnar endet. Goldberg ging mit den Worten: "Sag niemals nie". Vor WrestleMania 34 zog er in die WWE Hall of Fame ein, 2019 tritt er gegen den Undertaker nochmal für WWE an © WWE 2017 All Rights Reserved
Was zwischendurch und seitdem war? Goldberg übernahm diverse Film- und Fernsehrollen (Universal Soldier 2, Santa's Slay) und geht seinen Hobbys nach: Er kommentiert MMA-Kämpfe, besitzt ein Box- und Kampfsportzentrum und pflegt seinen Fuhrpark aus 25 Vintage-Karossen © instagram.com/goldberg95
EDGE: Einer der besten Bösewichte der Nuller-Jahre. Der "Rated-R Superstar" etablierte sich als großer Gegenspieler von Superstar John Cena an der WWE-Spitze © Getty Images
2011 endete Edges Karriere allerdings frühzeitig: Eine schwere Nackenverletzung zwang ihn unfreiwillig in den Ruhestand © Getty Images
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Adam Copeland - wie er richtig heißt - ist mittlerweile 45, tritt immer noch regelmäßig im WWE-Programm auf, agiert zudem als Schauspieler und ist verheiratet mit der früheren WWE-Diva Beth Phoenix © twitter.com/EdgeRatedR
CM PUNK: Ein großer Publikumsliebling der späten Nuller-Jahre, wegen seines Charismas und seiner cleveren Interviews vor allem bei den "smarten" Fans beliebt, wurde zum Teil als neuer Steve Austin gefeiert © Getty Images
Punk fühlte sich von WWE aber nicht korrekt behandelt, verließ die Liga 2014 und rechnete in einem Interview mit ihr ab, warf ihr unter anderem vor, durch schlechte medizinische Behandlung sein Leben gefährdet zu haben. Er beendete mit 36 Jahren seine Karriere © Getty Images
Punk versuchte einen sportlichen Neustart, trat als MMA-Kämpfer bei UFC an, verlor seinen Debütkampf gegen Mickey Gall allerdings krachend. Auch ein zweiter Kampf gegen Mike Jackson ging verloren. UFC-Präsident Dana White erklärte anschließend, dass der 40-Jährige keine Zukunft in der MMA-Liga habe © Getty Images
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2019 gab es ein skurriles Comeback im Wrestling-Ring. Getarnt mit einer Maske schlich Punk sich bei einer Mini-Show alter Weggefährten ein. Das Ganze war aber allem Anschein nach nur ein Gag, mit dem Wrestling hat er nach eigenen Angaben abgeschlossen © Getty Images
STING: Als Hogan zur WCW ging, wurde er zu einem großen Rivalen: Sting (l.) war in den Achtzigern und Anfang der Neunziger bereits als bunt bemalter Surfertyp ein Star © Imago
Als Hogan zum Bösewicht wurde, wurde Sting mit einem an den Film "The Crow" angelehnten Charakter als heldenhafter Rächer und Gegenspieler Hogans inszeniert © Getty Images
Der Stinger wechselte nach dem Aus für WCW im Jahr 2001 nicht zu WWE, blieb stattdessen bei kleineren Ligen aktiv - ehe er 2015 (mit 56) doch noch für den Marktführer in den Ring stieg © Imago
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Verletzungsbedingt machte der Stinger 2016 bei seiner Aufnahme in die WWE Hall of Fame schließlich Schluss - kam aber seitdem doch nochmal ins Grübeln. Er hofft nach eigenen Angaben noch auf ein Match mit dem Undertaker. Eher unwahrscheinlich, dass es noch zustande kommt © twitter.com/WWE
KEVIN NASH: Der 2,08-Meter-Riese war in den Neunzigern als "Diesel" WWF-Champion, später gründete er mit Hulk Hogan bei der Konkurrenzliga WCW die legendäre und revolutionäre Gruppierung "New World Order" (nWo) © Imago
Mittlerweile ist Nash 59 und stark lädiert, aber immer noch eine gern für Auftritte jeder Art gebuchte Legende. Feierte auch diverse Comebacks bei WWE und mischte bei einigen Hollywood-Filmen mit, etwa in "John Wick" und "Magic Mike" © instagram.com/Nash5959
SCOTT HALL: Nashs Partner und ebenfalls Gründungsmitglied der nWo, zuvor in der WWF als "The Bad Guy" Razor Ramon einer der größten Charismatiker seiner Zeit. Seine Karriere wurde aber wiederholt durch Alkohol- und Drogenprobleme ausgebremst © instagram.com/scotthallnwo
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Das wilde Leben blieb nicht folgenlos für Halls Gesundheit, er wurde in den vergangenen Jahren wiederholt von schweren gesundheitlichen Problemen geplagt. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit Nostalgie-Auftritten, eine lässige Aura verströmt er noch immer © instagram.com/scotthallnwo
Auch diesem WWF- und WCW-Star ist es nicht gut ergangen: Der muskulöse LEX LUGER wurde in den frühen Neunzigern als Nachfolger von Hogan in Szene gesetzt. Er konnte dem nicht ganz gerecht werden, schlimmer aber war, was hinter den Kulissen passierte © twitter.com/@WWENetwork
Luger, mittlerweile 58, gestand nach seiner Karriere massiven Steroid- und Drogenmissbrauch ein, seine ebenfalls aus WWF und WCW bekannte Freundin Elizabeth starb 2003 an einer Überdosis. 2007 überstand er einen Schlaganfall, ist aber nun auf einen Rollstuhl angewiesen. Zuletzt organisierte er, zum gläubigen Christ bekehrt, wohltätige Wrestling-Events © twitter.com/@GenuineLexLuger
Viele Weggefährten Lugers sind nicht mehr am Leben. Ex-WWF-Champion YOKOZUNA (l.) starb 2000 34-jährig an einem Lungenödem. Curt Hennig alias MR. PERFECT (r.) erlag drei Jahre später mit 44 Jahren einer Drogenvergiftung © twitter.com/@WWENetwork
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Frühe Todesfälle gehörten in den vergangenen Jahren leider immer wieder zum Wrestling. Einer der prominentesten, Ex-Champion EDDIE GUERRERO, der ebenfalls eine Drogen-Vergangenheit hatte, starb 2005 im Alter von 38 Jahren an einem Herzinfarkt © Getty Images
Ein weiterer tragischer Vorfall: Guerreros Weggefährte CHRIS BENOIT tötete 2007 im Alter von 40 Jahren seine Frau, seinen Sohn und sich selbst. In einer posthumen Untersuchung wurden schwere Hirnschäden bei Benoit festgestellt © Imago
Kein langes Leben war auch Hogans legendärem Rivalen ANDRE THE GIANT beschieden. Der ikonische "Big Man", der auch in Hollywood einige Rollen hatte ("Die Braut des Prinzen"), starb 1993 im Alter von 46 Jahren an Herzversagen. Er war durch seinen Riesenwuchs gesundheitlich schwer beeinträchtigt © Getty Images
"ROWDY" RODDY PIPER, Gegner Hogans bei der ersten WrestleMania, Vorbild von Ronda Rousey und Kultfilm-Hauptdarsteller in "Sie leben" erlitt im Jahr 2015 im Alter von 61 Jahren einen tödlichen Herzinfarkt © Getty Images
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In den Achtzigern der wohl größte WWF-Star neben Hulk Hogan, starb RANDY SAVAGE im Mai 2011 mit 58, als er am Steuer seines Wagens einen Herzinfarkt erlitt. Er hatte nicht diagnostizierte Herzprobleme © Getty Images
Unter tragischen Umständen starb auch der ULTIMATE WARRIOR, der 1990 Hulk Hogan als erster WWF-Star bei WrestleMania besiegen durfte. Im Alter von 54 Jahren erlag er 2014 einem Herzinfarkt, wenige Tage nach seiner Aufnahme in die WWE Hall of Fame © Imago

Frau Collette vergoss Tränen

Ein unbestätigtes Gerücht, das damals kursierte, lautete allerdings, dass der Sturz durch den Käfig keineswegs eine technische Panne war (die Reibungslosigkeit, mit der die Show weiterging, spricht durchaus für diese Theorie), sondern dass Foley das Risiko bewusst in Kauf nahm und aus privaten Gründen erst nachträglich das Gegenteil behauptete.

Der inzwischen vierfache Familenvater - die 1993 geborene Tochter Noelle Foley ist heute erfolgreiche Influencerin bei Instagram und Co. - habe vor seiner ohnehin fassungslosen Ehefrau nicht als völlig lebensmüde dastehen wollen.

Noelle Foley, Tochter von Mick Foley, hat über eine Million Follower auf Instagram

Von Foley bestätigt ist: Foleys Frau Collette war tatsächlich schwer verängstigt und in Tränen aufgelöst, als sie sah, welchen Risiken sich ihr Mann aussetzte. Ihr zuliebe beendete Foley zwei Jahre später seine Vollzeit-Karriere, mit einem weiteren Hell-in-a-Cell-Match gegen Triple H, bei dem der Sturz durch das Dach unter besseren Sicherheitsvorkehrungen wiederholt wurde.

Große Programme mit Stone Cold und The Rock folgten

Dazwischen lagen zwei intensive Jahre, die Foley an die Spitze von WWE katapultierten: Er wurde mit seinen "Three Faces of Foley" (Mankind, Cactus Jack und der Hippie-Rocker Dude Love) zu einem Hauptdarsteller der berühmten Attitude Era, bestritt in der erfolgreichsten Zeit der Liga große Programme als Rivale und Partner der Superstars Stone Cold Steve Austin und The Rock, stieg auch selbst zum Champion auf - ein Schachzug, den Ex-Arbeitgeber WCW zunächst öffentlich verspottete, was ihm dann aber durch Foleys gigantischen Erfolg im Hals stecken blieb.

Auch mehrere Teilzeit-Comebacks mit großen Fehden gegen den jungen Randy Orton 2004 und Edge 2006 - mit dem legendären Feuertisch-Stunt bei WrestleMania 22 - zementierten Foleys Vermächtnis.

In der soeben ausgestrahlten Doku "Undertaker: The Last Ride" - an deren Ende der Taker selbst seinen nun wohl endgültigen Rückzug verkündete - hat Foley verdeutlicht, dass er seiner Fehde mit dem "Dead Man" alles zu verdanken hatte, was folgte.

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WWE entschärfte Hell in a Cell

Dass Foley sich relativ früh aus dem Tagesbetrieb zurückzog, dürfte dennoch die richtige Entscheidung gewesen sein. Er leidet auch so schwer unter den Folgen seiner von brutalen Showfights geprägten Karriere: Er klagt über Knochen- und Nervenschäden, einen Gehfehler, Gedächtnisprobleme, ständige Schmerzen. "Ich habe aufgehört zu hoffen, dass ich noch ein normales Leben haben kann", hielt er einst fest - wenngleich in den vergangenen Jahren durch erfolgreiche Operationen doch noch ungeahnte Besserung eintrat.

Nichtsdestotrotz setzte sich auch bei WWE die Erkenntnis durch, dass Foleys mythischer Hell-in-a-Cell-Auftritt auch verantwortungslos und lebensgefährlich war.

Die folgenden Kämpfe wurden nicht mehr ganz so risikoreich geführt, auch bei ihren Nostalgie-Videos zeigt WWE beim Rückblick auf das Taker-Mankind-Match meist nur den ersten der beiden Stürze, nicht den fast tödlichen zweiten.

Schon unmittelbar nach dem Kampf sagte WWE-Boss Vince McMahon nach Foleys Angaben zu ihm: "Du hast keine Vorstellung, wie sehr ich schätze, was du gerade für diese Firma getan hast. Aber ich will so etwas nie wieder sehen."