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Samoa Joe war schon vor seiner WWE-Zeit ein Phänomen

Samoa Joe schon vor WWE-Zeit ein Phänomen

Samoa Joe bei TNA Wrestling 2010 © Imago

WWE fand ihn einst zu dick, Samoa Joe begeisterte stattdessen bei ROH und TNA. Bei WWE stieg er spät dann zum Rivalen von Brock Lesnar auf.

Der Ruf von Samoa Joe war ihm vorausgeeilt, schon lange bevor er die ganz große Wrestling-Bühne betrat.

Als er im Januar 2017, einen Tag nach dem Royal Rumble, sein Debüt im Hauptkader von WWE feierte, brauchte er vielen Fans schon nicht mehr vorgestellt werden. Seine Attacke auf Publikumsliebling Seth Rollins wurde gefeiert mit dem Ruf: "This is awesome!"

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Was genau sie schon damals so großartig fanden?

Hart, humorlos - und sehr agil

Der am 17. März 1979 im kalifornischen Orange County geborene Joe - bürgerlich: Joel Seanoa - war schon längst ein Pfeiler der Szene gewesen. Der auf Hawaii aufgewachsene 128-Kilo-Mann machte sich bei diversen kleineren Ligen einen Namen, galt lange als einer der talentiertesten Showkämpfer außerhalb von WWE.

Zwischen 2003 und 2004 hielt Joe 20 Monate lang den World Title von Ring Of Honor, der damals stilbildenden Independent-Liga. Joe trug mit seiner Regentschaft entscheidend dazu bei, lieferte sich große, von der Kritik gefeierte Schlachten, viele davon gegen spätere WWE-Stars wie CM Punk, AJ Styles und Bryan Danielson (Daniel Bryan) - aber zum Beispiel auch mit Ring-Gigant Kenta Kobashi in dessen größtem Match außerhalb der japanischen Heimat im Oktober 2005.

Joe mehrte seinen Ruhm, indem er sich 2005 der kleinere WWE-Konkurrenzliga TNA anschloss, als Klassiker gelten vor allem seine Kämpfe gegen Styles und Christopher Daniels, sowie gegen WWE-Hall-of-Famer Kurt Angle. Joe verbindet auch eine Vorgeschichte mit keinem Geringeren als John Cena: Er war um die Jahrtausendwende herum ein Trainer des damals platinblonden Talents, als der in der kalifornischen Liga UPW seine ersten Schritte im Wrestling machte.

Die erste Großveranstaltung des WWE-Jahres steigt im Alamo Dome von San Antonio © WWE 2017 All Rights Reserved
Beim Royal Rumble keilen sich 30 Wrestling-Stars, der Sieger gewinnt einen großen Titelkampf bei der wichtigsten WWE-Show WrestleMania im April © WWE 2017 All Rights Reserved
Los legen die Damen in einem großen Tag Team Match: Noch spottet Natalya über das gegnerische Team um Nikki Bella © WWE 2017 All Rights Reserved
Bellas Partnerin Becky Lynch zahlt es ihr heim © WWE 2017 All Rights Reserved
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Lynch, Naomi und Bella feiern den ersten Sieg des Abends © WWE 2017 All Rights Reserved
Am Freitag noch zu Gast in der SPORT1-Redaktion, nun wieder am schwingen: Der Schweizer Cesaro verteidigt mit seinem Partner Sheamus die Tag Team Titel des RAW-Kaders © WWE 2017 All Rights Reserved
Gegner sind Luke Gallows (o.) und Karl Anderson © WWE 2017 All Rights Reserved
Das Duo kann sich die Titel am Ende auch holen © WWE 2017 All Rights Reserved
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Noch ein Frauenmatch: Snoop Doggs schillernde Cousine Sasha Banks tritt in Aktion © WWE 2017 All Rights Reserved
Gegen die massige Nia Jax - ihrerseits ein Familienmitglied von Dwayne "The Rock" Johnson - hat es die zierliche Banks aber schwer © WWE 2017 All Rights Reserved
Zu schwer: Jax feiert ihren ersten großen Sieg bei WWE © WWE 2017 All Rights Reserved
Ebenfalls mal wieder erfolgreich: RAW-Damenchampion Charlotte Flair setzt sich gegen Herausforderin Bayley durch © WWE 2017 All Rights Reserved
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Auch dieser Titel bleibt wo er ist: Universal Champion Kevin Owens (r., mit Kumpel Chris Jericho) kann Roman Reigns bezwingen - nach einem unfairen Eingriff von Braun Strowman © WWE 2017 All Rights Reserved
Ein neuer Champion wird allerdings auch gekrönt: Der Brite Neville entthront Cruiserweight Champion Rich Swann © WWE 2017 All Rights Reserved
Das letzte Highlight vor dem eigentlichen Rumble: John Cena (r.) trifft auf World Champion AJ Styles © WWE 2017 All Rights Reserved
In einem hochspannend gestalteten Duell muss Cena seine Spezialaktion, das Attitude Adjustment, gleich mehrfach auspacken © WWE 2017 All Rights Reserved
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Es reicht aber zum 16. Gewinn eines großen WWE-Titels - womit er den Rekord des 16-maligen WWF-, NWA- und WCW-Champions Ric Flair einstellt © WWE 2017 All Rights Reserved
Der eigentliche Rumble beginnt. Nacheinander versuchen 30 Stars, sich gegenseitig aus dem Ring zu befördern, manch einer mit Hilfsmitteln. Jack Gallagher zum Beispiel bringt seinen Schirm "William III." mit © WWE 2017 All Rights Reserved
Keine große Hilfe gegen solche Brocken: Big Show (l.) und Braun Strowman treten sich gegenüber © WWE 2017 All Rights Reserved
In Sachen Bartwuchs ebenfalls vorn dabei: Bray Wyatt © WWE 2017 All Rights Reserved
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Der Ring füllt sich mehr und mehr © WWE 2017 All Rights Reserved
Bis die Nummer 30 anrückt. Der vorher um den Titel betrogene Roman Reigns will es dann eben im Rumble wissen © WWE 2017 All Rights Reserved
Und er schafft es auch, die Legende schlechthin zu eliminieren: den Undertaker. Alles läuft auf ein Duell bei WrestleMania hinaus © WWE 2017 All Rights Reserved
Lachender Letzter ist am Ende weder Reigns, noch der Taker, noch Bill Goldberg oder Brock Lesnar, sondern etwas überraschend Randy Orton © WWE 2017 All Rights Reserved
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Die "Viper" wird mit einem abschließenden Feuerwerk gefeiert. Sie tritt bei WrestleMania gegen einen der dann amtierenden Champions an © WWE 2017 All Rights Reserved

Aushängeschild bei TNA und NXT

Anfang 2015 verließ Joe die kriselnde Promotion und schloss sich WWE an, zunächst "nur" als Aushängeschild des NXT-Kaders.

Samoa Joe (l.) und AJ Styles waren einst die Stars bei TNA, heute sind beide bei WWE

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Dort werden Talente und Neuverpflichtungen ans WWE-Programm herangeführt - durch zahlreiche hochklassige und weniger showorientierte Matches ist NXT aber eine Erfolgsgeschichte für sich geworden. Auch hieran hatte Joe, der bei NXT diverse große Fights gegen Finn Balor und Shinsuke Nakamura bestritt, seinen Anteil.

Auch in den Hauptshows nutzte WWE Joes Qualitäten, als Gegenspieler für Stars wie Roman Reigns, Rollins, Jeff Hardy und Rey Mysterio und auch für ein längeres Programm mit dem alten Weggefährten Styles 2018. Bemerkenswert auch seine kurze Fehde mit dem stilistisch ähnlichen Brock Lesnar im Sommer 2017, die von WWE mit Recht als Traumduell beworben wurde - auch wenn es bei der Show Great Balls of Fire etwas schnell mit einem Sieg Lesnars abgehandelt wurde.

Wie Lesnar ist Joe das, was man im Englischen treffend "no nonsense" nennt. Sein Erfolgsgeheimnis ist sein harter, realistischer, von den Mixed Martial Arts inspirierter Kampfstil, gepaart mit einer für seiner Masse erstaunlichen Agilität und Dynamik. Der Kampfsportfan schärft sein Können mit regelmäßigem Judo, Jiu-Jitsu- und Muay-Thai-Training.

Gerade bei WWE demonstrierte Joe aber auch, dass er sich im Lauf der Jahre auch außerhalb des Rings entwickelt hat. Seine Promo-Ansprachen am Mikrofon glänzen mittlerweile durch Intensität und rhetorische Schärfe.

WWE-Boss fand Samoa Joe zu dick

Dass Joe jemals eine größere Rolle bei WWE spielen würde, schien lange undenkbar.

Joe war Ligachef Vince McMahon angeblich nicht muskulös und durchtrainiert genug. "Er sah nicht durchtrainiert, hatte nicht den Körper, den Vince mag", berichtete der frühere WWE-Offizielle Bruce Prichard kürzlich: "Man sah ihn als fetten Samoaner an."

Joe hat längst bewiesen, dass er weit mehr ist als das.